Du möchtest eine der populärsten Stiegen in der Sächsischen Schweiz kennen lernen? Und gleichzeitig einen wunderschönen Ausblick von einer der bekanntesten Aussichtspunkte genießen? Dann ist die Häntzschelstiege genau richtig für dich. Wie du zu dieser kommst und was dich bei ihr erwartet, dass verrate ich dir in diesem Beitrag.

Häntzschelstiege Einstieg

Hast du dieses Schild gefunden, befindest du dich am Zustieg zur Häntzschelstiege.

Schwierigkeit, Dauer, Ausrüstung & GPS Koordinaten

Die Häntzschelstiege ist die beliebteste Stiege in der Sächsischen Schweiz. Der Grund dafür ist, sie ist die einzigste Stiege die auch eine Selbstsicherung, also ein Klettersteigset, zulässt. Deswegen wirst du an dieser auch immer wieder Menschen treffen, die hier ihre erste Stiege gehen.

Einteilung nach Klettersteigskala

Schwierigkeit:KS2-0
Kletterskala:I
Höhe:420m
Zustieg:30min.
Dauer Stiege:30min.
Abstieg:60min.

Mein Hinweis: Die Häntzschelstiege ist gut ausgeschildert und kommt einem Klettersteig am Nächsten. Du kannst hier problemlos eine Selbstsicherung verwenden. Die Einteilung der Schwierigkeitsskala ist jedoch nur eine grobe Orientierung für Klettersteigfans. Die Dauer für die Stiege kann aufgrund ihrer Höhe auch mal 60-90min. sein, je nachdem wie gut du im Klettern bist.

Eisenkrampen im unteren Teil der Häntzschelstiege

Im 1. Abschnitt musst du an einem Außengrat entlang. Dieser ist aber gut gesichert.

GPS Koordinaten

Parkplatz:50°55’31.6″N 14°13’10.6″E
(50.925442, 14.219611)
Einstieg:50°55’08.7″N 14°14’07.0″E
(50.919074, 14.235284)
Ausstieg:50°54’40.5″N 14°14’19.3″E
(50.911244, 14.238680)

Die folgenden Hinweis sollen dir nochmal einen Überblick darüber geben was dich bei Häntzschelstiege erwartet.

  • Schwer aber nicht gefährlich
  • Für Hobbywanderer und Kinder nicht geeignet
  • Ausreichend Sicherungen vorhanden
  • Besteigen mit Klettersteigausrüstung möglich
  • Öffentlich zugängliche Stiege auf Bergpfad
  • Nur im Aufstieg zu begehen
  • Normale Wanderschuhe ausreichend

Mein Hinweis: Bist du bisher keine Stiege in der Sächsischen Schweiz gegangen, empfehle ich dir eine Selbstsicherung. Nimm auf jeden Fall auch jemanden mit, der die Stiege bereits gegangen ist. Willst du dich aber erst mal alleine an einer Stiege üben, dann probiere zuvor die Rotkehlchenstiege.

Weg mit Krampen im 1. Teil der Häntzschelstiege

Weiter oben im 1. Abschnitt findest du Eisenkrampen, die beim Aufstieg helfen.

Anfahrt, Parken & Zustieg

Der beste Ausgangspunkt für die Häntzschelstiege ist der Parkplatz “Nasser Grund” im Kirnitzschtal. Der Parkplatz ist kostenpflichtig. Nimm deswegen etwas Kleingeld mit, da die Automaten nur Kleingeld nehmen. Einplanen solltest du ungefähr 5 Euro. Das Parkticket gilt dann für den ganzen Tag.

Solltest du lieber die Öffentlichen nutzen, kannst du aber auch mit der Kirnitzschtalbahn bis zu diesem Parkplatz fahren. Die Haltestelle befindet sich nur wenige Meter von dem Parkplatz entfernt. Beachten solltest du dabei aber die Fahrtzeiten. Die Kirnitzschtalbahn fährt nur täglich von 08:00 – 19:00 Uhr. Genau Infos dazu findest du hier.

