Du möchtest eine der populärsten Stiegen in der Sächsischen Schweiz kennen lernen? Und gleichzeitig einen wunderschönen Ausblick von einer der bekanntesten Aussichtspunkte genießen? Dann ist diese Tour genau richtig für dich. Sie führt dich über die Häntzschelstiege, welche über gute Sicherungen verfügt, hinüber zur Schrammsteinaussicht und als letztes Highlight zur Hohen Liebe auf der sich ein kleines verstecktes Highlight in der Sächsischen Schweiz befindet.

Die wichtigsten Infos zur Tour im Überblick

Strecke:10,5 Kilometer
Dauer:3:30 bis 5:00 Stunden
Höhenmeter insgesamt:510 Meter
Höchster Punkt:449 Meter
Raststätten:keine
Selbstsicherung:wird empfohlen
Für Kinder geeignet:Nein
Wanderkarte Häntzschelstiege, Schrammsteinaussicht und Hohe Liebe

Dies ist die Route mit Markierungen zur Häntzschelstiege, Schrammsteinaussicht und der Hohen Liebe

1. Ziel: Die Häntzschelstiege

Diese Rundtour beginnst du am Besten vom Parkplatz “Nasser Grund” im Kirnitzschtal. Solltest du mit den Öffentlichen kommen, kannst du mit der Kirnitzschtalbahn ebenfalls bis zu diesem Parkplatz fahren. Die Haltestelle befindet sich nur wenige Meter von dem Parkplatz entfernt.

Anschließend folgst du den Weg “Nasser Grund” in die Sächsische Schweiz. Cirka nach 5 Minuten zweigt nach links ein Weg ab, die Eulentilke. Diesen Weg folgst du bis du auf einen weiteren Wanderweg triffst, dem Zeughausweg, der mit einem grünen Punkt markiert ist. Von hier aus gehst du nach links weiter immer den Weg entlang bis zur 2. Linksbiegung. An dieser befindet sich ein Zugang zu Kletterfelsen, welche du an einer Holzabsperrung erkennst. Klettere hier einfach drüber und folge dem Pfad, der sich hier den Berg hinauf schlängelt.

Absperrung aus Holz zwischen Bäumen

Über diesen Zugang kommst du zur Häntzschelstiege.

Etwas oberhalb des Pfades wirst du an eine Abzweigung kommen. Geradeaus geht es zur Zwillingsstiege. Du hältst dich aber erneut links und bereits wenige Meter später wirst du die Einstiegstafel der Häntzschelstiege erreicht haben

Schwarze Pfeilmarkierungen für Kletterzugänge in Sächsischer Schweiz

Oberhalb des Pfades teilt sich dieser und du hältst dich links.

Die Häntzschelstiege

Von diesem Schild aus kannst du den Weg bis zum Einstieg der Häntzschelstiege nicht mehr verfehlen. Über steile Holztreppen und Holzleitern geht es straff den Fels hinauf. Kurz vor dem Einstieg gibt es einen kleinen Vorplatz, auf dem du deine Selbstsicherungen anlegen kannst.

Hinweistafel zur Häntzschelstiege neben Felsen

Der Zustieg zur Häntzschelstiege ist gut ausgeschildert.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Schwer aber nicht gefährlich
  • Für Hobbywanderer und Kinder nicht geeignet
  • Ausreichend Sicherungen vorhanden
  • Besteigen mit Klettersteigausrüstung
  • Öffentlich zugängliche Stiege auf Bergpfad
  • Nur im Aufstieg zu begehen

Hinweis: Bei den Stiegen in der Sächsischen Schweiz handelt es sich um keine Klettersteige (Via Ferrata). Die folgende Einteilung ist nur eine Orientierung für Klettersteig-Fans.

  • Schwierigkeit: KS2-0
  • Kletterskala: I
  • Höhe: 420m

Erstes Teilstück

Die ersten paar Meter der Häntzschelstiege überwindest du mit etwas Kletterei. Auch hier, wie so oft in der Sächsischen Schweiz, möchte man unerfahrenen Übermütigen den Einstieg erschweren.

Steile Felswand mit künstlichen Eisentritten und Stahlseil

Auf den ersten Metern befinden sich an der Felswand viele Eisenkrampen.

Nach wenigen Metern kannst du aber bereits die erste Eisenkrampe ergreifen und dich anschließend in ein Stahlseil einhängen. Dem Seil folgst du einfach nach oben. Nach der ersten Senkrechte gelangst du auf einen kleinen Felsgrat und von dort aus auf die nächste Ebene der Stiege.

