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Für nur 5 Euro kann man sich auf Gozo die älteste der gefundenen Tempelanlagen auf Malta ansehen. Nach Gozo gelangt man von Malta aus mit der Fähre und anschließend mit der Buslinie 322. Die Anlage befindet sich in Xaghra. Zukünftig kann man den Eingang zu den Tempeln direkt von der Bushaltestelle erreichen, da hier gerade ein neues Besucherzentrum entsteht.

Hinweis zu den Bustickets: Man sollte beachten, dass man auf Gozo immer ein neues Busticket kaufen muss. Selbst wenn man ein 7 Tage Bus Ticket von Malta hat, gilt dies nicht für die Nachbarinsel.

Die Tempelanlage besteht aus zwei Tempeln, wobei der Kleinere später entstanden ist. Was gleich zu Beginn auffällt sind jedoch die großen Ausmaße der Tempelwände, die hier noch erhalten sind. Im Vergleich zu den anderen vorhandenen Tempeln, erahnt man hier wie groß die Anlage wirklich gewesen sein muss. Ansonsten gibt es aber in der Anlage nicht viel mehr zu sehen, als auch bei den anderen Anlagen. Deswegen lohnt sich ein Besuch nur, wenn man unbedingt einen Blick auf diese Anlage werfen möchte.

Loch im Ggantija Tempel auf Gozo

Ein paar interessante Fakten zu dem Tempel Ggantija

Beide Tempel wurden vor ca. 5.800 Jahren, also um 3.200 vor Christus erbaut. Vor dem Tempel befindet sich eine künstlich angelegte Terrasse. Auf dieser fand man Keramikreste die aus einer Zeit stammten, nachdem der Tempel bereits fertig gebaut war. Neben der Anlage fand man zudem Hinweise auf eine Siedlung aus der Bronzezeit.

Das Haupttor des Tempels war ursprünglich ein Trilith. Dies bedeutet, es bestand aus drei Platten. Zwei dieser Platten standen aufrecht und die dritte Platte lag horizontal auf den beiden anderen Platten. Bei der Entdeckung des Tempels fehlte diese dritte Platte bereits. Man weiß aber von deren Existenz, da auf den beiden anderen Platten noch die Einkerbungen zu sehen sind.

Vor dem Haupteingang befindet sich eine große ovale Platte. Unter dieser Platte fand man in den 30ern die Hörner eines Stiers, Scherben von Schüsseln und eine Schale mit mehreren Muscheln. Unweit von dem Haupteingang liegen Steinkugeln, von denen man annimmt, dass man mit diesen die schweren Platten transportierte.

Ggantija Tempel auf Gozo

Die Insel Malta Sehenswürdigkeiten

In einige der Tore, die in den Tempel führen, sieht man kreisförmige Vertiefungen und Löcher. Man ist sich bei diesen Löchern nicht sicher wofür sie genutzt wurden. Man geht unter anderem davon aus, dass diese Löcher eine Tür hielten, mit denen man die Eingänge verschließen konnte. Was jedoch die Tore von den Rest der Anlage unterscheidet ist das Baumaterial. Dieses besteht aus dem weichen Globigerien Kalkstein, weswegen eine glatte Oberfläche möglich war.
Im Mittelteil des Tempels findet man mehrere Steinplatten, mit denen der Fußboden gepflastert wurde. Damit der Boden ebenerdig blieb schüttete man unter die Platten ein feines Steingemisch. Anschließend schlug man die Platten solange in den Boden, bis diese gerade lagen.

In manchen der Megalithen im Ggantija Tempel findet man Löcher, die es in dieser Form nirgendwo anders gibt. Man weiß nicht genau für was diese Löcher verwendet wurden, geht jedoch davon aus, dass man durch die Löcher hätte Seile verknoten können.

Weitere Malta Tempel Anlagen

Eine der Kammern des Ggantija Tempel besitzt einen flachen doppelten Boden. Aus früheren Unterlagen weiß man, dass unter diesem Boden erhebliche Mengen an Tonscherben und Tierknochen gefunden wurden. Ob es sich bei dieser Kammer aber um eine Opferkammer handelt, kann man nicht mit Sicherheit beantworten.

Mitte der 90er des letzten Jahrtausends, stützte man mehrere Wände der Tempelanlage mit Eisengerüsten ab. Dies wurde notwendig, da ein Teil der Anlage einsturzgefährdet war. Derzeit sucht man weitere Möglichkeiten die Anlage vor dem Zusammensturz zu schützen und gleichzeitig auf die Stahlkonstruktionen zu verzichten.

Übersichtskarte Sehenswürdigkeiten auf Malta

Auf dieser Karte findest du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Natur-Highlights, die du dir auf Malta ansehen kannst. Klick einfach auf die Karte um diese zu öffnen.