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Als ich gefragt wurde, ob es ein Foto gibt, das eine besondere Geschichte erzählt, musste ich direkt an dieses Foto denken, das 2013 auf einem der höchsten Berge am Lago Maggiore, dem Ghiridone (auch Gridone oder Monte Limidario genannt), entstanden ist.

Blick auf den Lago Maggiore

Auf dem höchsten Berge am Lago Maggiore, dem Ghiridone.

Das besondere an diesem Foto ist nicht etwa die grandiose Aussicht auf den See und die umliegenden Berge, sondern, dass es dieses Foto beinahe gar nicht gegeben hätte. Was sehr schade gewesen wäre, denn der Blick von rund 1800 Metern Höhe war wirklich atemberaubend – und der Weg dorthin auch. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn Schuld daran, dass dieses Foto um ein Haar nicht entstanden wäre, war meine Kondition, besser gesagt, meine nicht vorhandene Kondition.
Nach einigen erfolgreichen Wanderversuchen im heimischen Siebengebirge, das genau so gut “Siebenhügel” heißen könnte, verbrachten mein Mann und ich 2013 unseren ersten richtigen Wanderurlaub am Lago Maggiore.

Nach der Devise “Wenn schon, dann richtig”, suchten wir uns direkt zu Beginn den Ghiridone aus – und mit ihm knapp 800 zu überwindende Höhenmeter und wahrhaft italienische Temperaturen.

Diese trugen schließlich gemeinsam mit meiner mangelnden Kondition dazu bei, dass ich nach anderthalb Stunden, in denen wir nichts anderes taten, als über Geröll bergauf zu laufen, abbrechen wollte. Ich konnte nicht mehr und ich wollte auch nicht mehr.

Ich fragte mich, wozu ich das alles auf mich nahm und wünschte mich zurück in mein hügeliges Siebengebirge. Ich streikte und wollte umkehren… Doch dann traf mein Blick das Gipfelkreuz, das gar nicht mehr sooo weit entfernt schien, und da packte mich plötzlich der Ehrgeiz! Ich war doch nicht anderthalb Stunden gelaufen, um dann kurz vorm Ziel aufzugeben! Ich zwang mich, weiterzulaufen. Höhenmeter für Höhenmeter, den Blick immer nach oben gerichtet. Und dann – endlich! – nach einer weiteren Stunde ließ ich mich endlich erschöpft, aber wahnsinnig stolz und glücklich ins grüne Gras auf dem Ghiridone-Gipfel sinken. Der wunderschöne Ausblick ließ mich die Anstrengungen der letzen Stunden vergessen. Ich wusste, dafür hatte es sich gelohnt und ich würde es immer wieder tun!

Das war übrigens die erste und einzige Wanderung, die ich fast abgebrochen habe. Denn erstens ist meine Kondition besser geworden und ich weiß seitdem: Wenn ich es auf den Ghiridone geschafft habe, dann schaffe ich es auch auf jeden anderen Gipfel – egal ob Siebengebirge oder Schweizer Alpen.

Alle Infos zu dieser Wanderung findet Ihr hier: www.lieblingsplaetze-blog.de

Über die Autorin

Claudia Welkisch

Claudia Welkisch

Lieblingsplätze – Reisen macht glücklich

Mein Name ist Claudia Welkisch, ich bin 36 Jahre alt und lebe in Köln.

Nach meinem Germanistik- und Politik-Studium habe ich ein Volontariat bei einem TV-Sender absolviert, bei dem ich anschließend viele Jahre als Redakteurin tätig war. Heute arbeite ich in der Unternehmenskommunikation eines großen Kölner Unternehmens.

In meinem Bücherregal stehen geschätzte 127 Reiseführer, denn ich liebe es nicht nur zu Reisen, sondern auch darüber zu Lesen und zu Schreiben.

Auf meinem Blog schreibe ich über Städtereisen und Wandertouren, gebe Tipps zu Restaurants und Hotels und lade Euch ein, neue Lieblingsplätzen zu entdecken.