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Ein heftiger Wind pfeift mir um die Ohren, während ich in den von Menschenhand erschaffenen Kanal von Korinth blicke. In diesem bewegt sich gerade ein Schiff, langsam von mir weg und dies rund 80 Meter unter meinen Füßen. Ein imposanter Anblick der sich mir hier bietet, ein künstlicher Wasserkanal, der mir heute aber auch wie ein Windkanal vorkommt.

Der Kanal von Korinth, der aus den Peloponnes eine Insel macht

Sechs Kilometer lang ist das Bauwerk, welches Menschen zum Ende des 19. Jahrhunderts oberhalb von Korinth an der kürzesten Meeresenge durch die Peloponnes trieben.

Damit trennten sie die Halbinsel der Peloponnes vom Festland und schufen eine Insel. Natürlich wird dies immer wieder gerne so beschrieben, doch eigentlich sind die Peloponnes immer noch mit dem griechischen Festland verbunden. Nur dass nun ein 8 Meter tiefer Graben zwischen dem Festland und der Halbinsel verläuft.

kanal von korinth westen

Am westliche Ende vom Kanal von Korinth

Interessante Geschichtsinfo: Auch wenn der Kanal erst im 19. Jahrhundert vollendet wurde, begannen die Arbeiten an einem Kanal bereits zur römischen Zeit. Der römische Kaiser Nero ließ hier einen Kanal ausheben. Über 6.000 Sklaven sollen an den Arbeiten beteiligt gewesen sein. Leider wurde das Projekt nie beendet, wie wir heute Bestens wissen.

Wind, Touristen und Geierfallen

Ich stehe auf der Olimpia Odos, der meistbefahrenen Straße, die über den Kanal führt. Neben der Straße befindet sich eine schmale Fußgängerbrücke. Von hier aus kann man wunderbar hinüber zu der Eisenbahnbrücke über den Kanal blicken. Mit etwas Glück sieht man auch ein Schiff, welches gerade durch den Kanal gezogen wird.

Ein heftiger Wind bläst mir ins Gesicht. Immer wieder muss ich nach links oder rechts ausweichen, um andere Schaulustige vorbei zu lassen, während ich meine Kamera aus dem Rucksack hole. Bei der Fußgängerbrücke hat man kräftig an der Breite gespart. Nur zwei Personen passen nebeneinander auf diese Brücke. Was dies für den gerade anrückenden Touristenstrom bedeutet, der sich gerade aus dem Bus entläd, werde ich gleich erfahren.

Mir pfeift der Wind immer noch kräftig um die Ohren, da ich mich immer noch auf der Brücke befinde. Mein Blick schweift immerfort in den Kanal und ich staune, was man hier in den Fels getrieben hat.

Der Kanal von Korinth ist ein Highlight für sich, der sich gleich einer geraden Linie durch die Landschaft zieht. Dass dies auch die Ortsansässigen verstanden haben, sieht man an den unzähligen Bars, Cafes und Bistros, welche sich links und rechts von der Olimpia Odos befinden. Daneben stößt man immer wieder auf Geierfallen, an denen man allerlei Souvenirs erwerben kann.

Am westlichen Ende des Kanals von Korinth

Zwei Stunden später: Wir parken an westlichen Ende des Kanals. Auch hier weht ein heftiger Wind. Doch viel mehr interessiert uns, wie der Kanal von dieser Seite wirkt. Wie befinden uns knapp über den Meeresspiegel.

Vor uns führt eine Pontonbrücke über den Kanal. Wie ich später nachlese, wird diese Brücke ins Meer versenkt, sobald ein Schiff den Kanal passieren möchte. Die Schranken vor der Brücke ächzen, während der Wind an ihnen zerrt. Zeit die Kamera erneut heraus zu holen und dieses Spektakel in bewegten Bildern festzuhalten.

Video vom Kanal von Korinth

Zum Anschauen einfach auf das Bild klicken.