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Verschwommene Erinnerungen wurden wach, als wir uns erneut vom dem Klettersteig Sentiero attrezzato Rio Sallagoni befanden. Schon einmal vor fünf Jahren standen wir an derselben Stelle. Doch diesmal schien sich einiges verändert zu haben. Da wären zum einen die Parkmöglichkeiten, die sich vor fünf Jahren nur 10 Meter von dem Klettersteig entfernt befanden. Diese waren verschwunden. Und zum zweiten, die hübsche kleine Fläche unter den Olivenbäumen beherbergte riesige Steine die jedem Auto nicht nur den Unterboden zerschrammt hätten.

Parken auf einem typisch italienischen Picknickplatz

Sentiero attrezzato Rio Sallagoni ein Klettersteig durch eine Klamm, wie es ihn in dieser Form sicherlich nicht noch ein zweites Mal gibt. Der Klettersteig zeichnet sich gleich durch zwei positive Eigenschaften aus. Der Weg bis zum Klettersteig ist sehr kurz und äußerst sicher und der Klettersteig bietet gerade an warmen Tagen eine Abkühlung, da der in der Klamm verlaufende Bach für eine erfrischende Luft sorgt. Da sich in den letzten Jahren sicherlich mehrere Klettersteiger an diesem Klettersteig versuchten, wurde der kleine Parkplatz kurzerhand liquidiert. Dafür entstand weiter oberhalb, in Richtung Drena von Dro aus, ein geräumiger Picknickplatz, wie sie für Italien typisch sind. An diesen Plätzen tummeln sich am Wochenende und den Feiertagen immer viele Familien und entspannen sich bei Brot und Wein. Der Picknickplatz bietet somit neben den bequemen Holzbänken auch genügend Platz für Fahrzeuge. An diesem Picknickplatz kann man somit sein Fahrzeug getrost abstellen.

der Einstieg zum Klettersteig Sentiero Attrezzato Rio Sallagoni

Der Einstieg zum Klettersteig. Unten verläuft der kleine Bach, der bei starkem Regen zu einem Flüsschen anschwillt.

Ein Klettersteig des fünften Schwierigkeitsgrades? – Wohl schon lange nicht mehr

Oberhalb des Picknickplatzes befindet sich dann auch ein Hinweisschild zu dem Klettersteig Sentiero attrezzato Rio Sallagoni. Diesem folgt man und bereits nach fünf Minuten gelangt man zum Eingang der kleinen Klamm, durch die sich der Klettersteig zieht. In den Klettersteigführern die in den vergangenen Jahren erschienen sind, ist dieser Klettersteig mit einem Schwierigkeitsgrad von 5 bewertet. Allerdings wurde der Klettersteig in den letzten Jahren massiv entschärft. Der große Abstand zwischen Stahlseil und Eisenstiften wurde verkleinert und wir hatten das Gefühl, in der Zwischenzeit sind noch ein paar weitere künstliche Tritte hinzugekommen. Warum man diesen Schritt ging, ist uns unbekannt. Denn soweit wir uns erinnern, war auch der alte Sentiero attrezzato Rio Sallagoni nicht gerade ein Klettersteig der fünften Schwierigkeit.

eine Seilversicherung mit Schwierigkeitsgrad Spinne

Die wohl einzige erhöhte Schwierigkeit an dem Klettersteig war die Spinne, die sich einfach mal an der Seilversicherung festkrallte.

Der Klettersteig durch die Klamm – gibt es hier schwierige Stellen?

Ein Erlebnis ist der Klettersteig Sentiero attrezzato Rio Sallagoni trotzdem noch. Gerade wenn der kleine Bach in der Klamm genügend Wasser mit sich führt, bereitet das Klettern eine besondere Freude. Unablässig folgt man den Verlauf des Baches bis hinein in das kleine Tal, in dem man sich wie in einem botanischen Garten fühlt. Dabei geht es kaum bergauf und bergab. Der Klettersteig verläuft nahezu parallel zu dem Bach und man quert an einem kräftigen Stahlseil die Klamm. Sollte man sich trotzdem überschätzt haben, existiert nach wenigen Metern bereits ein Notausstieg. Und nur an einer kurzen Stelle muss man aus dem Seil gehen. Allerdings ist auch diese Stelle ohne besondere Schwierigkeiten zu meistern.

durch dieses Tal führt der Klettersteig Sentiero Attrezzato Rio Sallagoni

Am Ende des Klettersteigs gelangt man in ein Tal, der einem botanischen Garten ähnelt.

Weitere Klettersteige am Gardasee:

Im hinteren Teil des Klettersteigs existiert zudem noch ein Spreizschritt. Ein ganz besonders Highlight, wenn man schon immer mal in mehreren Metern Höhe über einen Bach schreiten wollte. Kurz danach befindet man sich in dem bereits erwähnten Tal. Auch hier hat sich einiges in den letzten Jahren verändert. Wenige Meter nach dem Klettersteig existierte früher einmal eine Seilbrücke. Diese ist in der Zwischenzeit nicht mehr benutzbar. Stattdessen muss man einen steilen erdigen Weg an einem Seil nach oben gehen. Da wir den Weg, der zur Burg von Drena hinaufführt, bereits vor fünf Jahren gegangen waren und dieser uns nicht vom Hocker schmiss, entschieden wir uns dafür den Klettersteig einfach wieder zurück zu gehen. Für Hin- und Rückweg benötigten wir rund eine Stunde. Somit eignet sich der Klettersteig auch ideal als kleines Intermezzo am Abend, um den Tag mit einer angenehmen Kühlung ausklingen zu lassen.

Update Juli 2012 – Die Seilbrücke des Klettersteigs wurde erneuert

Die Seilbrücke nach der Klamm wurde in der zwischenzeit erneuert. Anschließend folgt man dem Weg weiter nach oben, der an der rechten Wand des Tals verläuft. Weiter oben gibt es eine weitere kleine Seilbrücke. Zu dieser gelangt man wenn man den schmalen Bachverlauf quert und an ein paar weiteren Seilmetern steil der linken Felswand hinauf folgt.

Der Klettersteig ist durch den erneuerten oberen Teil wieder um einiges interessanter geworden. Im ersten Teil quert man das bereits angesprochene Bachbett an einem Klettersteig. Der zweite Teil ist dagegen eher ein Spaßparkour in einem grünem Tal, in dem man Seilbrücken überquert und steile Anstiege hinaufkraxelt.