Wenn du einen schwierigen Wanderweg in der Sächsischen Schweiz suchst, der sogar Stiegencharakter hat, dann schau dir mal die Wilde Hölle an. Alles, was du dazu wissen musst und wie du dieses Ziel mit anderen Zielen gut kombinieren kannst, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Blick in den mittleren Abschnitt der Wilden Hölle

Solltest du absteigen, beginnt hier der mittlere Abschnitt der Wilden Hölle.

Schwierigkeit, Dauer, Ausrüstung & GPS Koordinaten

Die Wilde Hölle hat ihren Namen nicht ohne Grund. Auch an trockenen Tagen wirst du ungefähr in der Mitte des Weges ein Stück vorfinden, welches nahezu immer feucht ist. Hier darfst du an Eisentritten an einer Felswand entlang klettern. Für Geübte ist dies kein Problem. Anfänger haben an dieser Stelle aber schon etwas Respekt vor dem Weg. Ansonsten ist der Weg ein schwieriger Wanderweg, der schön bergauf geht.

Einteilung nach Klettersteigskala

Schwierigkeit: KS1-0
Kletterskala: 1
Höhe: 350m
Zustieg: 30min.
Dauer Stiege: 45min.
Abstieg: 45min.

Mein Hinweis: Die Wilde Hölle solltest du nur bei trockenem Wetter gehen. Bei Regen kann es hier sehr glitschig werden und sowohl im Mittelteil als auch weiter oben kannst du an den Felsen abrutschen. Die Gefahr, dass du dich verletzt, ist bei schlechtem Wetter somit größer.

Wilde Hölle in der Sächsischen Schweiz im unteren Teil

Hier, an dieser Felswand, beginnt der mittlere Abschnitt im Zustieg.

GPS Koordinaten

Parkplatz: 50°55’31.6″N 14°13’10.6″E
(50.925442, 14.219611)
Einstieg: 50°55’03.5″N 14°13’41.0″E
(50.917641, 14.228042)
Ausstieg: 50°54’50.6″N 14°14’04.1″E
(50.914067, 14.234471)

Die folgenden Hinweise sollen dir nochmal einen Überblick darüber geben, was dich bei der Wilden Hölle erwartet.

  • Einfach aber anstrengend
  • Für Anfänger und Kinder geeignet
  • Künstliche Tritthilfen an schwierigen Stellen vorhanden
  • Öffentlich zugänglicher Wanderweg
  • Im Auf und Abstieg möglich
  • Klettersteigset nicht notwendig
  • Einfache Wanderschuhe ausreichend
Eisenkrampen an Felswand in der Wilden Hölle

Im schwierigsten Abschnitt musst du an diesen Eisenkrampen den Fels hinauf.

Anfahrt, Parken & Zustieg

Die Wilde Hölle erreichst du über das Kirnitzschtal. Hier fährst du, am Fluss der Kirnitzsch entlang, durch ein Tal mit schönen Felswänden. Bei der Fahrt durch das Tal solltest du aber immer auf die Kirnitzschtalbahn achtgeben. Diese Straßenbahn schlängelt sich hier durch das Tal auf nur einer Schiene. Für Autofahrer bedeutet dies, fährst du hinter einer solchen Bahn, hat der Gegenverkehr immer Vorrang.

Als Parkplatz für die Wilde Hölle kann ich dir den Parkplatz “Nasser Grund” empfehlen. Auf diesem solltest du jedoch vor 10:00 Uhr sein, denn wie so vielerorts in der Sächsischen Schweiz, füllt sich dieser ab 10 Uhr im gefühlten Minutentakt. Das Tagesticket auf dem Parkplatz kostete 2020, 6 Euro. Nimm deswegen etwas Kleingeld mit, da Karten und Geldscheine an dem Automaten nicht genommen werden.

Ausstieg am oberen Ende bei der Wilden Hölle

Am Ende der Wilden Hölle befindest du dich in einem kleinen Birkenwäldchen.

Vom Parkplatz aus läufst du über die Kirnitzsch via einer kleinen Holzbrücke. Anschließend folgst du dem breiten Weg, “Nasser Grund” bis zur ersten Abzweigung auf der linken Seite. Diesem Weg “Eulentilke” läufst du hinauf bis zur “Unteren Affensteinpromenade”. Hier angekommen, befindest du dich bereits am unteren Einstieg zur “Wilden Hölle”. Der Weg geht geradeaus in den Wald hinein.

Mein Hinweis: Solltest du bereits an dieser Stelle außer Atem sein, dann wird der folgende Aufstieg für dich richtig schwer werden. Plane dann mehr Zeit ein, als die von mir angegebenen 45 Minuten.

Eisengriffe bei der Wilden Hölle

Eisengriffe findest du nur im mittleren Abschnitt der Wilden Hölle.

