Die Zwillingsstiege wird aufgrund ihres populären Nachbarn, der Häntschelstiege, eher stiefmütterlich behandelt. Dabei zählt diese Stiege zu den exponierten in der Sächsischen Schweiz, denn auf den ersten Höhenmeter schlängelt sie sich senkrecht an einer Felswand hinauf.

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Parkt man am Parkplatz “Nasser Grund” und läuft anschließend auf seiner Wanderung zur Zwillingsstiege den Weg über die Brücke hinauf, muss man hier nach links abzweigen.

Anfahrt

Kirnitzschtal

Die Zwillingsstiege erreicht man am einfachsten über das Kirnitzschtal. In diesem sich ständig schlängelten Tal befinden sich unzählige Parkplätze. Das Tal wartet zudem mit einem Highlight auf die Besucher, einer alten Straßenbahn, der Kirnitzschtalbahn. Diese Straßenbahn besitzt allerdings nur eine Schienenkörper auf der rechten Fahrspur, den sich die Straßenbahnen in beiden Richtungen teilen. Für Autofahrer bedeutet dies, fährt man hinter einer solchen Bahn, hat der Gegenverkehr immer Vorrang, da dieser ansonsten mit der Bahn oder mit dem eigenen Fahrzeug kollidieren würde.

Parkplatz

Als Einstigesparkplatz für die Zwillingsstiege ist der Parkplatz “Nasser Grund” zu empfehlen. Aber auch hier gilt, wie so vielerorts in der Sächsischen Schweiz, ab 10 Uhr füllt sich der Parkplatz im gefühlten Minutentakt. Das Tagesticket auf dem Parkplatz kostete 2013 3 Euro.

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Am oberen Ende des “Nassen Grund” zweigt man erneut nach links ab und folgt dem breiten Wanderweg, der sich an den Affensteinen entlang schlängelt.

Zustieg

Nasser Grund

Vom Parkplatz aus überquert man die Kirnitzsch über die kleine Holzbrücke. Anschließend folgt man dem breiten Weg, “Nasser Grund”, welcher leicht ansteigt. Nach wenigen Minuten erreicht man an die erste Abzweigung, an dem ein Waldweg auf den Nassen Grund stößt. Dieser Waldweg führt hinauf zum nächsten Ziel, der “Unteren Affensteinpromenade”.

Untere Affensteinpromenade

Im ersten Teilstück des Waldweges ist dieser mit Holzplanken versehen, was an feuchten Tagen zu manchem Ausrutscher führt. Am Ende des Waldweges kommt man zu einer Wegkreuzung. Man befindet sich nun auf der “Unteren Affensteinpromenade”. Vor einem sieht man bereits dies Felsen der Affensteine, in dem sich auch die Zwillingsstiege versteckt. Nun folgt man der Markierung mit dem grünen Punkt, nach links, zu der ersten Kehre. Dieser Weg zieht sich um das gesamte Affensteinmassiv herum, welches man rechtsseitig bewundern kann. Sieht man das Ende dieses Massivs, ein senkrecht aufragender Felsturm, dann sollte man Ausschau nach einem Kletterzugang halten.

Kletterzugang

Den Kletterzugang erkennt man an den Holzbalken, der scheinbar einen Pfad versperrt. Den Zugang kann man allerdings nur schwer verfehlen. Er befindet sich auf der rechten Seite und man läuft fast direkt auf ihn zu. Von hier aus geht es hinein in den Wald. Ein Pfad schlängelt sich über ein paar große Steinsbrocken hinauf zu einer nächsten Abzweigung. An dieser findet man mehrere Bäume, auf denen sich schwarze Pfeile in alle möglichen Richtungen befinden. Diese markieren Zugänge zu Kletterfelsen.

Hinweistafel Zwillingsstiege

Zur Zwillingsstiege kommt auf dem Pfad, der nahezu geradeaus, leicht rechts, nach oben führt. Nach wenigen Metern sieht man bereits die Hinweistafel zur Zwillingsstiege. Jetzt sind es nur noch ein paar Stufen und man befindet sich an der glatten Wand und den ersten Eisenkrampen.

Zwillingsstiege Sächsische Schweiz - Einstieg der Stiege

An warmen Sommertagen ist an der Zwillingsstiege sehr viel los. Dann heißt es, wie hier, warten und Geduld haben.

Stiege

Einstieg

Am Fuße der Zwillingsstiege befindet sich ein kleiner Platz, an dem man gut ausruhen kann. Etwas tiefer gibt es sogar eine große Fläche, voller Sand, ein idealer Platz für diejenigen die sich nicht an der Zwillingsstiege versuchen möchten. Ist man noch unentschlossen sollte man die ersten paar Meter der Stiege probieren.

