Print Friendly, PDF & Email

Am 11. April 2013 besuchten wir den im Volksmund als nördlichsten Punkt Rügens bekannten Tourismusort Kap Arkona. Bei eisigen Temperaturen um den Gefrierpunkt konnten wir einmal mehr feststellen, dass die Uhren auf der Insel anders gehen. Allerdings belohnte die schöne Natur unser Durchhaltevermögen, denn auch zur Nebensaison ist das Flächendenkmal Kap Arkona in Putgarten einen Ausflug wert.

Putgarten in der Nebensaison – nicht vor 11 da sein!

Da wir nur Übernachtung gebucht hatten, besorgten wir uns unser Frühstück täglich an den Ausflugszielen. Auch dieses mal sind wir zeitig um 9 Uhr von Sassnitz aus gestartet, um gegen 10 Uhr in Puttgarten zur Öffnung des angepriesenen Marktes da zu sein. Leider musste wir feststellen, dass um 10 Uhr lediglich die Kunstwerkstat geöffnet hat, aber keinerlei gastronomische Einrichtung. “Auch geräuchert wird jetzt nicht. So kurz nach Ostern ist eh nichts los hier”, ließen wir uns von einer der vier Ausstellerinenn sagen. Folglich liefen wir den gesamten Rügenhof und das Örtchen Putgarten ab. Außer dem angeschlossenen Kunsthof herrschte gähnende Leere. Nur die gas- und wasserstoffbetriebene Kap-Arkona-Bahn sauste alle 30 Minuten vorüber und brachten uns dann auch weiter direkt zur Steilküste.

Erosionsschäden an der Steilküste deutlich sichtbar

Endlich angekommen und leicht durchgefroren – ja, in der Minibahn sind die Wagons nicht beheizt! – stiegen wir an der vermeintlichen Nordspitze Rügens aus. Mittlerweile war es auch 11 Uhr und die ansässige kleine Gaststätte Arcun hatte geöffnet, wodurch wir uns glücklicherweise vor dem Abstieg zur Steilküste noch stärken konnten. Wie überall war Heringswoche und es gab Fisch, der auch hier sehr gut zubereitet wurde und schmeckte.

Um an den Fuß der Steilküste zu gelangen, begaben wir uns zur aus 230, recht glitschigen, Holzstufen bestehenden Königstreppe. Menschen mit Höhenangst müssen sich dann sicherlich ein wenig überwinden, um die recht steilen 42 Meter in die Tiefe zu steigen, doch der Aus- und Anblick lohnt sich. Entlang einer Holzbrücke kann man direkt zur schlammig-kreidigen Steilküste an die tosende Ostsee laufen, um die frische Seebrise zu spüren und sich die abbrechende Küste genauer anzusehen.

Kap Arkona - 230-stufiger Abstieg auf der Königstreppe

Kap Arkona – 230-stufiger Abstieg auf der Königstreppe

In der See sieht man eine alte, verwitterte Säule herausragen. Ob diese zur über 1000 jährigen Jaromarsburg gehörte, bezweifle ich. Näheres dazu konnte ich nicht herausfinden. Sehe ich mir die dicken, von Menschen erbauten Steinsäulen und Mauerreste aber genauer an, so denkst du unweigerlich an eine längst vergangene Zeit und fühlst dich angekommen. Angekommen in der Geschichte und frei von Stress. Kap Arkona – ein Ort zum Verweilen!

Flächendenkmal Kap Arkona

Das Flächendenkmal Kap Arkona gehört zur Gemeinde Putgarten. Gemeinsam mit dem Fischerdorf Vitt gehört es zu den beliebtesten und bekanntesten Ausflugszielen Rügens. Neben der berühmten Steilküste laden die drei für Besucher offenen Türme (Leuchtturm, Schinkelturm und Peilturm), Kunstausstellungen, das Fischerdorf Vitt und die Marine Bunkeranlagen und deren Ausstellungen zum Verweilen ein. In Putgarten selbst befindet sich der Rügenhof. Hier treffen Kunst und Kultur, Schmaus und Trank und natürlich reichlich Fischangebote aufeinander, sodass sich hier auch Kinder wohlfühlen.

Geschichtsfreunde kommen ebenfalls auf ihre Kosten. So können sich diese die Ausstellung der ehemaligen DDR-Volksmarine ansehen oder in der Historie des Ortes schwelgen. Bereits im 1. Jahrtausend war die hier gelegene Jaromarsburg eine Kultstätte des slawischen Volkes der Jaren. Heute existiert von ihr fast nur noch der Burgwall, da der Rest in das Meer abgebrochen ist. Im 18. Jahrhundert war der Königsstein, wie das Kap Arkona früher hieß, für die Landbevölkerung eine Warnstelle, falls Angriffe von See drohten. Auch das erste Telegrafenkabel nach Schweden wurde 1835 von hier aus durch die Ostsee verlegt.

Kap Arkona DDR Marine Bunkeranlage

Kap Arkona – DDR Marine Bunkeranlage

Gesamtkosten Kap Arkona: 44,50 Euro

Als Tourist wird man immer wieder zur Kasse gebeten. So auch am Kap Arkona. Es beginnt damit, dass außerhalb von Putgarten ein Bezahlparkplatz zur Verfügung steht. Eine andere Möglichkeit existiert nicht. Von dort aus gilt es die Kap-Arkona-Bahn zu nehmen… Das kann sich schon summieren! Wir haben zu zweit für Parken, Bahn und Leuchtturm insgesamt 16 Euro bezahlt. Hinzu kam das Essen im einzigen Restaurant des Kaps für 28,50 Euro.

Kostenübersicht Tourismus Kap Arkona
Kap-Arkona-Bahn – Hin und Zurück zur Steilküste: 3,50 Euro/Erwachsener
Besichttgung Leuchtturm: 3 Euro/Erwachsener
Besichtigung Schinkelturm: 2 Euro/Erwachsener
Besichtigung Peilturm: 2 Euro/Erwachsener
Marine Bunkeranlagen: 5 Euro/Erwachsener