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Wer Urlaub auf Rügen macht, sollte sich den Besuch des Jagdschloss Granitz auch zur Nebensaison nicht entgehen lassen. In der Region Lancken-Granitz und im Biosphärenreservat Südost-Rügen mitten in Buchenwäldern gelegen, erstrahlt das mit fünf Türmen ausgestatte Schloss vom 107 Meter hohen Tempelberg Rügens. Von hier aus hat man eine fantastische Aussicht über den Südosten Rügens und kann die im Inneren des Gebäudes die selbsttragende, gusseiserne Wendeltreppe bewundern. Hinzu kommen zahlreiche Ausstellungstücke aus einer längst vergangenen Zeit.

Mit dem Jagdschlossexpress 100 Meter in die Höhe

Unseren Ausflug zum Jagdschloss Granitz starteten wir vom Osteseebad Binz aus. Hier erwartete uns der Jagdschlossexpress. Eine kleine, mit Rädern bestückte Bahn, wie wir sie auch am Kap Arkona kennen lernen sollten. Die gemütliche Atmosphäre in der Bahn und die netten Mitarbeiter sorgten dafür, dass man die schlecht gefederte und jedes Schlagloch im Rücken merkende Bahnfahrt im Kopf schnell mit Spaß und Ambiente ersetzte. Auf dem Rückweg wurde sogar ein eigens für die Minibahn kreierter Song abgespielt, der uns zum Grinsen brachte.

Am etwa 100 Meter hoch gelegenen Haltepunkt angekommen, sprangen uns drei Dinge ins Auge. Links eine Essensstation, rechts das kleine Forsthaus mit einer Ausstellung zum Biosphärenreservat Südost-Rügen und geradeaus nach oben, versteckt hinter den noch nicht begrünten Bäumen, das Jagdschloss Granitz. Natürlich konnten wir uns Bratwurst und Sanddornglühwein nicht entgehen lassen. Letzterer wäre auch für den Dresdner Weihnachtsmarkt geeignet mit seiner mundenden, leicht bitteren Note.

Forsthaus beim Jagdschloss Granitz

Das Forsthaus am Jagdschloss Granitz beherbergt eine Ausstellung zum Biosphärenreservat Südost-Rügen

Recht klein und doch imposant – Das Jagdschloss Granitz

Anschließend ging es über einen Waldweg hoch zum Jagdschloss. Zur Begrüßung erwarteten uns im Eingangsbereich zwei steinerne Molosserhunde, die von Bartolomeo Cavaceppi Anfang des 18. Jahrhunderts gefertigt wurden. Diese stehen anstatt der typischen Löwen für Macht und wurden bereits von Alexander dem Großen im Krieg eingesetzt.

Im Jagdschloss Granitz erwartete uns gegen eine Eintrittsgebühr von 3 Euro pro Person eine Ausstellung zu den Fürsten von Putbus, Erbauer des Jagdschlosses und Herrscherfamilie über Rügen, nach denen auch der Ort Putbus auf Rügen benannt ist. Am eindrucksvollsten ist die im Gebäude selbsttragende, in das Gemäuer des Mittelturmes eingelassene und gusseiserne Wendeltreppe mit seinen durchsichtigen Stufen, die Menschen mit Höhenangst doch einige Überwindung erfordert. Entwurfen wurde sie von Karl Friedrich Schinkel, der sich auch für den Schinkelturm am Kap Arkona verantwortlich zeichnet.

Allerdings erwartet alle Mutigen am Ende der Wendeltreppe der wunderschöne Panoramablick über Südost-Rügen, der bei gutem Wetter bis nach Usedom reichen soll. Da wir im April, also in der Nebensaison unterwegs waren, war uns das Wetter nicht so gut gesonnen, dass wir dies konnten, aber das satte Grün der Wälder, die Küste sowie die angrenzenden kleinen Ostseestädte entschädigten uns.

Wer sich vorher ein Bild zum Jagdschloss Granitz machen möchte, kann einen virtuellen Rundgang unter folgendem Link genießen: Neubrandenburg TV.

Wissenswertes: Restauration von Gemälden

Eine kleine Anekdote am Rande, was mich aber insbesondere interessierte, war die Darstellung, wie die gesamten Gemälde nach und nach restauriert wurden. Auf den beiden Fotos in der Galerie könnt ihr sehen, wie aus den eingetrübten und verstaubten Bildnissen der Familie Putbus wieder glanzvolle, dem Originalzustand bis ins Detail nahe kommende Gemälde wurden. Es ist schon fantastisch, was heute mit Technik alles möglich ist.