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Wenn du in Tokio bist, solltest du unbedingt einen Tagesausflug nach Yokohama planen. Die Stadt mit ihren rund 3 Millionen Einwohnern befindet sich im Süden von Tokio und grenzt an diese nahtlos an. Yokohama war die erste Stadt, die nach der Öffnung von Japan einen Hafen für ausländische Schiffe bot. Dadurch bildete sich hier eine große internationale Gemeinschaft von denen viele alte Gebäude auch heute noch erhalten sind. Und noch ein weiteres Highlight erwartet dich in Yokohama, die größte Chinatown in Japan. In diesem Beitrag zeige ich dir, was du an einem Tag in Yokohama machen kannst.

Bild: Hafen mit Booten in Yokohama

Ein wirklich nur kleiner Teil des Hafenbeckens.

Anfahrt nach Yokohama

Da Yokohama einer der größten Städte ist, die sich im Großraum Tokio befindet, ist diese Stadt auch sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden.

Am einfachsten kommst du vom Bahnhof Tokyo nach Yokohama. Hier hast du gleich mehrere Möglichkeiten mit einer der verschiedenen JR Lines zu fahren. Unter anderem fahren nach Yokohama die

  • JR Keihintohoku Line
  • JR Tokaido Line
  • JR Yokosuka Line

Für die Strecke musst du etwas weniger als 500 Yen bezahlen. Die Fahrtzeit beträgt je nach Linie zwischen 30 bis 40 Minuten, also für japanische Verhältnisse ein Katzensprung.

Mein Hinweis: Im Übrigen kannst du auch in Yokohama am einfachsten mit der Pasmo-Card mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Bild: Japanisches Mädchen fotografiert Tulpen in Yokohama

Blumen gehören zu den Lieblingsmotiven von Japanern. Wenn es irgendwo blüht, sieht man meistens auch einen Japaner mit einer Kamera.

Sehenswertes in Yokohama an einem Tag

Yokohama wirkte auf mich sehr futuristisch. Die Stadt hatte zum Beispiel in der Nähe des Bahnhofs auf dem Weg zum Landmark Tower mehrere Straßenlampen die durch Solar und einem Windrad ihren Strom erhielten und scheinbar noch weiteren Strom generierten.

Auf meinem Tagesausflug habe ich mir folgende Sachen in Yokohama angesehen.

  • Yokohama Landmark Tower
  • Queen’s Square Yokohama
  • Yokohama World Porters
  • Yokohama Red Brick Warehouse
  • Yamashita Park
  • NYK Hikawa maru
  • Marine Tower Yokohama
  • Yokohama Chinatown

Die gesamte Tour bin ich in dieser Reihenfolge vom Bahnhof Yokohama nach Chinatwon immer am Pier, der Hafenanlage entlang gelaufen. Für die Strecke von rund 10 bis 12 Kilometer benötigte ich rund 7 Stunden. Danach hatten ich so viele Impressionen getankt, dass ich erstmal eine Pause brauchte.

Mein Tipp: Lass dir auf der Tour durch Yokohama unbedingt Zeit. Auch wenn die Strecke von 10 bis 12 Kilometer nicht viel klingt, du wirst es in den Füßen spüren. Die Strecke zieht sich und es gibt so vieles was du dir hier auch sonst noch ansehen kannst, wie zum Beispiel das Cup Noodles Museum, welches ich nicht mehr geschafft habe.

Bild: Straßenlampen mit Solar und Windrad

In Yokohama habe ich diese Straßenlampen gesehen, die mit Strom durch Sonne und Wind versorgt werden.

Yokohama Landmark Tower

Das erste Ziel war für mich der Yokohama Landmark Tower. Dieser befindet sich in einem größeren Kaufhaus, welches sehr prunkvoll aussieht. Den Tower kannst du nicht verfehlen, denn dieser scheint alle umliegenden Gebäude um Längen zu überragen.

Auf dem Weg dahin konnte ich einen Blick auf die neugebaute Anlage rund um den Tower werfen. Extrem saubere Fußwege mit einer Open-Air Ausstellung von urbanen Bepflanzungstechniken in einer Megacity in der Zukunft, lenkte mich dabei immer wieder von meinem eigentlichen Ziel ab.

