Rund 15 Minuten Fahrminuten liegt die Insel Comino von der Küste Malta entfernt, welche man mit einer Fähre erreicht. Der Fährmann verlangt für diese Fahrt 10 Euro, wobei hier die Hin- und Rückfahrt inbegriffen sind. Dies ist auch verständlich, handelt es sich bei der Insel Comino doch nur um ein so kleines Island, dass sich hier freiwillig nur 4 Menschen langfristig aufhalten. Trotz der geringen Größe ist Comino einen Ausflug wert. Hierfür sollte man jedoch nicht allzu wenig Zeit einplanen. Stattdessen empfehle ich einen Aufenthalt von 3 bis 4 Stunden zu wählen, um einen Großteil der Insel erkunden zu können.

Mit der Fähre trifft man an der linken Seite der Küste ein. Dort befindet sich ein kleiner Hafen, der auch gerne als Sonnen- oder Badestrand genutzt wird. Etwas oberhalb von dem Anlegeplatz befindet sich das Toilettenhäuschen, für all diejenigen die zum Baden auf die Insel kommen oder denen bereits während der Überfahrt die Blase drückte. Ich empfehle jedoch einen Rundgang über die Insel. Kann man bei diesem doch die eine oder andere Besonderheit der Insel erkunden. Prinzipiell spielt es dabei keine Rolle in welcher Richtung man beginnt. Die Insel kann man in rund vier Stunden ganz bequem umrunden.

Scheinbar verlassene Ferienanlage auf Comino

Scheinbar verlassene Ferienanlage auf Comino

Das verlassen Hotel und die verlassene Ferienanlage

Hält man sich linker Hand und beginnt hier seine Umrundung, wird man bereits nach kurzer Zeit eine rosafarbene Hotelanlage entdecken. Nach den Auskünften von Ortsansässiges soll diese Anlage wieder in Betrieb genommen werden. Doch vermittelte die Anlage bei unserem Besuch nicht den Eindruck als ob dies in der nächsten Zeit der Fall sein würde.

Von der Anlage entfernt sich rechts ein schmaler Weg hinüber zur östlichen Spitze der Insel. Der Weg ist gesäumt von Steinhaufen in denen man Lampen eingelassen hat. Am Ende dieses Weges trifft man auf eine verlassene Ferienanlage, die wie eine Geisterdorf anmutet. Die Hinweise in der Anlage sind in englisch, französisch, italienisch und deutsch verfasst, weswegen wir davon ausgehen, dass es sich hierbei um eine international ausgerichtete Ferienanlage handelt. Die kleinen Wohnhäuser scheinen eingerichtet zu sein und auch ein Swimmingpool steht für zukünftige Gäste bereit. Nur befindet sich die Anlage in einem Zustand, welche eine baldige Vermietung an Gäste höchstwahrscheinlich ausschließt.

Im Norden von Comino findet man die Steiküsten

Im Norden von Comino findet man die Steiküsten

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Die alte Polizeistation und die kleine Kapelle von Comino

Folgt man von hier aus dem Pfad weiter der Küste entlang, kommt man an der Polizeistation und einer kleinen Kapelle vorbei. Ob die Polizeistation jemals wirklich besetzt war, dies können nur die Einheimigen beantworten. Dass dies in Zukunft vielleicht wieder nötig wird, zeigt ein Vorfall der sich wenige Tage vor unserem Eintreffen auf der Insel Comino ereignete. Dort kam es zwischen den beiden einzig extistierenden Fahrzeugen auf der Insel, welche von den vier Bewohnern der Insel benutzt werden, zu einem Zusammenstoß. Für die maltesische Tageszeitung war dieser Zusammenstoß eine Schlagzeile wert und man witzelte darüber, ob man auf der Insel nicht vielleicht eine Ampel installieren sollte.

Die alte Tierzuchtanlage von Comino

Die alte Tierzuchtanlage von Comino

Eine alte verlassene Tierzuchtanlage

Etwas hinter der Kapelle sieht man bereits ein paar Stromleitungsmaste. Folgt man diesen kommt man direkt zum nächsten Highlight der Insel, einer zerfallenen Tierzuchtanlage. Auch wenn ringsherum um die Anlage Hinweisschilder stehen, welche auf die Gefahr in der Anlage hinweisen, können wir nur aus eigener Erfahrung sagen, es droht in der Anlage kaum Gefahr. Natürlich sollte man sich immer behutsam in der Anlage bewegen, da sich Teile von der Decke oder den Dächern lösen könnten. Davon zeugen eingestürzte Überbauten, welche in den Gebäuden liegen.

