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Drei Dinge, die ich auch die Insel mitnehmen würde: Mein Fahrrad, eine Karte (in diesem Fall digital auf dem Handy) und eine Windjacke – fertig ist die Grundausrüstung für erlebnisreiche Fahrten über eine der schönsten deutschen Inseln: Usedom. Unter Urlaubern und Reiseführerautoren gilt Usedom auch als “Fahrrad-Insel”. Mal sehen, was an dieser Behauptung dran ist!

Basecamp auf dem Campingplatz Stubbenfelde

Die Insel mit ihren 445 Quadratkilometern und 76.500 Einwohnern bietet so einige schöne Ecken zur Einrichtung eines Basiscamps. Ich entschied mich für den Campingplatz Stubbenfelde, der beinahe direkt am Meer und, noch wichtiger, an diversen Fahrradwegen gelegen ist. Von dort machte ich mich auf zu meinen Touren über die Insel.

Der größte Feind des Usedomer Radfahrers: Die Sandpfütze

Nach den ersten kleinen Erkundungstouren war mir klar, was der größte Feind des Fahrradfahrers auf Usedom ist. Es sind nicht etwa die Steigungen von bis zu 16 Prozent, mit denen man auf den Wegen an der Küste rechnen muss. Nein, es sind viel unscheinbarere, kleine Monster: Sandpfützen. Doch diese Bezeichnung ist im Grunde zu liebevoll. Sorgen diese besonders auf den Feldwegen der Insel (die in vielen Fällen Bestandteil von Fahrradwegen sind) beheimateten Monster doch dafür, dass meine dünnen Fahrradreifen trotz Einsatz aller Muskelkraft ca. zehn Zentimeter tief im Boden versinken und mich zum Absteigen und Schieben zwingen. Wenn ihr also selbst ebenfalls gerade kein Mountainbike zur Hand habt: Nehmt euch in Acht!

Auf des Malers Pfaden: Die Lyonel Feininger Tour

Den Radfahrer, den neben der sportlichen Betätigung auch kulturelles Interesse antreibt, wird diese Tour überzeugen: Auf 56 Kilometern Radweg quer über Usedom folgt man den Pfaden des Malers Lyonel Feininger. Dieser Maler kam vor über hundert Jahren (1908) das erste Mal nach Usedom und war begeistert von den Landschaften und der Architektur der Insel. Zu Recht, möchte ich behaupten. Heute kann man mit diesem gut ausgeschilderten Radweg die Orte seines Wirkens abfahren und so die Vorlagen für seine Bilder mit eigenen Augen betrachten. Er war übrigens auch ein leidenschaftlicher Radfahrer.

Weit ab vom Trubel: Die Halbinsel Gnitz

Auch für Freunde der Ruhe und der ursprünglichen Natur hat Usedom einiges zu bieten. Eine der wohl schönsten Ecken ist dabei die Halbinsel Gnitz. Dorthin führt vom Seebad Zinnowitz ein gut ausgebauter Radweg, der leider aber erst 1,5 Kilometer nach der Stadtgrenze beginnt. Bis dahin teilt man sich die Straße mit den Autos. Ist man nach ca. 8 Kilometern in Lütow angekommen und fühlt sich geschwächt, lohnt es sich in den kleinen, liebevoll gestalteten Biergarten des Dorfes einzukehren. Von dort führt auch direkt der Feld-/Fahrradweg weiter, auf dem man frisch gestärkt die Spitze der Halbinsel Gnitz umrunden kann.

Quellen und Links:

http://www.berlin.de/…/1177479-1316825-usedomradwegdielyonelfeiningertour.html