Nahezu im Zentrum von Malta, liegt die alte Hauptstadt der Insel, Mdina mit ihrem Vorort, der Stadt Rabat. Bei Mdina handelt es sich um die schönste Stadt auf Malta, welche du unbedingt besuchen solltest. In der Stadt Rabat, die ehemals tatsächlich ein Vorort von Mdina war, kannst du dir zudem viele alte Grabanlagen aus römischer Zeit ansehen. 10 Sehenswürdigkeiten und alles weitere, was du für diesen Ausflug hierhin wissen solltest, verrate ich dir in diesem Beitrag.

Wenn du Mdina oder Rabat besuchen möchtest, solltest du dafür maximal einen halben Tag einplanen. Informiere dich vorab unbedingt, wann welche Sehenswürdigkeiten geöffnet sind. In beide Städte kommst du von nahezu überall von der Insel sehr gut mit den Öffentliche hin. Nahezu alle Buslinien, die vom Norden in den Süden fahren, halten auch hier.

Der kleine Busbahnhof von Mdina und Rabat, heißt Rabat. Er befindet sich südlich der Stadtmauern von Mdina und oberhalb von Rabat. Hier mal eine Übersicht der wichtigsten Buslinien die hier halten:

Buslinien: 50, 51, 52, 53, 56, 109, 181, 182, 186, 201, 202, X3

Kathedrale St. Paul in Mdina

Die Kathedrale von Mdina solltest du dir auch unbedingt von Innen ansehen.

Mdina

Mdina wurde während der Besetzung der Phönizier, in der Bronzezeit gegründet. Damals wählte man diesen Standort aufgrund seiner günstigen strategischen Lage. Diesen wirst du sofort erkennen, wenn du von der Nordseite der Stadt auf die Ebene, bis nach Valletta, blickst.

Die mächtigen Stadtmauern, welche die Stadt heute umzäunen, stammen aus der Zeit der Römer. Diese befestigten Mdina und Teile des Vororts Rabat. Während der Besatzungszeit von Malta durch die Araber, wurden diese Stadtmauern auf ihre heutige Form angepasst.

Luftaufnahme mit Blick auf Mdina

Mdina war einmal eine Stadt, die man gut verteidigen konnte, wie du auf dieser Luftaufnahme siehst. | Foto von: R Muscat, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Erst während der Besetzung von Malta durch die Johanniter, verlor Mdina an Bedeutung. Unter ihnen wurde die Stadt nur noch als Adelssitz genutzt. Viele der Häuser, die du heute hier siehst, zeugen von dieser Zeit. Aus dieser Zeit stammt auch die Kathedrale St. Paul, die heute das Zentrum von Mdina dominiert.

Mdina hat heute nur noch eine touristische Bedeutung. Die Anzahl der Menschen, die hier noch leben, übersteigt nicht einmal mehr die Zahl 300. Zum Vergleich, in der Blütezeit lebten hier einmal über 1.000 Menschen. Dementsprechend ruhig geht es hier zu.

Wenn du dir die ehemalige Hauptstadt ansehen möchtest, muss du deswegen nicht viel Zeit einplanen. In rund 1 bis 2 Stunden solltest du alles gesehen haben, sofern du keine größeren Museumsbesuche planst.

Gasse in Mdina

In den Gassen von Mdina wirst du viele kleine Highlights entdecken.

Sehenswürdigkeiten in Mdina

Die Anzahl der wirklichen Sehenswürdigkeiten, hält sich in Mdina in Grenzen. Die Stadt ist für sich eine Sehenswürdigkeit. Jedoch wirst du sehr schnell, vom einem zum anderen Ende gelangen. Vom südlichen Stadttor bis zum nördlichen Aussichtspunkt sind es gerade einmal 350 Meter.

Übersicht der Sehenswürdigkeiten von Mdina

Sehenswürdigkeit Öffnungszeiten Eintritt
Altstadt rund um die Uhr kostenfrei
Main Gate mit Garten 08:00 – 20:00 Uhr kostenfrei
Kathedralmuseum St. Paul 09:30 – 16:30 Uhr
(So. geschlossen)
10 Euro
(Ticket gilt für Kathedralmuseum & Kathedrale)
Kathedrale St. Paul 09:30 – 16:30 Uhr
(So. geschlossen)
10 Euro
(Ticket gilt für Kathedrale & Kathedralmuseum)
Palazzo Falson House 10:00 – 16:30 Uhr 10 Euro
Blick auf die Ebene von Malta von Mdina

Vom Aussichtspunkt auf Mdina, kannst du bis hinüber nach Valletta sehen.

