Du suchst einen ausgefallenen Klettersteig in luftiger Höhe, bei dem der Zustieg kurz ist. Dann solltest du nach Andalo fahren. Der Ort liegt in der Brenta, rund eine Stunde Fahrtzeit vom Gardasee entfernt. Hier findest du den Klettersteig Via Ferrata Delle Aquile, zu dem du gelangst, wenn du mit 2 Seilbahnen den Berg hinauffährst.

Felswand des Via Ferrata Delle Aquile

An dieser Wand quert der Klettersteig Via Ferrata Delle Aquile. Du darfst sie einmal von links nach rechts durchlaufen.

Übersicht

Der Via Ferrata Delle Aquile gehört mit Sicherheit zu den spektakulären Klettersteigen in dieser Region. Er ist gut erreichbar, wenn du eine Unterkunft in der Brenta oder am Gardasee hast. Da er sich jedoch in über 2.000 Meter Höhe befindet, wirst du ihn nur in den Sommermonaten gehen können.

Einteilung nach Klettersteigskala

Schwierigkeit: C/D
Kletterskala: 1
Höhe: 200 Meter
Zustieg: 20 Minuten
Dauer Klettersteig: 2:30 Stunden
Abstieg: 20 Minuten
Höhle am Klettersteig Via Ferrata Delle Aquile

Ein Highlight ist diese Höhle, durch die der Klettersteig geht.

GPS Koordinaten

Parkplatz: 46°09’49.3″N 11°00’21.6″E
(46.163695, 11.006010)
Einstieg: 46°08’19.2″N 11°02’28.4″E
(46.138657, 11.041227)
Ausstieg: 46°08’29.8″N 11°02’48.4″E
(46.141616, 11.046787)

Die folgenden Infos sollen dir noch einmal eine kurze Übersicht zum Via Ferrata Delle Aquile geben, was dich hier erwartet.

  • Schwer und anstrengend
  • Für Anfänger und Kinder nicht geeignet
  • Besteigen nur mit Klettersteigerfahrung und Trittsicherheit
  • Ausreichend Sicherungen vorhanden
  • Bei Schwierigkeiten, leichtere Alternativrouten wählen
  • Besteigen nur mit Klettersteigausrüstung
  • Bergsteigerschuhe oder Klettersteigschuhe notwendig
Blick auf die Berge der Brenta von der Mittelstation

Von der Mittelstation der beiden Seilbahnen hast du diesen Blick auf die Berge der Brenta.

Anfahrt & Parken

Der Ort Andalo liegt nordwestlich von Trient. Du erreichst diesen über die SS421. Die Straße führt genau durch den Ort. Da Andalo zudem ein beliebter Ferienort mit zahlreichen Sportangeboten ist, findest du in dem Ort jede Menge Unterkünfte und ein gut ausgebautes Liftsystem. Wenn du nicht direkt in Andalo übernachtest, solltest du mit folgenden Fahrtzeiten planen.

Trient: Die kürzeste Anreise hast du von Trient. Die Stadt befindet sich faktisch direkt unterhalb des Klettersteigs. Allerdings musst du, um zu diesen zu gelangen, einmal um das Bergmassiv herum. Die Strecke bis zum Parkplatz sind rund 40 Kilometer, für die du rund 45 Minuten einplanen solltest.

Riva del Garda: Von der Gemeinde am Gardasee sind es rund 1 Stunde bis nach Andalo. Die beiden Orte liegen gerade einmal 50 Kilometer auseinander. Du fährst dabei durch die schöne Berglandschaft und querst viele der bekannten Ferienorte auf dieser Strecke. Diese Strecke für sich alleine ist bereits sehenswert.

Straffes Stahlseil am Via Ferrata Delle Aquile

Der Klettersteig Via Ferrata Delle Aquile hat durchgehend ein stabiles Stahlseil. Sicher wirst du dich deswegen auf jeden Fall hier fühlen.

Bozen: Von Bozen aus sind es ebenfalls nur 1 Stunde Fahrtzeit, auch wenn die Strecke mit rund 65 Kilometern etwas länger ist. Du fährst hier ein ganzes Stück auf der Autobahn, weswegen du die Mautgebühr mit einrechnen solltest.