1. Absatz

Die Stufen führen direkt hinauf auf einen kleinen Absatz, auf dem man sehr schnell herausfindet, ob man sich hier sicher fühlt. Für die Selbstsicherung ist, wie überall in der Sächsischen Schweiz, jeder selbst verantwortlich. An der Zwillingsstiege kann man getrost ein Klettersteigset verwenden, da sich die Eisenkrampen meistens in einem guten Abstand zueinander befinden. Notfalls bildet man alternativ einfach eine Seilschaft.

Eisenkrampen am Sandsteinfelsen

Gleich nach dem ersten senkrechten Anstieg an der Zwillingsstiege, quert man diese. Festhalten kann man sich hierzu an den vielen Eisenkrampen.

Das erste Stück der Zwillingsstiege ist der exponierte Teil. An einer Felswand klettert man die Eisenkrampen hinauf und stützt sich zusätzlich nur an eine Felsvorsprung ab. Einige der Krampen vermitteln den Eindruck, man sollte sich an diesen nur festhalten. Allerdings gibt es zwei Stellen an denen man diese rigoros als Tritte verwenden muss, um sicher weiter nach oben zu kommen.

Schmaler Spalt

Immer wieder kommt man zudem an Punkte an denen man keine Krampen vorfindet, aber scheinbar ganz gut treten kann. Hier sollte man in Ruhe nach geeigneten Fingergriffen im Felsen suchen, die sich manchmal ganz gut verstecken können. Das Gröbste hat man geschafft, wenn man den schmalen Spalt erreicht.

Ein paar Holzstufen führen in diesen Spalt hinein. Auf der anderen Seite geht es dann anschließend über eine Holzleiter Eisenkrampen wieder nach unten. Vor einem liegt jetzt eine riesige Wurzel, an deren Seite sich wieder ein paar Krampen befinden. An der Wurzel geht es weiter nach oben, dem Pfad folgend.

Pfad

Da in den letzten Jahren immer mehr Menschen die Zwillingsstiege erglimmen, sind manche Stellen des Pfades sehr stark ausgelatscht. Ist man sich nicht sicher welcher Weg der Richtige ist, sollte man nach Eisenkrampen suchen. Diese befindet sich rechter Hand und zeigen den ursprünglichen Weg.

Die nächsten Meter sind jedoch eher harmlos. Man überwindet eine kleine überhängende Spalte und zieht sich ein paar Felsbrocken hinauf. Das Ende der Zwillingsstiege markiert ebenfalls wieder ein Schild, welches Wanderer darauf hinweist, dass man diese Stiege nicht abwärts begehen sollte.

Waldstück in der Sächsischen Schweiz mit Klettermarkierung

In diesem Waldstück vor den Affensteinen kommt man an eine Abzweigung, der man nach rechts folgen muss. Kurz darauf befindet man sich am Einstieg der Zwillingsstiege.

Abstieg

Am Ausstieg der Zwillingsstiege hat man zwei Möglichkeiten wieder hinab zu kommen.

Wilde Hölle

Hält man sich rechts, läuft man die obere Affensteinpromenade bis zum Abstieg über die Wilde Hölle. Über diese kommt man dann wieder zurück zum Nassen Grund, der zum Parkplatz führt.

Obere Affensteinpromenade

Links geht es zur Häntschelstiege, ebenfalls auf der Affensteinpromenade entlang. Die Häntschelstiege lässt man rechts liegen und folgt dem Pfad bis zu einem Wanderweg. Von hier aus geht es links bergab und anschließend unterhalb der Affensteine wieder zurück zum Einstieg.

Tourdaten, Schwierigkeit und Gehzeiten

Tourdaten

Schwierigkeit für Wanderer

  • Schwer und gefährlich
  • Für Anfänger und Kinder nicht geeignet
  • Ausreichend Sicherungen vorhanden
  • Besteigen mit Klettersteigausrüstung
  • Öffentlich zugängliche Stiege auf Bergpfad
  • Nur im Aufstieg zu begehen

Schwierigkeit nach Klettersteigskala

Hinweis:Bei den Stiegen in der Sächsischen Schweiz handelt es sich um keine Klettersteige (Via Ferrata). Die folgende Einteilung ist nur eine Orientierung für Klettersteig-Fans.

  • Schwierigkeit: KS2-0
  • Kletterskala: I
  • Höhe: 300m

Gehzeiten

Zustieg: 30min.
Stiege: 30min.
Abstieg über Wilde Hölle: 30min.
Abstieg über Affensteinpromenade: 45 min.

Holzleiter zwischen Felsenspalten

Diese alte Holzleiter an der Zwillingsstiege wurde in der Zwischenzeit durch stabile Eisenkrampen ersetzt.

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