Eines der größten Geheimnise auf Malta sind die unzähligen Tempelanlagen, welche zum Teil über 7.000 Jahre alt sind. Neben diesen existieren diverse Höhlen und andere Stätten, die man immer noch nicht identifizieren konnte und nicht weiß, wie diese entstanden sind. Auch bei den für die Öffentlichkeit zugänglichen Anlagen, stehen die Archäologen immer noch vor einem Rätsel. Welche Kultur besiedelte 5.000 Jahre vor Christi diese Insel und warum verschwand sie?

Das Hypogeum auf Malta

Das Hypogeum wird als das Highlight von Malta angepriesen und zählt zum Weltkulturerbe, da es angeblich eine Verbindung der monolithischen Kultur zum Altertum darstellen soll. Leider ist der Besuch des Hypogäum stark eingeschränkt. Zum Ersten dürfen am Tag nur knapp 100 Besucher das Felsengewölbe besuchen und zum anderen handelt es sich bei der Tour um eine Geführte, die wenig Spielraum für individuelle Erkundungen zulässt.

Wer trotzdem einen Blick in die Katakomben wagen möchte, sollte unbedingt vorher seine Eintrittskarten über das Internet reservieren. Als wir Mitte Februar das Hypogeum besuchten waren die nächsten Karten bereits anderthalb Wochen im Voraus ausgebucht gewesen.

Bauliches Meisterwerk – Das Hypogeum

Insgesamt dauert die Tour durch das Hypogeum knapp 45 Minuten. Davon kann man rund 32 Minuten das Hypogeum auf der bereits erwähnten geführten Tour besichtigen. Über einen Sprachguide in der jeweiligen Landessprache und einem Führer wird man in die Geheimnisse des Hypogeum eingeweiht. Während der Tour tauchen jedoch einige Rätsel auf, die sicherlich auch noch nicht beantwortet werden können. Zwar weißt der Sprecher des Guides immer wieder darauf hin, dass man selber nicht weiß wie diese Hochkultur den Bau erschuf, trotzdem geht man davon aus, dass dies mit Stein und Knochenwerkzeugen vollbracht wurde.

Diese These entstand aus dem Nichtauffinden von Eisenwerkzeugen im Hypogeum. Ebenfalls wird behauptet, dass das Hypogäum nach einem kompletten Bauplan errichtet wurde und dies obwohl die Bauzeit mehrere hunderte Jahre dauerte.  Fraglich ist auch ob sich dabei die Erbauer wirklich den besagten Werkzeugen bedienten, zumal die baulichen Leistungen bei weitem besser sind wie die im Nachhinein in den Felsen getriebenen Zisternen, welche in unserer Zeitrechnung erschaffen wurden.

Weitere ungeklärte Fragen im Hypogeum

Zudem gibt es noch weitere Widersprüche auf der Tour. Eine Belüftungsanlage versorgt zum Beispiel die Besucher mit Sauerstoff, da ansonsten eine Anreicherung mit Kohlendioxid in den Kammern stattfinden würde, wie der Sprachguide erklärt. Dies ist auch einer der Gründe warum immer nur zehn Menschen die Höhle besuchen dürfen. Wie konnten aber die Erbauer die Räume erschaffen wenn sie unter denselben Problemen gelitten haben müssten?

Auch wurden im Hypogeum keine Russ-Spuren entdeckt, worauf man schließt, das Fackeln nur dort angebracht waren, wo sie die Räume ausleuchten sollten. Rechnet man jetzt noch den Sauerstoffverbrauch der Fackeln hinzu, würde der Bau des Hypogäum nach der gängigen Theorie doch eigentlich einem Suizid gleich kommen.

Zudem gibt es im Hypogeum noch eine weitere Besonderheit, was die Akustik betrifft. In einer bestimmten Ecke des mehrstöckigen Gewölbes muss man mit einer Stimme von cirka 110 Hertz sprechen, um seine Stimme im gesamten Hypogeum zu hören. Wenn man davon ausgeht, dass ein Gesamtplan vorlag, die Anlage jedoch nach und nach erst erweitert wurde, sollte man sich fragen wofür diese Akustik gut war.