Durch die Wilde Hölle – Route

Der Weg durch die Wilde Hölle ist im Aufstieg nicht zu unterschätzen. Er wird dir so ziemlich alles bieten, was du anderswo in der Sächsischen Schweiz in dieser Kombination selten vorfinden wirst. Die Wilde Hölle unterteilt sich dabei in 3 Abschnitte:

  • 1. Abschnitt: Ausgelatschte Waldwege ohne Schwierigkeiten
  • 2. Abschnitt: Erklimmen und Queren von Felswänden mit Tritthilfen und Leitern
  • 3. Abschnitt: Schwieriger Wanderweg mit leichten Kletterpassagen

Der 1. Abschnitt ist für jeden problemlos machbar. Hier gehst du auf Waldwegen, die zum Teil abgebrochen sind, den Weg hinauf. Du hast dabei immer guten Halt an Bäumen oder Wurzeln, falls du mal nicht ohne weiteres den Weg hinauf kommst.

Unterer Abschnitt der Wilden Hölle

Im unteren Bereich geht es gemütlich ein paar Holzstufen bergauf.

Sobald du die Felswand erreicht hast, befindest du dich im 2. Abschnitt. Hier musst du gleich zu Beginn ein Stückchen den Fels hinauf klettern. Oben angekommen befindest du dich in einem Kessel. Der Bach, der “Wilden Hölle”, sorgt hier für eine nasse Felswand, die man so nicht überwinden kann.

Rechterhand findest du deswegen eine Leiter, die dich an der Felswand weiter hinaufführt. Anschließend musst du, mithilfe von künstlichen Griffen, ein Stückchen Fels hinaufklettern. Danach folgt eine Querung am Felsen, ebenfalls mit künstlichen Tritthilfen. Hast du dieses Stück überwunden, hast du den schwierigsten Teil geschafft.

Eisenleiter im Mittelstück der Wilden Hölle

Diese Eisenleiter wird dir im mittleren Abschnitt begegnen.

Danach geht es weiter bergauf im 3. Abschnitt. Auf dem Wanderweg wirst du nun viele größere Steinbrocken vorfinden, die du zum Teil erklimmen musst. Hier ist etwas Klettertechnik gefragt oder du solltest etwas mehr Zeit einplanen. Das Ende der “Wilden Hölle” hast du dann an der nächsten Wegkreuzung erreicht.

Mein Hinweis: Der Weg durch die Wilde Hölle ist für die meisten Kinder eine echte Spaßtour. Diese haben hier meistens weniger Probleme als Erwachsene. Allerdings solltest du nicht allzu ängstlich sein, wenn du mit deinen Kindern unterwegs bist. Denn manche Stellen in der “Wilden Hölle” können bei besorgten Eltern, den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Oberer Steinweg der Wilden Hölle

Im letzten Abschnitt führt der Weg über viele Steine bergauf.

Abstieg und Kombinationsmöglichkeiten

Die Wilde Hölle würde ich niemals als eigene Tour empfehlen. Der Weg durch diese ist jedoch ideal in Kombination mit anderen Touren. Ich nutze diesen Weg zum Beispiel nahezu immer im Abstieg, wenn ich auf der Häntzschelstiege oder Zwillingsstiege war, oder diese beiden miteinander kombinieren möchte.

Wenn du die Wilde Hölle im Aufstieg gegangen bist und an der Wegkreuzung der “Oberen Affensteinpromenade” angekommen bist, kannst du von hier aus folgende Touren unternehmen.

  1. Solltest du einen schnellen Rückweg suchen, dann halte dich an der Wegkreuzung rechts. Folge dem Weg, bis du auf die Markierung “gelber Strich” stößt. Dieser folgst du nun weiter nach rechts, zurück zum “Nassen Grund”. Auf dem Weg dorthin kommst du noch am “Kleinen Prebischtor” vorbei, einem markanten Felstor.
  2. Willst du eine der schönsten Aussichten in der Sächsischen Schweiz besuchen, dann gehe nun geradeaus, weiter den Berg hinauf. Rechterhand zweigt irgendwann der Zustieg zum Carolafelsen ab. Dort oben angekommen, kannst du nun weiter planen was du als Nächstes machen möchtest. Von hier aus stehen dir sehr viele weitere Wege zur Verfügung.
  3. Aussicht vom Carolafelsen

    Eine der schönsten Aussichten findest du auf dem Carolafelsen.

  4. Wenn du auf einem Bergpfad weiter wandern möchtest, dann halte dich am Abzweig links. Hier folgst du auf gleichbleibender Höhe dem Weg der “Oberen Affensteinpromenade”. Der Weg führt dich zur Idagrotte, ebenfalls eine schöne Aussicht in der Sächsischen Schweiz. Von dort aus kannst du bergab zurück zum Parkplatz laufen oder die Tour auf gleicher Höhe weiter verlängern.

Mein Tipp: Welchen Weg du an dem oberen Abzweig wählst, empfehle ich dir, erst zu entscheiden, wenn du an dem Abzweig angekommen bist. Egal für welche der 3 Varianten du dich entscheidest, alle 3 Wege haben jede Menge kleine Highlights zu bieten und werden garantiert nicht langweilig.

Felsdurchgang an der oberen Affensteinpromenade

Die obere Affensteinpromenade endet am Felsloch. Hier führt der Bergpfad hindurch. Viel Spaß beim Klettern 🙂