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Kreta. Die Sonne geht langsam unter und wir messen deutlich über 30 Grad Celsius. Und dann erblicken unsere Augen das: 2,50 Euro für 0,5 Liter Rotwein im Restaurant? 50 Cent für einen Shot? Und zum Abschluss noch eine Minigaraffe Raki für lau? Nungut, letzteren gibt es nur, wenn man vorher auch Souvlaki, Bifteki, Tsasiki, Knoblauchbrot, “Fisch oven” (Fisch aus dem Ofen) oder eben mit Gyros die Grundlage für den Konsum des günstigen Alkoholkonsums gelegt hat.

Was die Lebenshaltungskosten für Alkoholiker betrifft, kann Griechenland auf jeden Fall punkten. Allerdings auch bei Herzlichkeit und Gemütlichkeit der Menschen. Auf Kreta gehen die Uhren eben langsamer, wie wir bei unserem einwöchigen Last-Minute-Urlaub festgestellt haben.

1 Woche Kreta inkl. Transfer, Hotel und Frühsück für 320 Euro p.P.

Am Samstag buchten wir über L’Tur unsere am folgenden Montag beginnende Last-Minute Reise. Abflughafen Dresden (DRS)! Ohne Stress und unnötige Reisekosten ging es also direkt von der Heimatstadt nach Kreta. Erst beim Flug wurde mir bewusst, dass wir dann auf einem Breitengrad mit Tunesien und co. liegen. Hach, wie wunderbar warm es sein würde, um nicht zu sagen, heiß!

Preislich gesehen scheint mir unklar, wie L’Tur und die anderen Beteiligten an der Reise noch etwas verdienen konnten. Hin- und Rückflug-Kosten mit Air Berlin, Hin- und Rück-Transferkosten auf der Insel i.H.v. 115 Euro/Person und Hotelpreise von 7*38 Euro pro Nacht hätten regulär zu Buche gestanden. Und da war L’Tur nicht inbegriffen. Wirtschaftlich betrachtet ergibt es wohl nur unter dem Aspekt der Sunken Costs Sinn…

Deutschland-Kreta mit Air Berlin

Geflogen sind wir von Dresden nach Heraklion mit Air Berlin

Touristisch und doch kretanisch – Agia Galini

Nach der Landung in Heraklion ging es mit dem Taxi direkt in das kleine Fischerdörfchen Agia Galini. Unsere Augen verfingen sich während der Fahrt zusehends in die schöne, von Felsen und Olivenhainen, und unter der stark scheinenden Sonne, geprägte Landschaft. Letztere prägte allerdings auch die Ledersitze unseres Taxis, wodurch es unseren körpereigenen Sitz- und Rückenflächen ebenso wie der trockenen Felslandschaft erging…

Was unsere Augen leider auch in einer großen Vielzahl sahen, waren Bauruinen. Alles erinnerte an eine einstmals boomende Wirtschaftsnation, die plötzlich von einem Tag auf den anderen ihren Untergang fand. Diese waren auf unserer 75-minütigen Taxifahrt genauso anzutreffen wie in Agia Galini selbst, welches auf dem Entwicklungsweg zu Touri-Ort stecken geblieben schien und dadurch einen ganz besonderen Charme entwickelte.

Kreta-Bauruinen in Griechenland

Auch in Agia Galini gibt es Bauruinien wie dieses mögliche Hotel

Leber-Mecka Taverne – Preise für 0,5l Rotwein: 2,50 – 3,00 Euro

Nach einem kurzen Dorfbummel und der Kiesstrandbesichtigung, begaben wir uns gegen Abend in eine im hinteren Dorf gelegene Taverne namens Horiatis und wurden deutlich überrascht. Während die Lebenshaltungskosten auf dem kretanischen Griechenland ähnlich der Deutschen liegen, wird beim Ausschank der landestypischen Produkte nicht gespart und alles dreht sich um das gesellige Miteinander unter den Menschen. Fantastisch!

Die Preise für einen halben Liter Weiß- oder Rotwein liegen bei 2,50 Euro bis 3,00 Euro. Ein Raki-Shot nur 50 Cent, oder, falls man doch noch eine Grundlage für den Alkohol geschaffen hat, gibt es als Abschluss noch eine kleine Garaffe Raki kostenlos zur Verdauung. Folglich genossen wir täglich, unter anderem auch zur Mittagszeit, bei günstigen Preisen den hauseigenen Wein und Raki, der sich von Taverne zu Taverne auch qualitativ unterschied.

Kretanischen Wein gibt es auch im Minimarkt vor Ort in der 1,5 Liter Flasche zu guten Preisen

Kretanischen Wein gibt es auch im Minimarkt vor Ort in der 1,5 Liter Flasche zu guten Preisen

Das schönste Mitbringsel: Ein unbeschreibliches Lebensgefühl

Hinzu kam eine unbeschreibliche Gelassenheit, die sich von der ersten Stunde an auf unserem Gemüt niederschlug sowie das Gefühl, am Leben zu sein – während die Zeit so langsam vergeht, dass man glaubt, zu träumen. Ein klarer Gegensatz zu Deutschland, in dem alles nur noch busy und im Stress ist. Einfach den Ist-Zustand zu akzeptieren, das hier und jetzt zu leben, die Uhr für sich selber anzuhalten. Das ist es, was wir von unserer Kurzreise mit nach Deutschland nahmen. Es macht wehmütig und erzeugt Freude zugleich, wenn ich zurück denke und wieder in den Zustand der volllkommen Gelassenheit verfalle, denn das Leben ist jetzt.