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Bereits Anfang der Dreißiger Jahre gab es erste Pläne, die Städte Dresden und Chemnitz mit einer Autobahn zu verbinden. Mitte der Dreißiger wurde dieses Projekt in die Tat umgesetzt und mit dem ersten Spatenstich am 21.März 1934 begann der Bau der heutigen A4. Eines der Teilstücke der Autobahn, verlief durch ein enges Tal, welches bekannt wurde, unter dem Begriff, das Tanneberger Loch. Bis 1990 war dieser Streckenabschnitt einer der schönsten Teilstücke der Autobahn. Doch ab 1990 wurde es für viele Autofahrer zu einer Todesfalle.

Das Tanneberger Loch vor der Jahrtausendwende

2008 fuhren täglich bis zu 95.000 Fahrzeuge über das neue Teilstück der A4, welches entlang der ehemaligen Autobahnroute, des Tanneberger Lochs entlang führt. Anfang der Neunziger war daran nicht zu denken, einmal dieses Verkehrsaufkommen bewältigen zu können. Damals befuhren die Strecke rund 40.000 Fahrzeuge täglich. Das Tanneberger Loch entwickelte sich hier zu einem Nadelöhr. Mit Steigungen und Gefällen von bis zu sechs Prozent, fuhren die Fahrzeuge tief hinein in eine Senke und verließen diese auf der anderen Seite. Problematisch wurde es nur, wenn sich ein dichter Nebel im Tal bildete und die Autobahn in diesem einhüllte.

Staus und Unfälle waren zu diesem Zeitpunkt das Hauptmerkmal des Tanneberger Lochs. Auch das 1995 installierte Verkehrsleitsystem konnte nur wenig Abhilfe schaffen. 1997 und 1998 ereigneten sich immer noch 124 schwere Unfälle auf diesem Teilstück der Autobahn. Erst ab 1999 entspannte sich die Situation, als man den Neubau eröffnete, der ab sofort über drei Teilbrücken, oberhalb des Tanneberger Lochs entlang führte. Anschließend wurde die Autobahn in dem Tal zurück gebaut und der darunter befindliche Fluss, die „Triebisch“ freigelegt.

Das Tanneberger Loch heute

In den letzten zehn Jahren hat sich die Natur zurück erobert, was einmal von Menschenhand planiert und betoniert wurde. Auf der ehemaligen Strecke der Autobahn erinnert nichts mehr daran, dass hier einmal täglich 10.000e von Fahrzeugen durch das Tal fuhren. Die ersten kleineren Bäume wachsen bereits wieder auf dem immer noch ehemaligen breiten Autobahnstreifen, der links und rechts von Bäumen gesäumt ist. Kleine Wassertümpel überlagern immer wieder den Weg, der hinauf führt zu neuen Streckenführung der A4. Und bis auf ein Wanderschild, auf dem die ehemalige Trasse verzeichnet ist, sucht man vergeblich nach Hinweisen auf die ehemalige Autobahn.

Sofern man das permanente Rauschen der Fahrzeuge von der Autobahn ignoriert, wirkt dieser neu entstandene Landschaftsabschnitt sogar beruhigend. Die Triebisch plätschert fröhlich dahin und die grünen Wiesen laden zum Picknick ein. Hinzu kommt, hier herrscht wirklich Stille, denn weitere Besucher, sucht man vergeblich. Zwischen den anliegenden Gemeinden Tanneberg und Groitzsch wurden zudem Parkplätze geschaffen, an dem man sein Fahrzeug abstellen kann. Unzählige Hinweisschilder, zeigen einem den Weg hinab ins Tal. Und an sommerlichen sonnigen Tagen, wird das Rauschen der Autobahn von wildem Gesumme der unzähligen Insekten überlagert.

Quellen: Wikipedia (Tanneberger Loch, Reichsautobahn) Straßenverkehrszählung A4