Vom Parkplatz aus, gehst du nun den Weg “Nasser Grund” in die Sächsische Schweiz. Circa nach 5 Minuten zweigt nach links ein Weg ab, die Eulentilke. Diesen Weg folgst du bis du auf einen weiteren Wanderweg triffst, dem Zeughausweg. Dieser ist mit einem “grünen Punkt” markiert.

Blick auf den 1. Teil der Häntzschelstiege

Oben angekommen hast du diesen Blick auf den 1. Abschnitt.

Von hier folgst du den Weg nach links bis zur 2. Linksbiegung. An dieser befindet sich ein Zugang zu Kletterfelsen. Du erkennst diesen an einer Holzabsperrung erkennst. Klettere hier einfach drüber und folge dem Pfad den Berg hinauf.

Etwas oberhalb des Pfades wirst du an eine Abzweigung kommen. Geradeaus geht es zur Zwillingsstiege. Du hältst dich aber erneut links. Bereits wenige Meter später wirst du ein Hinweisschild zur Häntzschelstiege finden, dein Startpunkt.

Eisenleiter im Spalt im 2. Tel der Häntzschelstiege

In einer Felsspalte beginnt der 2. Abschnitt, ebenfalls an Eisenkrampen.

Aufstieg & Route

Vom Hinweisschild geht es über steile Holztreppen und Holzleitern straff den Fels hinauf. Kurz vor dem Einstieg gibt es einen kleinen Vorplatz, auf dem du deine Selbstsicherungen anlegen kannst.

Die ersten paar Meter der Häntzschelstiege überwindest du mit etwas Kletterei. Auch hier, wie so oft in der Sächsischen Schweiz, möchte man unerfahrenen Übermütigen den Einstieg erschweren. Doch nach wenigen Metern kannst du bereits die erste Eisenkrampe ergreifen und dich in ein Stahlseil einhängen. Folge nun einfach dem Seil nach oben. Nach der ersten Senkrechte gelangst du auf einen kleinen Felsgrat. Von dort aus geht es hinauf auf die nächste Ebene.

Jetzt wird es etwas exponierter. Du bist dabei aber immer gut gesichert. Notfalls kannst du dich an dem dicken Stahlseil festhalten. An der Außenseite der Felswand geht es auf schmalen Tritten zu einer Ecke. Hast du die Ecke umschritten, hast du das schwierigste Stück des unteren Teil geschafft.

Übertritt in Felswand der Häntzschelstiege

Zwischen den Felsen führt der Eisenweg weiter hinauf. Hier musst du auch einen Spreizschritt machen.

Nun brauchst du nur noch, zwischen den Felsen, den gut gesicherten Weg nach oben folgen. Auch dieser ist mit Eisenkrampen und einem Stahlseil gesichert. Oben angekommen hältst du dich nach rechts in Richtung der kleinen Eisenleiter. Über diese geht es zum zweiten Abschnitt der Häntzschelstiege.

In einem unscheinbaren Felsspalt geht es nun weiter. In den Spalt musst du dich hinein zwängen. Am Ende siehst du bereits die Eisenkrampen, welche die Felswand steil hinauf führen.

Mit einmal kräftig Antreten überwindest du die ersten zwei Meter, auf denen keine Eisenkrampen zu finden sind. Danach geht es gemütlich, wie auf einer Leiter, hinauf. Oben angekommen folgst du links der Eisenleiter hinauf zu weiteren Krampen. Hier wird auch noch einmal deine Angst geprüft, mit einem kleinen Spreizschritt.

Brücke auf Plateau der Häntzschelstiege

Auf dem Plateau gibt es dann noch eine kleine Brücke.

Jetzt geht es auf der anderen Felswand weiter hinauf zu dem oberen Plateau der Affensteine. Du folgst weiter den Sicherungen bis du dich komplett auf dem Plateau befindest. Auf dem Plateau solltest du eine Pause einlegen und den schönen Rundblick zum Falkenstein und zum Kuhstall genießen.

