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Wenn ich an Odaiba zurück denke, dann sehe ich immer den Cartoon Futurama vor meinem geistigen Auge. Odaiba ist das was wir gemeinhin als die Zukunft bezeichnen. Hochhäuser, Einkaufskomplexe und eine Hochbahn die durch den Stadtteil fährt. Welchen Spaß ich in einem japanischen Badehaus in Odaiba hatte und warum ich einen Hauch von Europa erleben durfte, darüber berichte ich in diesem Beitrag.

Panorama von Odaiba mit dem Hotel Trusty Tokyo Bayside in Tokio

Panorama von Odaiba mit dem Hotel Trusty Tokyo Bayside in Tokio

Erste Fahrt mit einer Hochbahn

Ich hatte mir an diesem Tag vorgenommen, den Stadtteil Odaiba zu Fuß zu durchqueren. Ich wollte die Dimensionen unter meinen Füßen spüren, die man mir vorab in der Touristenbroschüre versprach. Die ersten paar Stationen fuhr ich mit der Hochbahn, die extra für diesen Stadtteil als neue Gesellschaft gegründet und angelegt wurde. Danach ging es zu Fuß weiter.

Moderne Hochhäuser beim Telecom Center in Odaiba in Tokio

Moderne Hochhäuser beim Telecom Center

Haus in Form einer umgedrehten Pyramide

Mein erstes Ziel war das gigantische Riesenrad, was man bereits von Weitem sieht. Der Komplex, in dem sich das Riesenrad befindet heißt Palette Town und feierte 2014 sein 15jähriges Bestehen. Ich lief zuvor an einem Gebäude vorbei, welches wie eine riesige umgedrehte Pyramide aussah. Ich brauchte eine Weile bevor ich das Riesenrad und den Einkaufskomplex erreichte.

Gebäude Tokyo Big Sight in Odaiba in Tokio

Gebäude Tokyo Big Sight

Palette Town

Spielhalle

Als ich 10:45 Uhr ankam war der Komplex noch geschlossen. Ich geduldete mich noch eine Weile und sah mir in der Zwischenzeit eine Spielhalle an, die sich direkt neben dem Riesenrad befand. Die Halle unterschied sich gewaltig von allen anderen Spielotheken, welche ich bisher sah. Diese Halle schien mehr auf Familien und Kinder ausgelegt zu sein. Ich sah zum ersten mal eine Menge an Sportspielautomaten, wie zum Beispiel ein Fußballspielbereich in dem man mit echten Fußbällen virtuelle Tore treffen musste.

Europäische Einkaufsstraße

Einkaufspassage im amerikanischen Design in Palette Town in Odaiba in Tokio

Einkaufspassage im amerikanischen Design

Doch das Verrückteste begegnete mir in dem Einkaufskomplex von Palette Town. Hier haben die Japaner Straßenzüge nach europäischer Vorlage nachgebaut. Die Decke des Komplex war blau angestrichen und mit Wolken verziert. Die Geschäfte führten vor allem Artikel von Marken, die aus Europa und Amerika stammen. Eine Ecke stand voller Oldtimer aus den USA. Und in den Restaurants gab es ausschließlich europäische Gerichte. Ich musste ein bisschen schmunzeln, dachte mir aber auch, dasselbe Konzept würde bestimmt auch in Deutschland gut funktionieren. Das gesamte Ambiente war, typisch für japanische Verhältnisse, einfach nur liebevoll gestaltet.

Einkaufspassage im europäischen Stil in Kaufhaus Palette Town in Odaiba in Tokio

Einkaufspassage im europäischen Stil

Riesenrad bei Palette Town

2015 habe ich bei meinem Tokio Besuch auch das Riesenrad in Palette Town ausprobiert. Hier kann man zwischen zwei verschiedenen Kabinentypen wählen. Die einen Kabinen sind die sogenannten Regenbogen Kabinen welche im unteren Bereich bunt angemalt und optisch geschlossen sind. Es gibt aber noch einen zweiten Kabinentyp, und zwar eine Glas Kabine bei dem auch der Boden verglast ist.