Bild: Einkaufspassage im Yokohama Landmark Tower

Die Einkaufspassage im Yokohama Landmark Tower ist einfach nur prunkvoll. Sie zieht sich über mehr als 6 Etagen.

Den Eingang des Yokohama Landmark Tower ist gut versteckt, wenn du dich von der Mitte näherst. Dieser befindet sich nämlich auf der südlichen Außenseite des Gebäudes mit Ausgang in der 3. Etage.

Der Tower ist 295,8 Meter hoch. Die Aussichtsplattform, der Landmark Tower Sky Garden befindet sich auf einer Höhe von 273 Metern. Zu dieser fährst du mit dem derzeit schnellsten Fahrstuhl in Japan nach oben. Die Geschwindigkeit beträgt 750 Meter pro Minute (als Vergleich: Der Fahrstuhl im Skytree bewegt sich mit 600 Metern pro Minute)

Oben angekommen hast du einen 360 Grad Blick über Yokohama. Hierzu wirst du an jeder Ecke des Towers vier Eckpanoramafenster finden, welche dir diesen Blick über Yokohama ermöglichen.

Bild: Blick auf Yokohama vom Yokohama Landmark Tower

Der Blick auf Yokohama vom Landmark Tower gehört zum Pflichtprogramm, wenn du mal hier bist.

Mein Tipp: In einer der vier Ecken gibt es ein Illusionsbild, bei dem du auf einen Wolkenkratzersim stehst und dich an diesem festkrallen kannst, während du scheinbar in die Tiefe blickst.

Bild: Foto Yokohama 1993 und 2012

Dieses Foto, auf dem Yokohama 1993 und 2012 abgebildet ist, fand ich im Landmark Tower

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Geöffnet an 365 Tagen im Jahr von 10:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Erwachsene:1.000 Yen
Senioren:800 Yen
Schüler:500 Yen
Kinder:200 Yen

Queen’s Square Yokohama

Genau gegenüber des Yokohama Landmark Tower gibt es eine weitere Einkaufspassage, die sich in ihrem Aufbau von der des Landmark Tower gewaltig unterscheidet. Wirst du in der Landmark Tower Passage von scheinbaren Prunk erschlagen, fühlst du dich dagegen im Queen’s Square an eine Bahnhofshalle aus den 20ern erinnert.

Die Einkaufspassage hat weite Flächen, aber nicht so viele Etagen wie der Landmark Tower. Bist du ein Snoppy Fan, dann findest du hier einen Snoppystore. Zudem gibt es an der Außenseite ein Hardrock Cafe.

Bild: Einkaufspassage Queen’s Square Yokohama

Die Einkaufspassage Queen’s Square erinnerte mich sehr stark an eine Bahnhofshalle aus den 20zigern.

Yokohama World Porters

Weiter geht es an der ehemaligen Hafenanlage von Yokohama, an der sich eine Einkaufspassage nach der anderen an sich reiht. Hierzu querst du einfach den Platz vorbei an dem kleinen Freizeitpark mit seinem bekannten Riesenrad. Kurz darauf wirst du vor einer weiteren Einkaufspassage stehen, dem Yokohama World Porters.

Kleiner Tipp: Genau gegenüber des Yokohama World Porters ist das Cup Noddles Museum. Dieses besuchte ich aber nicht, da der Tag bereits vollgestopft war.

Bild: Kaufhaus Yokohama World Porters

Das Kaufhaus Yokohama World Porters von außen.

In der Einkaufspassage habe ich ein besonderes Highlight gesehen, eine Hawaii Einkaufsmeile oder kurz Hawaii Town. In dieser gibt es jede Menge Geschäfte und Restaurants, die nach Meinung der Japaner, typische Produkte aus Hawaii anbieten.

