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Wenn du in Tokio bist solltest du unbedingt einen Abstecher zum Zōjō-ji Tempel unternehmen. Meiner Meinung gehört dieser zum Pflichtprogramm, zumal du hier das älteste noch erhalten Gebäude aus der Edo-Zeit dir ansehen kannst. Zudem kannst du den Besuch des Tempels hervorragend mit weiteren Highlights wie dem Tokyo Tower, der Aussichtsplattform im WTC oder dem Kyu-Shiba-rikyu Garten verbinden.

Buddhafigur

Mönch Figur im Zōjō-ji Tempel

Anfahrt und Lage

Es gibt mehrere Möglichkeiten zu dem Tempel zu gelangen. Wenn du mit der Mita Line (Haltepunkt: I06) der Tokio U-Bahn bis zur Onarimon Station fährst, kannst du dir dort gleich das älteste noch erhalten Nordtor des Tempels ansehen. Bis zum Haupttor sind es dann noch rund 600 Meter.

Google Maps Karte Zojoji Tempel

Zum Vergrößern einfach auf die Karte klicken.

Mit der Asakusa Line (A09) oder der Oedo Line (E20) steigst du am Besten an der Daimon Station aus. Der Name der Station bedeutet Großes Tor und dieses wirst du durchqueren wenn du zum Haupttor läufst.

Sehenswertes im Zōjō-ji Tempel

Der Tempel ist riesig und durch den Tokyo Tower im Hintergrund ergibt sich hier ein wirklich spannender Kontrast des alten und modernen Tokio. Das Tempelgelände kannst du kostenfrei betreten. Für einige Teilbereich wird jedoch ein Eintritt verlangt. Darauf solltest du achten und nicht überall gleich reinstürzen.

Daiden Hondo Haupthalle mit Toyko Tower im Zōjō-ji Tempel

Imposant ragt der Toyko Tower hinter den Tempelgebäuden in die Höhe. Vom Tempel kommst du zu Fuß dorthin in wenigen Minuten.

Kyozo Tempel: Etwas abseits steht das Kyozo Tempelgebäude in dem du ein achteckiges Bücherregal mit Lehrreden (Sutras) von Buddha drehen kannst. Der Tempel wurde 1605 erbaut und ist das älteste Gebäude in Tokio. Leider musst du aber Glück haben, denn der Tempel ist nicht immer geöffnet.

Tokugawa Gräber: Die Reste der Tokugawa Gräber findest du hinter dem Haupttempel. für die Gräber wird ein Eintritt verlangt. Die Tokugawa Dynastie waren Begründer des Tempels im alten Edo um 1598. Damals ließ Tokugawa Ieyasu den Haupttempel der Jōdo-Schule nach Edo verlegen. Ursprünglich befanden sich die Gräber weiter nördlich an der Stelle an der heute das Tokyo Prince Hotel steht.

Tokugawa Gräber im Zōjō-ji Tempel

Ein Higlight im Tempel sind die Tokugawa Gräber der Shogun Ära in Japan.

Daibonsho Glocke: Im Tempelgelände wirst du auch eine große Glocke, Daibonsho, sehen. Diese gehörte zur Edo-Zeit zu den 3 großen Glocken. 1673 wurde sie fertig gegossen und läutet heute 2mal am Tag jeweils 6 Uhr und 18 Uhr.

Die Daibinsho, die Glocke des Tempels, wird 2x täglich geläutet.

Daimon Tor: Folgst du vom Haupttor des Tempels, dem Sangedatsumon, der Straße in Richtung World Trade Center, wirst du ein weiteres Tor, das große Tor Daimon sehen. Dieses überspannt die heutige Straße und gehörte ursprünglich auch zum Tempel. Das Gelände des Tempels reichte einmal bis hierhin. Es umfasste früher eine Fläche von 65 Hektar und bot Unterkünfte für 3.000 Mönchen.

Daimon Tor beim Zōjō-ji Tempel

Dieses Tor, das Daimon, wirst du außerhalb des Tempelgeländes in der Nähe der Daimon Station finden.

