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Tief im Osten befindet sich einer der ersten Klettersteige der neuen Bundesländer, der Nonnensteig oder Jonsdorfer Klettersteig. Bereits 1994 schlugen die Zittauer Eisen in das Nonnenfelsenmassiv, um hier einen Via Ferrata, einen Eisenweg anzulegen. Dabei sollte man es schaffen, typische Segmente, die man aus den Alpen kennt, in diesem kleinen Felsszenario miteinander zu verbinden. Der Nonnensteig zählte 1994 zu den schwierigen Klettersteigen. Heute ist er ein hervorragender Einstieg für die Sachsen in die Klettersteigsaison.

Parken

Am einfachsten parkt man direkt in Jonsdorf auf dem großen Parkplatz. Hier haben wir bisher immer ein freies Plätzchen gefunden, egal wann wir den Klettersteig besuchten.

Die Parkgebühren sind 1 Euro für 2 Stunden (Stand 2015)

Mein Tipp: Man benötigt für den Klettersteig inkl. Eis essen und eine Runde gondeln cirka 3 Stunden. Will man sich die Umgebung noch etwas ansehen, dann sollte man noch eine Stunde beim Parken drauf buchen.

Mein Hinweis: Gleich am Parkplatz befindet sich eine kostenfreie Toilette, falls man nach einer längeren Anfahrt ein stilles Örtchen suchen sollte.

Blick auf den Nonnenfelsen in Jonsdorf in Sachsen

Direkt am Nonnenfelsen endet der Nonnensteig.

Der Nonnensteig

Zustieg

Der Nonnensteig befindet sich unweit vom großen Parkplatz in Jonsdorf entfernt. Nur rund 10 Gehminuten benötigt man vom Parkplatz bis zum Einstieg des Nonnensteig.

Man geht hierzu einfach an dem Gondelteich mit seinen gastronomischen Einrichtungen vorbei und folgt anschließend den Weg. An einer Gabelung geht es dann kurz nach rechts und anschließend gleich wieder nach links.

In der Zwischenzeit befinden sich an dem Weg auch einige Hinweisschilder zum Klettersteig.

Einstieg

Einstieg Klettersteig Nonnensteig

Der Einstieg am Klettersteig Nonnensteig in Jonsdorf ist eine Eisenleiter.

Eine ausgeklappte Eisenleiter ist der Hinweis dafür, dass der Klettersteig geöffnet ist. Die Eisenleiter ist auch der Einstieg des Nonnensteig.

Vor dem Einstieg befindet sich eine kleine Bank auf der man in Ruhe sein Klettersteigset anlegen kann.

1. Teilstück – Hängebrücke

Erstes Teilstück am Klettersteig Nonnensteig

Das erste Teilstück am Nonnensteig zieht sich schön in die Höhe. Hier kann man austesten ob man mit seinen Schuhen eine schöne Reibungsfläche hat.

Eins fällt bei dem Klettersteig sofort auf, er versucht die verschiedenen Elemente die man auch in den Alpen antrifft miteinander zu verbinden.

Zum Beginn geht es die Eisenleiter steil nach oben. Anschließend zwängt man sich durch eine Spalte oder klettert an dieser außen lang hinauf zu einer Hängebrücke.

Die Hängebrücke am Nonnensteig

Die Hängebrücke am Klettersteig wurde vor ein paar Jahren erneuert.

Die Hängebrücke, das erste Highlight des Klettersteig, quert man und folgt danach einen kleinen Bergpfad zum 2. Teilstück.

2. Teilstück – Luftiger Grad

Zweiter Abschnitt am Nonnensteig in Jonsdorf

Ab hier geht es erneut etwas hinauf, mit ein paar schicken luftigen Querungen

Am 2. Teilstück geht es erneut hinauf. Anschließend quert man zuerst den Felsen an einem Grad und muss diesen danach umrunden, um erneut hinauf zu steigen. An dieser Stelle hat man dann auch genügend Luft unter dem Hintern.