Kleine Info: Hawaii zählt zu eines der beliebtesten Reiseziele der Japaner. In nahezu jedem Reisebüro, welches ich sah, wurde für Hawaii geworben. Ein kurzer Geschichtsausflug hierzu: Bereits 1871 schloss Hawaii und Japan einen Handels- und Freundschaftsvertrag. Daraufhin nahm die USA die Inselgruppe in Besitz, weil sie eine japanische Annexion befürchteten.

Bild: Hawaiian Town im Yokohama World Porters

Hawaiian Town im Yokohama World Porters, solltest du auf jeden Fall mal besuchen.

Yokohama Red Brick Warehouse

Rund 100 Meter entfernt vom Yokohama World Porters wirst du auf eine weitere Einkaufspassage stoßen, der Yokohama Red Brick Warehouse. Diese Einkaufspassage hat sogar eine langjährige Geschichte, waren dies doch einmal Zollhäuser für die Waren aus Europa und den USA. Gebaut wurden die beiden Zollhäuser 1911 und 1913.

Bild: Yokohama Red Brick Warehouse

Das Yokohama Red Brick Warehouse war früher einmal ein Zollhaus für die ankommenden Waren in Japan.

Das große Kanto Erdbeben überstanden die beiden Gebäude nahezu ohne Schäden, da sie bereits über eine massive Eisenkonstruktion verfügten. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die beiden Gebäude von den Amerikanern genutzt und erst 1956 an die Japaner wieder zurück gegeben. Anschließend dienten die Gebäude bis 1989 weiter als Zollhäuser. Ein paar Jahre später erfolgte der Umbau der Häuser zu einer Einkaufspassage, der Yokohama Red Brick Warehouse. Diese wurde 2002 eröffnet.

Das Interessante an der Einkaufspassage ist natürlich der Aufbau im Inneren. Man hat hier bis nahezu unter die Decke den Platz optimal ausgenutzt. Schlendert man durch die Passage, quert man immer wieder Bereiche, die einen sofort an ein altes Lagerhaus erinnern. Um diese Tradition weiter zu pflegen, wirst du hier viele traditionelle Handwerker finden, die auch in der Passage 2k540 in Akihabara ein Geschäft haben.

Bild: Geschäft im Yokohama Red Brick Warehouse

Die Geschäfte im Yokohama Red Brick Warehouse fand ich besonders schick eingerichtet und dekoriert.

Yamashita Park & NYK Hikawa maru

Am Pier entlang, folgst du nun einfach weiter den Weg. Von einem Hochweg für Fußgänger, der scheinbar früher einmal eine Bahnstrecke war, kannst du das ehemalige Hafengelände gut überblicken. Man hat dieses wirklich komplett umgebaut und aus dem Hafenbereich eine Freizeitanlage erschaffen. Vom Hochweg wirst du auch noch ein paar alte Häuser, die scheinbar noch aus der Zeit kurz nach der Öffnung Japan stammten. Kurz dahinter erreichst du dein nächstes Ziel, den Yamashita Park.

Bild: Yamashita Park mit Marine Tower Yokohama

Vom Yamashita Park sieht man bereits sehr gut den Marine Tower.

Der Yamashita Park ist eine weitläufige, aber schmale Anlage, die sich entlang der Hafenanlage zieht. Im Frühjahr beteiligt sich Yokohama immer an einem Blumenwettbewerb. Und im Yamashita Park wirst du deswegen im Frühjahr herrliche Blumenbeete und Skulpturen, verziert mit Blumen betrachten können.

Cirka in der Mitte des Parkes im Hafenbecken siehts du ein Schiff, das NYK Hikawa maru. Die Hikawa Maru war früher in den 30zigern ein Passagierschiff, welches zwischen Japan und der USA verkehrte. Bekannt war das Schiff vor allem wegen der guten Küche an Bord. Heute ist es ein Museum, welches du dir ansehen kannst, wenn du dich für maritime Geschichte interessierst.

Bild: Blumenigel und Museumsschiff NYK Hikawa maru

Dieser große Blumenigel stand vor dem Museumsschiff NYK Hikawa maru, welches du im Hintergrund siehst.