Altstadt mit Aussichtspunkt: In den Gassen der Altstadt von Mdina kannst du in die Vergangenheit eintauchen. Die alten Gebäude, engen Gassen und verwinkelten Wege sind typisch für die damalige Zeit. Bist du im Sommer auf Malta, wirst du hier durch die hohen Mauern, viel Schatten vorfinden. Am nördlichen Ende gibt es des Weiteren noch eine Aussicht, welche atemberaubend ist. Hast du Zeit, schaue dir Mdina unbedingt am Tag und wenn die Sonne untergegangen ist an. Zu beiden Zeit verbreitet Mdina dann jeweils eine andere Stimmung.

Mdina Main Gate mit Garten: Vor ein paar Jahren war das Stadttor von Mdina noch ein verlassener Ort. Seitdem dieses aber Drehort für die Serie “Game of Thrones” war, ist es am Tag von Touristen belagert. Willst du dir dieses in Ruhe ansehen, sei deswegen früh am Morgen oder am späten Nachmittag hier. Die neu angelegte Parkanlage, die sich direkt unterhalb der Brücke beim Stadttor befindet, lädt zudem zu einem gemütlichen Spaziergang ein.

Main Gate von Mdina am Abend

Mdina ist auch am Abend schön beleuchtet, wie du hier am Main Gate siehst.

Kathedrale, Kathedralmuseum & Palazzo

Es gibt in Mdina mehrere historische Gebäude und viele Museen. Die meisten Museen der Stadt sind aber mehr auf Unterhaltung als dem Vermitteln vom Wissen ausgerichtet. Deswegen habe ich dir hier mal 3 Objekte aufgelistet, die sehenswert sind und in denen du keine Show erwarten brauchst.

  1. Kathedralmuseum St. Paul: Dieses Museum befindet sich in einer 2stöckigen Villa. Das Gebäude gehört zur Kathedrale, da es ursprünglich zur Ausbildung von Seminaristen für die katholische Kirche diente. Deswegen gilt das Ticket, welches du hier kaufen musst, sowohl für die Kathedrale als auch für das Museum. In dem Museum kannst du dir viele Gemälde, Reliquien und Kunstgegenstände ansehen, sowie eine größere Münzsammlung. In einem extra Raum findest du zudem Gemälde und Holzschnitte von Albrecht Dürer.
    Webseite: metropolitanchapter.com/mdina-cathedral-museum/
  2. Innenansicht Kathedrale St. Paul in Mdina

    Das Innere der Kathedrale überwältigt einen, wenn man das erste Mal hier ist. | Foto von: Cosal, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

  3. Kathedrale St. Paul: Im Vergleich zu den einfachen Verzierungen in den Gassen von Mdina, wirst du in der Kathedrale von kunstvollen Arbeiten überrascht werden. Schon allein die Fußbodenplatten aus Marmor erzählen jede für sich eine eigene Geschichte. Hinzu kommen die mit Gold aufwändig gestalteten Wände und Decken, die mit üppigen Gemälden versehen sind.
    Webseite: metropolitanchapter.com/mdina-metropolitan-cathedral/
  4. Palazzo Falson historic House Museum: Eines der gut versteckten Juwels von Mdina ist diese Villa, die von der Familie Falson jahrzehntelang bewohnt war. Rund 45 Minuten solltest du dafür einplanen, wenn du das Haus besichtigen möchtest. Im Eintrittspreis ist ein Audioguide inbegriffen, sodass du in jedem Raum mehr zum Leben der Bewohner des Palazzo erfährst. Du bekommst hier einen guten Einblick in das Leben der früheren “High Society” und wirst dich in manchen Räumen zurückversetzt fühlen, in die Zeit der Kreuzritter.
    Webseite: palazzofalson.com
Lampe und Hausstatue in Mdina

Die Gassen von Mdina stammen aus einem anderen Jahrtausend, wie du sehen wirst. Alles ist um einiges enger, als heutzutage gebaut werden würde.

Rabat

Rabat kann auf eine rund 2.000 Jahr alte Geschichte zurückblicken. Davon zeugen nicht nur die alten römischen Gräber, sondern auch die Überreste einer römischen Villa, welche man hier gefunden hat. Die Stadt, die ehemals der Vorort von Mdina war, ist heute um einiges größer als die ehemalige Hauptstadt Mdina.

