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Du suchst am Dachstein einen Klettersteig mit angenehmen Zustieg, der aber auch etwas Schwieriger ist? Dann solltest du dir mal den Anna-Klettersteig etwas genauer ansehen. Dieser befindet sich mit den Schwierigkeiten C/D im mittleren Feld, bietet aber zudem gigantische Tiefblicke.

Felsmassiv des Klettersteig Anna

Auf dem Massiv, links in der Mitte des Bildes, führt der Klettersteig Anna hinauf.

Zufahrt & Parken

Der Anna-Klettersteig befindet sich in unmittelbarer Nähe der Dachstein-Südwand-Hütte. Diese wiederum liegt nur rund 30 Minuten von der Talstation der Dachstein-Gletscherbahn entfernt. Um somit zum Klettersteig zu gelangen, solltest du zuerst zu der Talstation fahren.

Die Talstation erreichst du über eine Passstraße, der Dachsteinstraße. Diese zweigt von der Hauptstraße, welche durch Ramsau führt, ab. Die Zufahrtsstraße zur Gletscherbahn ist dabei überall gut ausgeschildert.

Künstliche Tritte am Anna Klettersteig an Pfeiler

Gleich am Einstieg darfst du einen steilen Pfeiler hinauf klettern. Natürlich mit ausreichend Tritthilfen.

Gleich am unteren Teil kommst du zur Mautstation. Hier ziehst du dir einfach ein Ticket und fährst anschließend die Serpentinen zur Talstation, den Berg hinauf. Oben angekommen findest du ausreichend kostenfreie Parkplätze, an denen du dein Fahrzeug abstellen kannst.

Alternativ kannst du aber auch mit dem Bus zum Dachstein fahren. Mit der Linie 960 kommst du bequem von Schladming oder Ramsau dorthin. Die Infos zu den Fahrplänen findest du hier.

Abstiegsweg vom Anna Klettersteig mit Seilsicherungen

Am Gipfel überquerst du einen Grat, der gesichert ist.

Für die Nutzung der Passstraße wird eine Mautgebühr fällig. Diese musst du für Motorräder, PKWs, aber auch als Mitreisender in Bussen aller Art bezahlen. 2019 waren die Preise hierfür Folgende:

Motorrad6,- Euro
PKW14,- Euro
Linienbus3,- Euro

Die aktuellen Preise findest du hier.

Mein Hinweis: Kommst du mit dem Auto oder Motorrad, bezahlst du die Gebühr erst, wenn du die Passstraße wieder verlässt. Bei der Einfahrt musst du nur ein Ticket ziehen.

Seilbahn der Gletscherbahn zum Dachstein Gletscher

Um zum Einstieg zu gelangen, läufst du den Weg unterhalb der Gletscherbahn entlang.

Zustieg zum Klettersteig

Vom Parkplatz der Talstation der Dachstein-Gletscherbahn hältst du dich rechts und gehst auf dem Weg, der an der Talstation ebenfalls rechterhand, vorbeiführt. Du läufst nun in Richtung der Wand, zu der die Seilbahn auch hinauf fährt.

Die Dachstein-Südwand-Hütte wirst du jetzt bereits bei klarem Wetter sehen. Der Wanderweg macht zu dieser, auf nahezu gleicher Höhe, einen Bogen oberhalb des Tals. Diesen Weg folgst du einfach bis zur Hütte. Achte dabei aber darauf, dass du bei eventuellen Schneefeldern nicht ausrutschst.

Wegweiser zum Klettersteig Anna kurz vor Einstieg

Nach der Dachstein-Südwand-Hütte ist der Klettersteig gut ausgeschildert.

An der Dachstein-Südwand-Hütte angekommen läufst du einmal komplett über die Terrasse zum anderen Ende der Hütte. Auf der Rückseite gehst du durch das Holztor und hältst dich nun erneut rechts. Der Weg führt nun hinab, wieder in Richtung der Felswand des Dachstein.

Achte an dieser Stelle bereits auf die Ausschilderungen, von denen es hier reichlich gibt. Immer wieder ist auch der Anna Klettersteig ausgeschildert. Das Felsmassiv vor der gigantischen Felswand ist dein Ziel.

Schneefeld beim Zustieg zum Klettersteig Anna

In den meisten Jahren wirst du ganzjährig ein Schneefeld überqueren, um zum Einstieg zu gelangen.

Laufe nun den Weg hinab, immer auf den Wegen. Je nach Jahreszeit und Wetterlage, wirst du irgendwann ein Schneefeld queren. Achte hier unbedingt auf Spalten. Orientiere dich dabei grob in Richtung des Felsmassiv und laufe auf dieses zu.

Sobald du am Fuß des Massivs angekommen bist musst du ein Schotter-Pfad bis zur unteren Felswand hinauf. Dort findest du ein Schild mit dem Hinweis “Anseilplatz”. Hier solltest du dein Klettersteigset anlegen und dein Helm aufsetzen.