Marine Tower Yokohama

Als Fan von hohen Aussichtspunkten, musste ich mir natürlich unbedingt auch den Marine Tower ansehen. Dies ist ein ehemaliger Leuchtturm der sich so ziemlich am Ende des Yamashita Parks auf der gegenüberliegenden Seite befindet. Den Tower kann ich dir nur empfehlen, sofern das Wetter schön ist, du nicht unter Höhenangst leitest und einen schönen Blick über das östliche Hafenbecken sowie den östlichen Teil von Yokohama genießen möchtest.

Im unteren Bereich des Marine Tower gibt es ein Cafe. Dieses kannst du auch besuchen, auch wenn du den Tower nicht besichtigen möchtest. Die Aussichtsplattformen des Marine Towers befinden sich in der 29. und 30.Etage. Auf der untersten Plattform gibt es zudem ein Glasboden, wie du diesen auch im Tokyo Tower oder Skytree in Tokio vorfindest.

Bild: Blick auf Yokohama vom Marine Tower Yokohama

Vom Marine Tower kannst du den östlichen Teil des Hafens gut überschauen.

Mein Hinweis: Wenn du die Treppe zwischen den beiden Plattformen benutzt, wirst du jede Menge vergoldete Tafeln sehen, die sich an der Wand befinden. Diese Tafeln kann man gut mit den Liebesschlössern in Europa vergleichen. Nur dass sie hier eben in einem Tower hängen.

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Geöffnet ist der Marine Tower Yokohama täglich von 10:00 bis 22:30 Uhr.

Erwachsene:750 Yen
Jugendliche:500 Yen
Kinder:250 Yen
Bild: Liebestafeln im Marine Tower Yokohama

Diese Liebestafeln habe ich im Marine Tower entdeckt. Die Innschriften sind dabei fast alle in lateinischer Schrift.

Yokohama Chinatown

Chinatown in Yokohama gehört, meiner Meinung nach, zum Pflichtprogramm, wenn du schon mal hier bist. Nicht nur weil dies die größte Chinatown in Japan ist. Sondern weil es hier wirklich viele Dinge zu entdecken gibt.

Bild: Buntes Tor in Yokohama Chinatown

Chinatown betritt man durch eines der vier Tore, welche den Bezirk eingrenzen.

Chinatown wirst du durch eines der vier großen Tore betreten, die sich am Eingang zu dem Viertel befinden. Die Tore für sich sind schon imposant, zumal sie dir eine neue Welt eröffnen werden. Dahinter wird es bunt und schrill, zum Teil sogar bunter als du es vielleicht aus Akihabara kennst.

Bild: Straße mit Tor in Yokohama Chinatown

Chinatown ist einfach nur bunt. Und an jeder Ecke kannst du was Neues entdecken.

Im Südosten kannst du dir den Masobyo Temple in dem Viertel ansehen. Dieser ist genauso gut versteckt wie der Emperor Guan’s Shrine, der sich ein bisschen westlich von Zentrum aus befindet. Beide Heiligtümer sind bunt und schrill, wie das umliegende Viertel. Ein flüchtiger Blick auf die Beiden reicht vollkommen aus.

Bild: Straßengeschäft mit bunten Holztieren in Yokohama Chinatown

Das Straßengeschäft in Chinatown fand ich interessant wegen der bunten Holzfiguren, die vor dem Laden standen.

Mein absoluter Favorit in Chinatown war jedoch das Essen, im Besonderen die chinesische Fleischklößchen am Spieß, auf japanisch Kushi. Diese gab es mit allen möglichen Füllungen, mit Fisch und Fleisch. Solltest du mal hierher kommen, kann ich dir deswegen nur empfehlen, nichts vorher zu Essen. Du würdest es ansonsten bereuen.

Bild: Chinesische Fleischklößchen in Yokohama Chinatown

Diese chinesischen Fleischklößchen waren besonders lecker. Ein Spieß kostete 500 Yen.

Mein Hinweis: In Chinatown gibt es sehr viele Wahrsager und Handleser. Als Ausländer wird man aber von diesen nicht behelligt, so dass man sich stattdessen in Ruhe deren Häuser ansehen kann.