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Auf unserem Weg durch Rügen kamen wir am zweiten Tag unserer Reise auch in Lancken-Granitz bei den Großsteingräbern vorbei. Die sogenannten Megalithgräber gelten als älteste noch vorhandene Grabanlagen Deutschlands und Skandinaviens. Erbaut aus riesigen Gesteinsblöcken sind sie Zeugen der Zivilisierung der Menschheit vor über 4000 Jahren.

Die Jungsteinzeit zum Greifen nah

Nähert man sich zum ersten Mal einem Großsteingrab, so wird man ergriffen von Faszination und Neugier gleichermaßen. Felsen, größer als man selbst, Tonnen schwer und doch geordnet, welche Kräfte müssen hier gewirkt haben, um das herzustellen? Und dies in der Jungsteinzeit 2500 bis 3200 Jahren vor Christus, geschaffen durch Menschenhand. Schon damals schien zu gelten, dass großartige Bauten für Ansehen und für die Ewigkeit von Bedeutung stehen sollen, ähnlich wie die Pyramiden in Ägypten, nur eben im Herzen Europas.

Erbauer und Zerstörer der Großsteingräber zugleich

Über die Erbauer der Großsteingräber streitet man sich bis heute. Viele Indizien weisen daraufhin, dass es die Bauern und Viehzüchter der Jungsteinzeit waren, aber da nie vollständige Skelette gefunden wurden, ist der Verdacht vorhanden, dass es sich um kultische Stätten handele.

Eines ist allerdings gewiss: Ackerbauern, die das Land bearbeiten wollten, sind eine Ursache für die Zersörung der Gräber. Ebenfalls fanden die großen Steine Verwendung in der Erbauung von Kirchen und wurden damals aus relegiösen, und später aus industriellen Gründen zerstört.

Wissenswertes zu Großsteingräbern

Erbaut: Mittlere Jungsteinzeit – 2500 bis 3200 Jahren vor Christus
Verwendung: unklar, man geht davon aus, dass es sich um rituelle Grabstätten handelt
Anzahl in Deutschland: Etwa 900, was circa 15% der einstigen Gesamtanzahl entspricht
Verwandte Begrifflichkeiten: Megalithgräber, Hühnenbetten, Dolmen
Material: Findlinge aus der Eiszeit

Anfahrt zu den Großsteingräbern in Lancken-Granitz

Um die Großsteingräber zu finden, fahrt ihr von Lancken-Granitz aus auf der Dorfstraße ins Hinterland Richtung Südwesten. Nach circa einem Kilometer ist auf der rechten Straßenseite eine Haltestelle für drei bis vier Autos. Ein kleines Hinweisschild am Straßenrand markiert den Ort. Von hier aus sind es etwa 100 zu Fuß zum ersten von den sieben Dolmengräbern, wie diese auch genannt werden. Im 19 Jahrhundert bestand der größte zusammenhängende Komplex noch aus 19 Großsteingräbern.