Doch auch wenn hier in der Zwischenzeit mehr Menschen leben, als in Mdina, wirst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt schnell absolviert haben. Einzig die Wege zwischen diesen sind etwas länger als in Mdina. Die am südlichsten gelegene Sehenswürdigkeit von Rabat sind die St Paul’s Catacombs. Diese sind rund 650 Meter vom Busbahnhof entfernt.

Innenhof der Casa Bernard in Rabat

Die Casa Bernard kannst du nur mit einer Führung besichtigen. | Foto von: Continentaleurope, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Übersicht der Sehenswürdigkeiten von Rabat

Sehenswürdigkeit Öffnungszeiten Eintritt
Römische Villa 10:00 – 16:00 Uhr
(Do., Sa. & So.)
6 Euro
Casa Bernard 10:00 – 16:00 Uhr
(So. geschlossen)
8 Euro
Kollegiatkirche St. Paul 10:00 – 16:00 Uhr kostenfrei
Wignacourt Museum 09:30 – 17:00 Uhr 5 Euro
St Paul’s Catacombs 10:00 – 16:30 Uhr
(Do.-So.)
6 Euro

Römische Villa: Diese alte Villa, welche früher von römischen Aristokraten bewohnt wurde, fand man per Zufall 1881. Es war zudem das erste historische Objekt auf Malta, welches man vor äußeren Witterungseinflüssen schützte. In dem Museum kannst du dir römische Mosaikböden ansehen und natürlich mehrere Ausstellungsstücke aus dieser Zeit.
Webseite: heritagemalta.org/domvs-romana/

Casa Bernard: Diese Villa aus dem 16. Jahrhundert wird heute privat unterhalten. Deswegen kannst du sie dir auch nur mit einer Besichtigung ansehen, die während der Öffnungszeiten zu jeder vollen Stunden stattfinden. Die Villa wurde nahezu originalgetreu restauriert, sodass du in dieser einen Einblick in das Leben der Edelleute von Malta erhältst. Planst du was Ausgefallenes, kannst du im Übrigen auch die Villa für besondere Anlässe mieten.
Webseite: casabernard.eu

Gasse in Rabat nach Regenschauer

Auch in Rabat wirst du viele enge Gassen finden, die im Sommer sogar mit Pflanzkübeln von den Einheimischen begrünt werden.

Gebäude mit Katakomben in Rabat

In den folgenden 3 Objekten kannst du dir Katakomben aus der römischen und christlichen Zeit ansehen. In allen Objekten findest du Grabkammern aus dieser Zeit.

  1. Kollegiatkirche St. Paul mit Grotte: Das Besondere an dieser Kirche sind die darunter befindlichen alten römischen Gräber. Diese befanden sich in der Römerzeit an der äußeren Peripherie der Stadt Mdina. Später wurde dann auf einen Teil der Grotte die Kirche errichtet. Heute kannst du dir diese Grotte ansehen und gleichzeitig das Innere der Kirche bewundern. Beachten solltest du aber, es gibt für die Kirche keine offiziellen Öffnungszeiten.
    Webseite: sanpawl.rabatmalta.com
  2. Katakomben in Rabat

    Wenn es etwas in Rabat in jeder Menge gibt, dann sind dies Katakomben. Diese sind zum Teil über 2.000 Jahre alt. | Foto von: Continentaleurope, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

  3. Wignacourt Museum: Ursprünglich war diese Barockresidenz die Unterkunft des Kaplans der Johanniterritter auf Malta. Heute findest du in diesem ein Museum mit einem unterirdischen Labyrinth. Das Labyrinth wurde dabei in den verschiedenen Jahrhunderten immer mehr erweitert. In punischer, römischer und später auch noch in christlicher Zeit, diente es als Grabkammer. Im 2. Weltkrieg wurde es zusätzlich um Schutzräume erweitert. In den darüber liegenden Räumen kannst du dir unter anderem einen Altar ansehen, wie dieser auf den Galeeren des Malteserordens verwendet wurde.
    Webseite: wignacourtmuseum.com
  4. St Paul’s Catacombs: Die Katakomben von St. Paul lohnen sich wirklich nur für dich, wenn du dir die anderen Katakomben noch nicht angesehen hast. Ansonsten kann es passieren, dass du dich hier langweilen wirst. In der Anlage siehst du, wie auch in den anderen Stätten in Rabat, Grabkammern die sowohl aus römischer, als auch christlicher Zeit stammen. Die Katakomben sind dabei überschaubar und haben als Highlight ein paar interessante Mosaikböden.
    Webseite: heritagemalta.org/st-pauls-catacombs/
Zugang zu den St Paul’s Catacombs in Rabat auf Malta

Über diese Treppe geht es in die St Paul’s Catacombs.