Danach befindet man sich auf einem kleinen Plateau. Von hier aus geht es erneut an einer Felswand entlang, diesmal aber in eine Spalte, die man ebenfalls queren muss, um an der anderen Seite erneut leicht auf das nächste Plateau hinauf zu steigen.

3. Teilstück – Überhang

Überhängende Schlüsselstelle im dritten Teilstück des Nonnensteig

Dies ist die überhängende Schlüsselstelle am Klettersteig.

Das 3. Teilstück beginnt mit einem leichten Überhang, der eigentlichen Schlüsselstelle des ganzen Klettersteig. An dieser Stelle gibt es zwar genügend Eisen in der Wand, aber trotzdem braucht man etwas Kraft, da man leicht überhängend gleich am Beginn seine Selbstsicherung umhängen muss.

Mein Tipp: Für absolute Anfänger mit etwas Höhenangst empfehle ich an dieser Stelle eine Expressschlinge mit der man sich mal schnell in den Eisenkrampen einhängen kann.

Nach diesem kurzen anstrengenden Aufstieg kann man wählen, ob man gleich in die dahinter befindliche Spalte quert oder das kurze Stück zum Gipfel hinauf klettert. Wer zum Gipfel hinaufsteigt findet dort auch das Gipfelbuch in dem er sich eintragen kann.

4. Teilstück – Seilbrücke

Abstieg am Nonnensteig in Jonsdorf

Der Abstieg am Nonnensteig zieht sich an einer steilen Felswand hinab

Anschließend geht es an einer schönen aber kurzen Steilwand hinab. Der Abstieg sieht dabei am Anfang gefährlicher aus, als er eigentlich ist. Man findet an der Wand immer wieder ausreichend natürliche Tritte und Griffe an denen man sich festhalten kann.

Kurz vor dem Ende kann man noch einmal wählen. Entweder man steigt ein paar Meter weiter zum Geländer hinab oder man wechselt hinüber zu der neuen Seilbrücke.

Seilhängebrücke am Klettersteig Nonnensteig in Jonsdorf

Dies ist die neue Seilhängebrücke am Ende des Klettersteig.

Mein Tipp: Wer es bis hierhin geschafft hat, sollte die Seilbrücke unbedingt mitnehmen. Diese ist am Ende wirklich nur noch ein schöner Abschluss.

Abstieg.

Vom Ausstieg geht man den Weg hinauf und folgt anschließend dem Zustiegsweg zum Nonnenfelsen zurück zum Einstieg des Nonnensteig

Weitere Infos

Kurzer Anstieg nach dem Einstieg am Nonnensteig

Kurz nach dem Einstieg klettert man auf freien Felsen nach oben.

Er könnte heute noch immer der östlichste Klettersteig Deutschlands sein, wenn nicht wenige Kilometer weit davon entfernt ein neuer Klettersteig der „Alpine Grat“ entstanden wäre. Sehr zur Freude der Fans der Eisenwege, denn dadurch lohnt sich auch ein kurzer Tagesausflug in diese Region, wenn man sich ausschließlich auf die Via Ferratas konzentrieren möchte.

Blick auf Jonsdorf vom Nonnensteig

Vom Nonnensteig hat man einen schönen Blick auf Jonsdorf

Klettersteighöhe

Mit seinen 80 Höhenmeter ist der Nonnensteig immer noch der höchste Klettersteig im Zittauer Gebirge. Und mit seinen beiden Hängebrücken der Spektakulärste im Raum Sachsen.

Schwierigkeit

Seilsicherungen am Nonnensteig in Jonsdorf

Die Seilsicherungen am Nonnensteig sind alle in einem sehr guten Zustand.

Ich würde den Klettersteig mit der Schwierigkeit 3 einstufen. Die Schlüsselstelle mit dem Überhang kann man aber auch zu einer 4 zuordnen, wenn ich diese Stelle mit dem überhängenden Aufstieg am Grandlspitz vergleiche.