Gehen nun den Pfad an der Felswand weiter und halte bewusst nach einem Stahlseil Ausschau. Kommst du zu einer Höhle, dann hast du den Einstieg verpasst und musst wieder zurück. Die Höhle ist im Übrigen ein guter Unterstellplatz, falls du mal in einen Wetterumschwung geraden solltest.

Hinweisschild Anseilplatz beim Anna Klettersteig

Am Einstieg gibt es einen Anseilplatz. Hier solltest du unbedingt deine Selbstsicherung anlegen und den Helm aufsetzen.

Klettersteig Anna

Der Klettersteig zieht sich komplett die Felswand hinauf. Dabei wirst du eine konstante Schwierigkeit von C vorfinden, die zwischen B/C und C/D schwankt.

Querungen gibt es an dem Klettersteig nahezu gar keine. Wenn du mal querst, dann meistens über Platten, so dass du an diesen Stellen auf Reibung laufen musst. Für Leute mit Höhenangst sind diese Stellen am Schwierigsten.

Tiefblick vom Klettersteig Anna an Platte

Den gesamten Klettersteig geht es immer schön luftig nach oben.

Der gesamte Klettersteig hat ein schönes stabiles Stahlseil. Du musst dich an keiner Stelle aussichern und über freies Gelände laufen. Von der Sicherheit ist er somit auch zu empfehlen, wenn du dich mal an solche Schwierigkeiten heranwagen möchtest.

Technisch ist der Klettersteig zudem einfach zu handhaben. Wenn du schon mal klettern oder boldern warst, wirst du an dem Klettersteig keine Probleme haben. Es gibt überall viele Tritte. Und wenn diese nicht vorhanden sind, gibt es Künstliche.

Kletterer am Klettersteig Anna an Außengrat

An den trittarmen Stellen gibt es zudem ausreichen künstliche Tritte.

Highlight des Klettersteig sind natürlich die vielen Tiefblicke, die du hier haben wirst. Sowohl am Einstieg, als auch kurz vor dem Ende wirst du an 2 Pfeilern hinaufsteigen. Diese sind mit C/D die schwierigsten Stellen, verfügen aber über ausreichend künstliche Tritte.

Wenn du am Gipfel angekommen bist, genieße unbedingt die Wahnsinns-Aussicht. Von hier aus folgst du dem Grat zum Abstieg. Ganz wichtig ist jedoch, lege dein Klettersteig hier noch nicht ab. Du wirst es im Abstieg noch benötigen.

Blick vom Klettersteig Anna über Dachsteinebene

Der Ausblick vom Klettersteig ist bereits einmalig. Kommst du oben an, wirst du aber noch um einiges mehr begeistert sein.

Abstieg vom Klettersteig

Den Abstieg vom Klettersteig solltest du nicht unterschätzen. Dieser ist um einiges Schwieriger, als der Aufstieg. Du hast zudem hier die Möglichkeit einen weiteren Klettersteig, den Klettersteig Johann mitzunehmen, der aber ein Zacken schwerer ist als die Anna.

Willst du zurück zur Talstation der Dachstein-Gletscherbahn, halte dich nun erneut rechts. Orientiere dich an den roten Punkten, die du auf den Felsen sehen wirst und folge diesen einfach den Weg hinab.

Schneefeld und Felswand am Dachstein

Auch auf dem Rückweg wirst du nahezu ganzjährig Schneefelder queren müssen.

Du wirst auf dem Weg mehrere Schneefelder queren. An den besonders schwierigen Stellen findest du hier Seile, an denen du dich sichern kannst. Besonders bei den abschüssigen Schneefeldern solltest du aber aufpassen und, sofern diese großflächiger sind, Steigeisen anlegen.

Da du auf diesem Stück des Rückweges auch die Dachstein-Südwand-Hütte sehen wirst, kannst du dich beim Abstieg grob in deren Richtung orientieren. Etwas weiter unten wirst du auf mehrere Wege stoße, die alle irgendwie zu der Hütte führen. Wähle hier den für dich am Besten geeigneten Weg und laufe zur Hütte hinauf.

Abstiegsplatte vom Klettersteig Anna mit Seilversicherungen

Manche Stellen im Abstieg sind gut gesichert, da es hier steil abwärts geht.

An der Dachstein-Südwand-Hütte folgst du schließlich dem Weg, den du auch bereits hinzu schon gelaufen bist. Zuvor empfehle ich dir aber natürlich noch eine Pause an der Hütte, an der du den Ausblick über das weite Tal genießen kannst.

Mein Hinweis: Planst du nach dieser Tour mit der Seilbahn zum Gletscher des Dachstein zu fahren, solltest du das gut organisieren. Denn in den meisten Fällen musst du dir dafür vorab ein Ticket kaufen. Ohne Reservierung wirst du nur mit viel Glück zum Gletscher hinauf kommen.

Schneefeld mit Unterhöhlung beim Dachstein

Beeindruckend sind die Schneefelder, wenn du siehst, wie diese zum Teil unterhöhlt sind.