Auf den letzte Metern kletterst du nun an einem Felsen ein wenig frei hinab oder überwindest mit einem großen Schritt eine Spalte. Anschließend folgen noch drei Eisenkrampen über die du die Häntzschelstiege abschließt.

Danach folgt ein Bergpfad “Das Lange Horn”. Diesen Pfad folgst du immer geradeaus bis zu einem querliegenden Holzbalken. Dahinter befindet sich der Reitsteig, markiert mit einem “blauen Streifen”.

Blick von der Häntzschelstiege zum Falkenstein

Diesen Blick kannst du von der Häntzschelstiege aus genießen.

Abstiegsmöglichkeiten

Bist du an diesem Punkt angekommen, hast du jetzt mehrere Möglichkeiten zurück zum Parkplatz zu gelangen. Hier mal 3 Varianten, die ich dir empfehlen kann:

  • 1. Variante: Der kürzeste Weg zurück zum Parkplatz ist über die “Wilde Höhle. Diese ist ebenfalls eine Art Stiege, aber eine der einfachen in der Sächsischen Schweiz. Du folgst hierzu einfach den Weg nach rechts zum ausgeschilderten Carolafelsen. Nimm diese Aussicht auf deinem Rückweg noch mit. Du musst dafür nur einen kleinen Abstecher machen.

    Gehe danach einfach den Weg immer weiter gerade aus, den Berg hinab. Der Weg führt hier über größere Felsbrocken, die du zum Teil abklettern musst. Zudem hast du nur an einer kleinen Stelle ein paar künstliche Sicherungen und eine Eisenleiter. Ansonsten ist der Weg harmlos. Unten angekommen befindest du dich am Abzweig zur “Eulentilke”. Von hier aus folge den Weg zurück zum Parkplatz.

  • Baum auf dem Plateau der Häntzschelstiege

    Am Ende des Plateaus findest du diesen Baum. Dahinter beginnt der Bergpfad.

  • 2. Variante: Folge dem Weg nach links bis zum Abzweig zur Idagrotte. Gehe anschließend in Richtung dieser und zweige kurz davor wieder nach links auf dem ausgezeichneten Wanderweg mit dem “grünen Strich” ab. Allerdings empfehle ich dir auch bei der Idagrotte eine Abstecher zu dieser. Du wirst es nicht bereuen.

    Folge nun dem Wanderweg die vielen Stufen hinab, bis zudem Wanderweg der mit einem “rotem Strich” ausgezeichnet ist. Hier gehst du weiter nach links. Der Weg führt dich unterhalb der Affensteine entlang. Folge dem Weg bis du auf dem Wanderweg mit dem “grünen Punkt” landest. Diesen folgst du erneut nach links bis zum bekannten Abzweig zur “Eulentilke”.

  • 3. Variante: Auch bei dieser Variante gehst du nach links,folgst hier aber dem ausgezeichneten Wanderweg mit dem “blauen Strich” Folge diesem bis zur Ausschilderung der Schrammsteinaussicht. Gehe nun in Richtung Schrammsteinaussicht und genieße diese. Auf dem Rückweg von dieser kommst zu einem Abzweig, der links über Stufen das Massiv hinunter führt.

    Folge den Stufen nach unten und auf dem Weg wirst du bereits die bekannte Markierung des “grünen Punkts” vorfinden. Unten angekommen halte dich rechts bis zum bekannten Abzweig zur “Eulentilke”. Alternativ kannst du aber auch abkürzen und den Ausschilderungen “Nasser Grund” folgen. Auch über diesen Weg kommst du zurück zum Parkplatz.

Häntzschelstiege Ausstieg

Der Ausstieg endet am Wanderweg Reitsteig. Von hier aus hast du verschiedene Möglichkeiten abzusteigen.