Japanisches Badehaus

Ein Dorf aus der Edo Zeit

Das zweite Ziel am heutigen Tag, das Ooedo Onsen Monogatari, sollte ein Replikt eines Dorfes aus der Edo Zeit sein, so beschrieb es mein Reiseführer. Allerdings fand ich kein Dorf, sondern ein japanisches Badehaus vor. Doch dies wusste ich erst, nachdem ich mich entschloss in den Bereich zu gehen. Das Ganze spielte sich wie folgt ab:

Außenbereich mit Fußmassagebecken des Ooedo Onsen Monogatari in Odaiba in Tokio

Außenbereich mit Fußmassagebecken

Umziehen im Badehaus

Ich betrat eine Raum, in dem ich meine Schuhe ausziehen und in einen Schrank einschließen musste. Anschließend gin ich zu einem Empfangsschalter und erhielt ein Schlüssel mit einem Band und einem Strichcode. Danach durfte ich mir an einem zweiten Schalter einen Yukata, (einen leichten japanischen Mantel) und ein Band aussuchen. Mit diesen ging ich in einen Umkleidebereich, wie man in hierzulande auch aus Schwimmhallen kennt.

Mein erster Yukata

Auf einem Schild stand wie man den Yukata anlegt. Dazu muss man sich bis auf die Unterwäsche ausziehen, den Mantel überstreifen und mit dem Band zubinden. Meine Sachen verstaute ich im Schrank. Zusätzlich wurde ich darauf hingewiesen, dass ich kein Geld mit in den Badebereich nehmen soll. Übrig hatte ich nur noch eine Tüte mit einem Pulver, wahrscheinlich zum Reinigen. Doch da bin ich mir nicht richtig sicher.

Imbissbuden im Badehaus

Japanisches Bad Ooedo Onsen Monogatari in Odaiba in Tokio

Japanisches Bad Ooedo Onsen Monogatari

Anschließend befand ich mich in dem im Touristenführer beschriebenen Nachbau des alten Dorfes. Hier gab es jede Menge Imbiss- und Verkaufsstände und, wie es sich für ein altes japanisches Dorf gehört, eine kleine Spielothek :). Die Gäste im Badehaus waren meistens sehr jung und vor allem Frauen. Ich schlenderte ein bisschen umher und entdeckte anschließend einen Außenbereich. Hier gab es ein Wassermassagebecken, welches aus einer Art Bachlauf mit jeder Menge Steinen bestand.

Pediküre von Fischen

Fischpeeling-Becken im japanschichen Bad Ooedo Onsen Monogatari in Odaiba in Tokio

Fischpeeling-Becken im japanschichen Bad Ooedo Onsen Monogatari

Im Außenbereich fand ich zudem ein Fischpedikürebecken, bei dem Fische einem die Füße sauber schleckern. Das Fischpeeling testete ich aus, aber den Badebereich mied ich, da ich nicht wusste wie man sich hier verhält und nicht unangenehm auffallen wollte. Hinweisschilder, dass dies nicht tolliert wird, gab es genügend. So ist es untersagt mit Tätowierungen und angetrunken in das Badehaus zu gehen.

Bezahlen im Badehaus

Über den Strichcode auf dem Band wurden alle Dinge die ich durchführte, wie die Fischpediküre, sowie mein Essen abgespeichert. Dies bezahlte ich beim Verlassen des Bades.

Diver City und die Gundam Figur

Gundam Figur vor Einkaufszentrum DiverCity Tokyo Plaza in Odaiba in Tokio

Gundam Figur vor Einkaufszentrum DiverCity Tokyo Plaza

Als Nächstes lief ich entspannt und ausgeruht zu der lebensgroßen Gundam-Figur, die ich schon auf anderen Bildern gesehen habe. Dabei handelt es sich um einen Roboter aus einem Anime, der vor dem Einkaufskomplex Diver City Tokio Placa steht.

Im Diver City Tokyo Plaza gibt es zwei Restaurantebenen, eine in der zweiten Etage die man sofort erreicht wenn man bei der riesigen Gundam Figur das Einkaufszentrum betritt, und eine in der sechsten Etage. Ich kann nur empfehlen die Restaurants in der sechsten Etage zu besuchen da sie meiner Meinung nach die bessere Auswahl haben.