Parken: Dein erstes Ziel ist der Parkplatz bei der Seilbahn Paganella 2001 S.P.A. Der Weg dorthin ist im Ort gut ausgeschildert. Neben der Seilbahn findest du auch gleich den Parkplatz. Hier gibt es ausreichend Parkplätze, sodass du auch einen bekommen solltest, wenn du etwas später eintriffst.

Mein Hinweis: Da du mit der Seilbahn auf den Gipfel des Paganella musst, brauchst du kein Parkschein am Automaten lösen. Du bekommst stattdessen einen Parkschein an der Kassen, an der du die Tickets für die Seilbahn holst. Vergiss dieses aber nicht anschließend ins Auto zu legen, bevor du mit der Seilbahn nach oben fährst.

Seilbahn auf den Paganella in Italien

Auf den Gipfel des Paganella kommst du mit der Seilbahn.

Zustieg

Um auf den Gipfel des Paganella zu gelangen, musst du mit 2 Seilbahnen nach oben fahren. Die erste Seilbahn hat zudem eine Zwischenstation. An dieser darfst du nicht aussteigen. Fahre mit der Seilbahn bis zur Endstation und steige erst dort aus.

Anschließend verlasse das Gebäude der ersten Seilbahn und laufe in Richtung des großen Tunnels. Dahinter siehst du dann schon die 2. Seilbahn. Um den Weg abzukürzen, kannst du hier direkt über die Wiese laufen. Anschließend geht es mit dieser Seilbahn weiter hinauf zum Gipfel.

Oben angekommen laufe in Richtung der großen Antennen und Sendemasten, die du auf den Gipfel sehen wirst. Direkt an diesen befinden sich ein paar größere Gebäude, die aber scheinbar nicht mehr genutzt werden. Linkerhand von dem Größten, der 3 Gebäude, führt ein Weg leicht den Berg hinab, zu einem Pfad.

Große Funkantenne auf dem Paganella

Wenn du auf den Gipfel des Paganella bist, orientiere dich an diesen Antennenen. Zu übersehen sind diese nicht.

Der Pfad führt dich an einem großen Felsenfenster vorbei. Anschließend kommst du zu einer Höhle, die von jeder Menge Steinmännchen verziert wurde. Folge nun einfach dem Weg wieder leicht ansteigend den Berg hinauf, bis zu dem großen Schutzgitter.

Ein paar Meter davon entfernt kommst du zur Einstiegstafel für den Klettersteig Delle Aquile. Hier gibt es auch genügend Platz, um dein Klettersteigset anzulegen. Anschließend darfst du loslegen, in dem es wieder ein Stückchen bergab geht.

Großes Felsenfenster beim Zustieg zum Klettersteig

Wenn du den längeren Zustieg wählst, wirst du an diesem Felsenfenster vorbei kommen. Den Weg kann ich dir nur empfehlen.

Route

Auf dem gesamten Klettersteig wirst du gute Sicherungen vorfinden. Zudem hat der Via Ferrata Delle Aquile nahezu auf der gesamten Strecke ein durchgehendes Stahlseil. Die größten Schwierigkeiten sind einerseits die steilen Pfeiler, die du im Abstieg gehen musst. Sowie die Helixleitern am Ende, die du kraft technisch nicht unterschätzen solltest.

Am Anfang geht es jedoch erstmal bergab. Hier folgst du an der Felswand den Weg, der dich immer tiefer führt. Bis zur Höhle sind diese Stellen im Abstieg alle einfach zu bewältigen. Danach kommt die erste Schlüsselstelle. An einem Pfeiler in den Schwierigkeiten C/D musst du abklettern. Hast du Klettererfahrung, wirst du hiermit aber keine Probleme haben.

Felsband am Klettersteig Via Ferrata Delle Aquile

Am Klettersteig wirst du den Felsen immer wieder auf Bändern queren. Auf dem Foto siehst du das Band, kurz vor der ersten Seilbrücke.

