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Gaukler, Burgdamen, Hofnarren und Ritter. Auf den vielen Burgfesten die jährlich in Deutschland stattfinden, kann man Menschen treffen, deren Hobby darin besteht sich Kostüme anzuziehen und eine Reise in das 15.Jahrhundert anzutreten. Ich besuchte mehr durch Zufall eines dieser Feste. Ursprünglich wollte ich mir nur die Burg Steinsberg ansehen, doch dann wurde ich umringt von Rittersleuten und Lanzern, die sich vornahmen, die Burg an diesem sonnigen Sonntag in Besitz zu nehmen. Hier nun die Bilder vom Mittelalterfest auf der Burg.

Normalerweise bezahlt man keinen Eintritt, wenn man die Burg Steinsberg besuchen möchte. Zum Mittelalterfest 2011 wurden jedoch dem Neuzeitmenschen vier Gulden abgeknöpft. Nur wer in  einem alten Gewand oder einer mittelalterlichen Rüstung etwas Optisches zum Fest beitrug, konnte diese Gebühr auf zwei Gulden drücken. Die Burg ist für sich nur eine kleine Wehranlage mit einem Burggraben und vier Toren. Das inoffizielle Highlight der Burg ist der achteckige Wachturm, der sich in der Mitte der Burg befindet. Der Turm soll laut eigenen Angaben, einzigartig in Deutschland sein.

Wachturm beim zweitem Tor auf der Burg Steinsberg bei Sinsheim

Wachturm beim zweitem Tor auf der Burg Steinsberg bei Sinsheim

Geschichte der Burg Steinsberg

Bereits 1109 wurde die Burg Steinsberg erstmalig geschichtlich erwähnt. In den nächsten Jahrhunderten erlebte sie eine bewegte Geschichte. Mehrere Grafen vergrößerten die Burg und bauten sie zu einer mächtigen Wehranlage aus. 1517 ging die Burg in den Besitz der Familie von Venningen über. Ein paar Jahre später wurde die Burg, während der Bauernkriege niedergebrannt und anschließend wieder aufgebaut. 1777 gab die Familie von Venningen die Burg nach einem Blitzschlag auf und überließ sie dem Verfall. Erst 1973 erwarb die Stadt Sinsheim die Burg und sanierte die Burg komplett.

Die drei Tore der Burg Steinsberg

Die Burg Steinsberg verfügt über drei Tore und dem Haupttor, über das man in das Innere der Burg gelangt. Dies ist das zweite Tor der Burg, welches von einem Torbogen überspannt ist. Sofern ein Angreifer die Burg erobern wollte, musste er durch diese schmale Gasse in das Innere der Burg vordringen. Bei dem Versuch die Burg zu erobern, konnten die Angreifer von der rechten Mauer und über dem Torbogen von den Verteidigern attackiert werden.

Das Haupttor, durch welches man in das Innere der Burg Steinsberg gelangt. Die Mauern an dieser Stelle sind besonders dick und überall in der Mauer erkennt man kleine Schießscharten, durch die man potentielle Angreifer abwehren konnte. Inwiefern bei solchen Burgen überhaupt ein Angriff erfolgte oder ob man als Angreifer nicht einfach die Verteidiger aushungerte, darüber kann man gerne philosophieren.

Treppenaufgang mit Holzstufen zum oberen Teil des Turms

Treppenaufgang mit Holzstufen zum oberen Teil des Turms

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Burg Steinsberg – Der achteckige Turm

Bereits von Weitem sieht man die Burg Steinsberg mit ihrem achteckigen Turm. An den meisten Tagen im Jahr befinden sich aber vor der Burg weder Zelte noch dermaßen viele Menschen, die der Burg einen Besuch abstatten wollen.

Der achteckige Turm der Burg Steinsberg soll einmalig in Deutschland sein. Umgeben ist der Turm von einem kleinen Innenhof, in dem sich auch heute noch die alten Gebäude befinden, die in den letzten Jahren neu restauriert wurden.

Auf den Turm der Burg Steinsberg gelangt man über unzählige Holz- und Steintreppen. Im oberen Bereich des Turmes erkennt man noch sehr gut, dass zum Ausgang auf die Plattform früher einmal eine Steintreppe führte, die aber wahrscheinlich über die Jahre eingebrochen ist. Auch kann davon ausgegangen werden, die Holztreppen, die man heute in dem Turm vorfindet, ersetzte die alte Wendeltreppe.

Vom Turm aus hat man einen schönen Blick über die Umgebung, bis hinüber nach Sinsheim.  Der Aufgang auf die Plattform ist überdacht, damit bei schlechtem Wetter kein Wasser in das Innere des Turms dringen kann. Ein Teil der Überdachung sieht man noch im rechten Teil des Bildes.

Mittelalterfest auf der Burg Steinsberg

Zum Mittelalterfest befanden sich im Inneren der Burg Steinsheim jede Menge Stände. Rings um die Burg wurden die Stände durch weitere Stände ergänzt. Besonders viel mir auf, die Anlage befinden sich in einem sehr guten Zustand. Man versuchte bei der Restaurierung der Burg den altertümlichen Charakter beizubehalten. Erst wenn man in das Innere der hier befindlichen gastronomischen Einrichtung gelangt, erkennt man die Moderne.

Bei dem Mittelalterfest auf der Burg Steinsheim konnte man verschiedene alte Gewerke bewundern. Dazu zählte auch ein Spinnrad, welches sich im oberen Teil der Wehranlage der Burg befand.