Hello Kitty Fans finden zudem in der 2. Ebene einen Hello Kitty Store in Diver City.

Auf der 7 Etage gibt es zudem auf dem Dach, meiner Meinung nach, noch ein verstecktes Highlight, eine Skater Arena. Von dieser hat man einen schönen Blick hinüber zum Fuji TV Hauptquartier und zur Rainbow Bridge. Wie mir der Betreiber der Anlage berichtete spielen hier Abends auch Bands während die Skater auf dem Dach des Diver City Tokio Plaza skaten.

Gundam Merchandising

In der 7. Etage in dem Einkaufszentrum gibt es ein Gundam Museum und einen eigenen Gundam Store. Den Store kann man kostenfrei besuchen, für das Museum muss man aber Eintritt bezahlen. Ein Gundam Café findet man neben der großen Gundam Figur.

Panorama von Odaiba in Tokio mit Fuji TV Hauptquartier und Riesenrad

Panorama von Odaiba in Tokio mit Fuji TV Hauptquartier und Riesenrad

Rainbow Bridge und Freiheitsstatue

Die Rainbow Bridge die große Hängebrücke führt von Odaiba nach Shimbashi. Es gibt auf der Brücke eine Fußgängerpromemande und zwar einmal nördlich und einmal südlich auf der Brücke. Die Promenade ist jedoch nicht ganztägig geöffnet, dafür aber kostenfrei.

Panorama von Tokio von der Rainbow Bridge in Odaiba

Panorama von Tokio von der Rainbow Bridge in Odaiba

An einer Stelle sowie an den beiden Enden, kann man von der Nordseite auf die Südseite wechseln. Eine Wegstrecke ist ungefähr 1,5 Kilometer lang. Ich kann nur sagen, es lohnt sich. Der Ausblick ist von beiden Seiten gigantisch, sofern das Wetter schön ist. Auf der Nordpromenade sieht man die Skyline von Tokyo samt den Skytree und den Tokyo Tower. Auf der Südseite das markante Fuji TV Haptquartier und die Hochhäuser von Odaiba.

Panorama von Odaiba in Tokio mit dem Fuji TV Hauptquartier

Panorama von Odaiba in Tokio mit dem Fuji TV Hauptquartier

Möchte man die Rainbow Bridge allerdings in ihrer vollen Pracht erleben, sollte man die Fußgängerpromenade vor dem Einkaufszentrum Aqua City besuchen wenn es dunkel ist. Dann tummeln sich vor der Brücke mehrere beleuchtete Ausflugsschiffe die man von der Promenade aus sehr gut sehen kann. Das Lichtspiel auf dem Wasser ist von dieser Stelle einmalig.

Hinweis: Wer zeitig shoppen gehen möchte, wird in Tokio meistens enttäuscht werden. Zum Beispiel öffnet das Einkaufszentrum Aqua City öffnet erst ab 11Uhr. Das ist mir auch bei anderen Einkaufszentren aufgefallen. Also nicht wundern, wenn man zeitig startet und dann vor verschlossenen Türen steht.

Auch die Freiheitsstatue kann man von der Promenade aus sehr gut sehen. Wie mir auffiel ist diese Stelle auch eine beliebte Fotostelle. Im Übrigen wird die Freiheitsstatue angeleuchtet wenn es dunkel ist.

Fuji TV Hauptquartier

An einem Freitag Abend habe ich gesehen das am Fuji TV Hauptquartier eine Licht-Sound Show gezeigt wird. Dabei werden die Fenster mit verschiedenen Farben illuminiert und das ganze mit Musik untermalt.

Inwiefern diese Show jeden Tag gezeigt wird kann ich nicht sagen. Aber vielleicht hast du ja die Info für mich.

Spielhallen in Odaiba

Was mir besonders in Odaiba auffiel war, dass es in jedem Einkaufszentrum eine riesige Spielhalle gibt. Wer bei seinem Tokyo Besuch eine Vielzahl an verschiedenen Spielautomaten sehen möchte dem kann ich nur empfehlen die Einkaufszentren in Odaiba abzulaufen.