Ansonsten befindet sich die Anlage in eine ziemlich guten Zustand. Man sieht hier alte Ställe, in denen höchstwahrscheinlich Kühe, Schweine oder Ziegen gehalten wurden. In einer anderen Ecke der Anlage findet man die Kläreinrichtung, die leicht abschüssig am Rande der Anlage untergebracht wurde. Mehreren Reihen von Häusern scheinen zudem Unterkünfte für die Arbeiter gewesen zu sein, wobei dies natürlich Mutmaßungen sind. Einzig einen Spint fanden wir noch in einen der Räume, in der sich auch ein alter Motor befand.

Die kleine Wehranlage auf Comino mit ihren Kanonen

Die kleine Wehranlage auf Comino mit ihren Kanonen

Eine alte Wehranlage mit mehreren Kanonen

Direkt unterhalb der alten Tierzuchtanlage findet man ein weiteres Highlight der Insel, eine alte Wehreinrichtung mit ein paar Kanonen. Diese Anlage wurde in den letzten Jahren für Touristen restauriert. In der Zwischenzeit kann man somit nicht nur die alten Kanonen bewundern, sondern auch einen Blick in die alten Garnisionsräume werfen. Ein Teil der Räume wurde zudem mit Infotafeln ausgestattet, so dass dem Besuchern ein paar zusätzliche Informationen in englischer Sprache geliefert werden.

Vor ein paar Jahren war diese Anlage noch gut versteckt gewesen. Man musste sich über einen schmalen Trampelpfad zu der Anlage vorarbeiten und durch Gebüsche schlagen, um überhaupt in den Innenhof zu gelangen. Dass man diesen Zustand beseitigte, zeugt davon, dass man auf Malta versucht die geschichtsträchtigen Anlagen wieder auf Vordermann zu bringen.

Die ehemalige Quarantänestation auf Comino

Die ehemalige Quarantänestation auf Comino

Weitere Infos zu Comino

Natürlich gibt es auf der Insel noch vieles mehr zu entdecken. Aber wie bereits erwähnt benötigt man dafür mehr als nur drei Stunden. Man kann sich zum Beispiel die Steilküsten etwas genauer ansehen, die sehr schöne Felsformationen aufweisen. Auch kann man an einer Stelle in der Nähe des St. Marys Tower auf eine der kleinen vorgelagerten Inseln gelangen und dieser einen Besuch abstatten.

Neben dem St. Marys Tower befindet sich ein nahezu verlassener Ort, die einem Kloster gleicht und bei der es sich um die alte Quarantänestation handelt. Auch diese ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Gleich dahinter findet man ein eingemauertes Areal, in dem Bäume wachsen, höchstwahrscheinlich eine Oase, die verhindern soll, dass die Winde die Erde davon wehen können. In der Mitte der Insel findet man zudem ein paar Bäume und eine interessante Flora mit weichen Gräsern. Alles Dinge, die man beim Betreten der kleinen Insel nicht erwartet.

Saftige grüne Flora auf Comino im Mittelteil der Insel

Saftige grüne Flora auf Comino im Mittelteil der Insel

Die Insel Comino – Was man unbedingt beachten sollte

Auf was man auf jeden Fall achten sollte ist die Abfahrtszeit der letzten Fähre. Auf der Hinfahrt erfährt man diese und man sollte hier nicht allzusehr bummeln. Als Richtlinie: Man benötigt ungefähr 45 Minuten von einem Ende der Insel zum anderen, wenn man zügig läuft. Für die komplette Umrundung sollte man rund 3 Stunden einplanen, ohne sich die Highlights genauer anzusehen. Der Fährmann zählte zudem bei unserer Überfahrt die Tickets, welche er verkauft hatte und welche bei der Rückfahrt eingelöst wurden. Wir gehen aus diesem Grund davon aus, dass er wahrscheinlich niemanden auf der Insel zurück lassen würde. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen.

Bei der Rückfahrt steuerte der Fährmann zudem noch einmal die verschiedenen Grotten von Comino an. Wollte man bereits auf der Hinfahrt von diesen ein paar Bilder schießen, hat man nun auf der Rückfahrt genügend Zeit dafür. Hierzu sollte man sich auf die linke Bordseite stellen.

Noch einen Hinweis zu Fähre, diese fährt nur an Tagen in denen die See ruhig ist. Sollte der Seegang einmal zu heftig sein, wird man vergeblich auf eine Fähre warten. Deswegen mein Hinweis, vorher auch mal die Windgeschwindigkeiten prüfen. Ab 20kmh kann es passieren, dass keine Fähre nach Comino fährt.

Halb vertrocknete Palmen in der Tierzuchtanlage auf Comino

Halb vertrocknete Palmen in der Tierzuchtanlage auf Comino