Nach dem Felsgrat wird es etwas exponierter, wobei du immer gut gesichert bist und dich notfalls an dem dicken Stahlseil festhalten kannst. An der Außenseite einer Felswand geht es auf schmalen Tritten zu einer Ecke. Hast du die Ecke umschritten ist das schwierigste Stück des unteren Teil der Häntzschelstiege überwunden.

Nun brauchst du nur noch, zwischen den Felsen, den gut gesicherten Weg nach oben folgen. Auch dieser ist mit Eisenkrampen und einem Stahlseil gesichert. Oben angekommen hältst du dich nach rechts in Richtung der kleinen Eisenleiter. Über diese geht es zum zweiten Teil der Häntzschelstiege, die besser gesichert und spektakulärer ist.

Künstliche Klettertritte mit Stahlseil an schräger Felswand

Auch weiter oben im ersten Teilstück findest du wieder viele künstliche Tritthilfen.

Blickst du oberhalb der Eisenleiter geradeaus und leicht nach links, entdeckst du in dem Felsmassiv einen großen schmalen Spalt. Dies ist dein nächstes Ziel, denn in diesem Spalt beginnt der zweite Teil der Häntzschelstiege.

Zweites Teilstück

In einem unscheinbaren Felsspalt geht es weiter. In den Spalt musst du dich hinein zwängen. Am Ende siehst du bereits die Eisenkrampen, welche die Felswand steil hinauf führen.

Felsspalt in einer Sandsteinwand

Auch wenn der Felsspalt unscheinbar ist, aber in diesem geht es zum 2. Teilstück der Häntzschelstiege.

Mit einmal kräftig Antreten überwindest du die ersten zwei Meter, auf denen keine Eisenkrampen zu finden sind. Danach geht es gemütlich, wie auf einer Leiter, hinauf. Oben angekommen folgst du links der Eisenleiter hinauf zu weiteren Krampen. Hier wird auch noch einmal deine Angst geprüft, mit einem kleinen Spreizschritt.

Jetzt geht es auf der anderen Felswand weiter hinauf zu dem oberen Plateau der Affensteine. Du folgst weiter den Sicherungen bis du dich komplett auf dem Plateau befindest.

Fels und Blick in Sächsische Schweiz

Sobald du die Felsschluchten durchquert hast kannst du diesen Blick geniesen.

Auf dem Plateau solltest du eine Pause einlegen und den schönen Rundblick zum Falkenstein und zum Kuhstall genießen. Hier oben findest du genügend Platz, auch wenn sich auf den Felsen schon anderer Stiegenbezwinger niedergelassen haben sollten.

Letztes Teilstück

Im Abschluss der Häntzschelstiege musst du wieder etwas mutiger sein. Viele Menschen macht die Höhe in Verbindung mit den fehlenden Sicherungen, in Form von Stahlseilen oder Geländern an dieser Stelle immer wieder zu schaffen.

Panoramablick auf Sächsische Schweiz mit Wolken

Besonders spektakulär ist der Blick von der Häntzschelstiege am Morgen, wenn noch Wolken in der Sächsischen Schweiz hängen.

Auf den letzte Metern kletterst du an einem Felsen ein wenig frei hinab oder überwindest mit einem großen Schritt eine Spalte. Anschließend folgen noch drei Eisenkrampen über die du die Häntzschelstiege abschließt.

Danach folgt ein Bergpfad “Das Lange Horn”. Diesen Pfad folgst du immer geradeaus bis zu einem querliegenden Holzbalken. Dahinter befindet sich der Reitsteig markiert mit einem blauen Streifen auf weißem Grund, der dich zum nächsten Ziel führen wird

Felsplateau der Häntzschelstiege mit Bäumen

Das Plateau der Häntzschelstiege ist zwar ungesichert bietet aber viel Platz

2. Ziel: Die Schrammsteinaussicht

Der Reitsteig, markiert mit einem blauen Streifen, ist der Weg der dich zur Schrammsteinaussicht führen wird. Sobald du den Bergpfad des Langen Horn verlassen hast, folgst du dieser Markierung geradeaus und gleich darauf dem Berg hinab. Orientiere dich hier am Besten an den Wegausschilderungen.

Reitsteig auf Schrammsteinweg

Gleich zu Beginn des Reitsteig darfst du den Felsen hinauf.

Der Weg wird dich über den Kamm der Schrammsteine führen, wobei du immer mal wieder zwischen Felsen durchgehst oder einen Wahnsinnsblick in das Elbtal werfen darfst. Später wird der Weg zu einem Gratweg, mit jeder Menge Treppen und kleinen Eisenleitern. Hier geht es für dich auf und ab, und an sonnigen Tagen auch sehr Menschenreich zu.