Auch fand man in dem Hypogäum mehrere Knochen und rechnete aufgrund des Fundes von über 7.000 Menschen. Man geht davon aus, dass diese Menschen nach und nach hier unten bestattet wurden.

hypogeum
Modell des Hypogeum
Quelle: Wikipedia – Fotograf: Heiko Gorski

Anschrift, Eintrittspreise & Touren

Adresse des Hypogeum

Triq Ic Cimiterju
Raħal Ġdid PLA 1116
Malta

Malta Bus Haltestellen in der Nähe

Haltestelle: Nazarrenu
Linien: 83, X2, X3

Haltestelle: Ipogew
Linien: 81, 82, 84, 85, 88, 206, 210

Eintrittspreise

 

Erwachsene (18 – 59 Jahre)30.00 Euro
Jugendliche (12 – 17 Jahre)15.00 Euro
Senioren (60+ Jahre)15.00 Euro
Studenten15.00 Euro
Kinder (6 – 11 Jahre)12.00 Euro
Kinder unter 6 Jahren erhalten keinen Zugang zum Hypogeum

Touren

Die Touren finden täglich (Montag bis Sonntag) jeweils
09:00 Uhr, 10:00 Uhr, 11:00 Uhr, 13:00 Uhr, 14:00 Uhr und 15:00 Uhr statt.

Eintrittskarten kann man hier vorab reservieren.
booking.heritagemalta.org

Um 16:00 Uhr gibt es noch eine weitere letzte Tour pro Tag. Die Karten für diese Tour kann man am Tag zuvor an folgenden Orten erwerben:

  • Gozo Museum of Archaeology in Gozo auf Gozo
  • National Museum of Fine Arts in Valletta auf Malta

Sollte man einmal keine Karten erhalten haben, sind die Rabat Katakomben auf Malta eine gute Alternative zum Hypogeum. Zwar wird man in den Katakomben von Rabat weniger mystische Sachen vorfinden, dafür hat die Stadt Rabat gleich mehrere Katakomben.

Weitere Malta Megalith Sehenswürdigkeiten und andere Mysterien

Die Höhle Ghar Dalam auf Malta

Eines der wirklich spektakulärsten Funde auf Malta wurde in der Höhle von Ghar Dalam entdeckt. Hier fand man Kochen von verschiedenen Tieren, darunter die Knochen von Elefanten und Nashörnern. Natürlich gibt es für diese Funde eine ganz profane Erklärung. Laut den Aushängen in dem Museum von Ghar Dalam kann es sich nur um eine Übersiedlung dieser Tiere handeln, als sie vor den Eismassen der letzten Eiszeit flohen. Malta befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits an der heutigen Stelle und die Tiere müssten dementsprechend vom europäischen Festland zur Insel geschwommen sein. Dies soll vor cirka 130.000 Jahren geschehen sein. Erstaunlich ist nur, die Knochen stammen nicht von Mammuten, sondern von afrikanischen Elefanten.

Die Höhle weißt an sich keine weiteren Besonderheiten auf. Mann kann diese individuell und ohne Führung besichtigen. Allerdings endet die kleine Tour abrupt, da der hintere Teil der Höhle vom Einsturz gefährdet ist. Dadurch bekommt man im vorderste Teil nur ein paar Stalagmiten und Stalaktiten zu sehen und wird durch die wenigen Schilder auf die einzelnen Fundorte hingewiesen.

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Die Höhle Ghar Dalam

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Höhlenhighlight Stalagmiten und Stalaktiten

Eigene Überlegungen: Sofern man die offiziellen Ausführungen kritisch hinterfragt, erhält man jede Menge Fragen zu den Anlagen. Neben diesen hier Erwähnten, gibt es zudem noch weitere, welche jedoch nicht immer geöffnet sind. Sicherlich ist ein Besuch dieser restlichen Tempel auch von wichtiger Bedeutung, wenn man sich ein umfassendes Urteil bilden möchte. Ich möchte an dieser Stelle wirklich keine wilden Hypothesen aufwerfen, da mir viele Informationen fehlen. Doch wenn man sich die große Anzahl an Tempelanlagen ansieht, den Zeitraum mit einrechnet und dazu die Tierknochen nicht vergisst, wäre eine Nachforschung sinnvoll, ob es sich bei Malta nicht vielleicht auch um das sagenumwobene Atlantis handelt. Man weiß von vielen Erdbeben, welche die Insel Malta erschütterte und kennt die natürliche Verwerfung, die die Insel durchzieht. Welche Katastrophe die Kultur von Malta vor 7.000 Jahren dazu zwang die Insel zu verlassen oder von dieser sogar vernichtet wurde, ist dagegen unbekannt. Denkt man zudem noch an die unerforschten Cart Ruts, ein weiteres Geheimnis von Malta, spürt man, wie viele Geheimnise auf dieser Insel noch nicht ans Tageslicht geholt wurden und wie wenig wir über Malta eigentlich wissen.