Der nächste Abschnitt des Via Ferrata Delle Aquile ist nichts für Leute mit Höhenangst. Ausgesetzt geht es in einfachen Schwierigkeiten weiter bis zur ersten Seilbrücke. An deren Ende siehst du die Pendelvariante, die aber wirklich nur für Personen geeignet ist, die den Klettersteig bis hierhin langweilig fanden. Wenn du, wie auch ich, nicht zu diesen Personen gehören, dann darfst du jetzt einen Pfeiler überwinden.

Oben angekommen kommst du zur nächsten Seilbrücke. Auf dieser querst du wieder zurück zur Felswand. Das kurze Stück Felswand, welches sich dort gleich anschließt, ist auch nicht für jeden einfach zu bewältigen. Wenn du am Ende der Wand immer wieder Probleme hattest, meide die nun folgenden Helixleitern und nimm stattdessen die einfache Alternative.

Obere Seilbrücke des Via Ferrata Delle Aquile

Die 2. Seilbrücke ist um einiges luftiger. Die Aussicht, wie auf diesem Foto, kannst du genießen, wenn du zu den Helixleitern gehst.

Für die beiden Helixleitern solltest du schwindelfrei sein. Extrem ausgesetzt kletterst du an diesen, mehrere Meter von der Felswand entfernt, in luftiger Höhe nach oben. Steige bei beiden Leitern unbedingt so ein, wie es die blechernen Fußabdrücke am Beginn der Leiter zeigen. Ansonsten musst du am Ende der Leitern einmal um diese außen herumklettern, weil du unterhalb des Austritts ankommen wirst.

Nach den beiden Leitern wirst du nochmal eine Felswand bezwingen dürfen. Diese ist mit der Schwierigkeit C angegeben, hat aber meiner Meinung nach die Schwierigkeit C/D, da sich hier nur wenige gute Tritte oder Griffe befinden. Hast du diese Wand bezwungen, befindest du dich am Ende der Via Ferrata Delle Aquile.

Untere Helixleiter des Via Ferrata Delle Aquile

Absolutes Highlight des Klettersteigs sind die beiden Helixleitern. Diese solltest du jedoch nur gehen, wenn du dich an dieser Stelle noch fit fühlst.

Abstieg

Egal wie kraft anstrengend der Via Ferrata Delle Aquile für dich war, der Abstieg wird dafür um einiges entspannter sein. Am Ausstieg findest du erst einmal genügend Platz, um dein Klettersteigset wieder abzulegen. Hier kannst du auch noch ein schönes Gipfelfoto machen. Ich drück dir die Daumen, dass das Wetter bei deiner Tour dafür passt.

Anschließend folgst du dem Pfad entlang der Kante. Die Büsche verbergen diese immer wieder, aber als Orientierung hast du auch hier erneut die großen Funkmasten. Nahezu ebenerdig, erreichst du irgendwann wieder die Einstiegsstelle.

Ausstiegstafel des Via Ferrata Delle Aquile mit Blick auf Berge

Den Gipfel des Via Ferrata Delle Aquile erreichst du über die Helixleitern oder einem Alternativweg, der um einiges einfacher ist.

Von hier aus folge den markierten Weg zum Cima Paganella. Auf den Weg dorthin wirst du von weiten bereits die Gebäude des Rifugio La Roda erkennen. Auch dieser Weg ist gut ausgebaut und geht nur wenige Meter bergauf. Vom Ausstieg des Klettersteigs bis zum Rifugio wirst du nur rund 20 bis 30 Minuten benötigen.

Am Rifugio kannst du anschließend noch eine Pause einlegen und die tolle Aussicht genießen. Hast du dich satt gesehen, fahre nun mit den Seilbahnen wieder hinab nach Andalo.

Mein Hinweis: Plane für die gesamte Tour rund 4 Stunden ein, sobald du auf dem Gipfel des Paganella mit der Seilbahn angekommen bist. Informiere dich vorab, wann die letzte Seilbahn nach unten fährt. Nicht, dass du diese verpasst und anschließend den Berg hinab laufen musst. Wundere dich auch nicht, wenn die Seilbahnen um die Mittagszeit nicht fahren. Zu manchen Jahreszeiten legen diese eine längere Mittagspause ein.

Antennen auf dem Gipfel des Paganella

Nahezu von überall auf dem Gipfle des Paganella wirst du die Antennen sehen. Sie sind somit immer ein guter Orientierungspunkt.