Mein Tipp: Im Frühjahr zur Kirschblüte wirst du in der Tempelanlage viele blühende Kirschbäume finden, ein idealer Spot für Fotos.

Infotafel des Zōjō-ji Tempels

Auf dieser Infotafel am Eingang des Tempels erhältst du einen ersten Überblick, was du auf dem Tempelgelände dir ansehen kannst.

Weitere Gebäude im Zōjō-ji Tempel

  • Daiden Hondo Haupthalle mit großem Bild des Amida Buddhas
  • Ankokuden Tempel erbaut von Ieyasu Tokugawa
  • Enkodaishido Tempel
  • Teikyo-an Teehaus der Prinzessin Kazunomiya
  • Kosyoden Halle
  • Zojo-ji Kaikan Halle

weitere Infos zum Tempel auf Englisch

Jizo Statuen im Zōjō-ji Tempel

Neben den Tempelgebäuden findest du mehrere Steinfiguren, Jizō-Statuen in einer Reihe. Viele von ihnen haben ein Windrad, welches einen einmaligen Anblick ergibt, wenn der Wind hier durchpfeift.

Jizo Statuen im Zōjō-ji Tempel mit roten Mützen

Jizo Statuen wirst du im Norden des Tempelgeländes ausreichend finden.

Jizo ist im japanischen Buddhismus ein Mönch, der die Seelen auf den Weg nach dem Tod in die Unterwelt begleitet. Viele Jizo Statuen stellen jedoch Kinder da. Diese Statuen stehen für die Seelen von Totgeburten, Fehlgeburten oder Abtreibungen. Jizo soll diese verlorenen Seelen finden und sicher in die Unterwelt bringen.

Deswegen wirst du in den meisten Tempeln Statuen finden, die mit Kindermützen und Babylätzchen geschmückt sind. Viele der Statuen beim Zōjō-ji Tempel haben zudem einen Moosüberzug, welches den Statuen ein sehr alten Anblick verleiht.

Jizo Statuen im Zōjō-ji Tempel mit grünen Moosmützen

Manche Jizo Statuen sind so alt, dass die ursprünglich roten Kappen in der Zwischenzeit vom Moos überwuchert sind.

Weitere Tempel und Schreine in Tokio:

Shiba Park beim Zōjō-ji Tempel

Rings um den Tempel gibt es verschiedene Parkanlagen, die zum Shiba Park gehören. Der Teil des Shiba Parkes im Süden des Zōjō-ji Tempel ist dabei der perfekte Fotospot für den Tokyo Tower. Ursprünglich gehörte das Gelände zum Tempel. Doch nach Brandanschlägen von Fanatikern zum Beginn der Meiji Ära im Tempel wurden diese Flächen von der neuen Regierung in die Parkanlage Shiba Park umgewandelt.

Panorama Zōjō-ji Tempel und Tokyo Tower

Der Zōjō-ji Tempel und der Tokyo Tower vom Shiba Park aus gesehen, bilden einen herrlichen Kontrast.

Unterhalb von dieser Parkanlage gibt es einen weitere kleinen Park mit einem Schrein. Die Wege in diesem Teil des Parkes ziehen sich einen Hügel hinauf, durch ein bewaldetes Gebiet. Auf dem Hügel befindet sich ein Denkmal und viele Raben, die den Hügel scheinbar bewachen.

Japanischer Schrein mit Tierfiguren

Diesen kleinen Schrein findest du in einem der Parks neben dem Zōjō-ji Tempel.

Einen weiteren interessanten Parkabschnitt findest du nordwestlich des Tempels oder unterhalb des Tokyo Towers. Dieser Park hat einen kleinen Wasserfall, dem Momiji Wasserfall. Die Anlage ist ein schöner Spot im Herbst, wenn die Herbstfärbung einsetzt. Ansonsten wirst du in dem Park viele weitere Jizo Statuen finden, die hier nahezu mystisch mit dem Park verwachsen sind.