Schrammsteinweg auf Gratweg mit Leitern

Der Schrammsteinweg wandelt sich in der Nähe der Schrammsteinaussicht zu einem Gratweg mit vielen Leitern.

Folge dem Weg immer weiter geradeaus. Alle Abstiege, die links oder rechts hinab führen ignorierst du. So wirst du das Ziel, die Schrammsteinaussicht auch erreichen. Auf dieser angekommen, kannst du eine Pause einlegen. Wenn du Glück hast ist die einzige Bank, mitten auf dem Felsen, frei und du kannst auf dieser die Seele baumeln lassen.

Schrammsteinaussicht in der Sächsischen Schweiz

Diesen wunderschönen Blick hast du von der Schrammsteinaussicht über die Sächsische Schweiz

Anschließend gehe den Weg von der Aussichtsplattform zurück, bis du an eine Stelle kommst, an der links ein Weg mit einer grünen Punktmarkierung hinab führt. Die Stelle kannst du nicht verfehlen, da hier ein Baumstamm, der ausgesägt ist, quer über dem Weg liegt.

Den Weg folgst du hinab, über mehrere Eisentreppen, die zum Teil sehr steil hinab führen. Unten angekommen hast du die Schrammsteine überwunden und wirst dich deinem letzten Ziel dieser Tour zuwenden, der Hohen Liebe.

Treppen und Stufen vom Mittelwinkel

Über diese Treppen und Stufen kommst du von der Schrammsteinaussicht wieder hinunter.

3. Ziel: Die Hohe Liebe

An der Wegkreuzung, nach dem Abstieg von den Schrammsteinen gehst du auf unmarkierten Weg einfach geradeaus weiter. Kurze Zeit später wirst du an einer großen Wiese, der “Wildwiese”, hinauskommen. Hier hältst du dich erneut links und folgst dem Weg bis zum Ende der Wiese.

Fingerhut an der Wildwiese in der Sächsischen Schweiz

Die Wildwiese ist eine markante Wiese in der Sächsischen Schweiz. An dieser läufst du vorbei zur Hohen Liebe.

Danach verlässt du erneut den markierten Wanderweg und gehst direkt in den Wald auf den unmarkierten Weg, der sich nahezu geradeaus befindet. Dem Weg folgst du bis zu einem Wanderweg, der mit einem roten Streifen markiert ist. Hier biegst du links ab und gehst den Berg hinauf.

Oben angekommen befindest du dich schon fast auf der Hohen Liebe. Gehe einfach weiter den Berg hinauf und du wirst den Gipfel erreichen. Hier findest du auch ein Buch aus Metall sowie ein Denkmal für die Gefallenen Bergfreunde, welche im ersten Weltkrieg gestorben sind. Das Metallbuch kannst du im Übrigen öffnen. In diesem befinden sich ebenfalls Gedenktafeln von verstorbenen und verunglückten Bergfreunden.

Bergsteigerdenkmal auf der Hohen Liebe

Das ist das Bergsteigerdenkmal auf der Hohen Liebe

Auf der Hohen Liebe kannst du deine letzte Rast einlegen und noch einmal den Ausblick genießen. Du siehst von hier aus das Affensteinmassiv, in der sich auch die Häntzschelstiege befindet, dein erstes Ziel dieser Tour.

Jetzt geht es zurück zum Parkplatz, auf dem Wanderweg auf dem du auch auf die Hohe Liebe gekommen bist. An der Gabelung, an der du zur Hohen Liebe abgezweigt bist, hältst du dich diesmal aber links und folgst der roten Markierung. Der Weg führt dich direkt zurück zum Parkplatz den du bereits nach rund 15 Minuten erreichen wirst.

Noch ein paar Hinweise zur Tour

Parken: Der Parkplatz “Nasser Grund” ist kostenpflichtig und kostet für den Tag 3 Euro. Weniger Meter davor gibt es aber eine Parkfläche die noch kostenfrei ist. Allerdings ist diese auch sehr zeitig und schnell zugeparkt.

Toiletten: Direkt am Parkplatz gibt es ein mobile Toilette. Allerdings muss du Glück haben, dass diese auch wirklich sauber ist.

Schuhwerk: Du solltest bei dieser Tour unbedingt festes Schuhwerk anziehen. Gerade an der Häntzschelstiege und auf dem Gratweg der Schrammsteine wirst du dieses benötigen, wenn du sicher durch das Gelände kommen möchtest.

Selbstsicherung: Die Häntzschelstiege ist perfekt geeignet, wenn du dich selber sichern willst. Gehst du diese zum ersten Mal, empfehle ich dir auf jeden Fall eine Selbstsicherung für Klettersteige mitzunehmen.

Wetter: Die Tour kann ich nur empfehlen wenn es nicht in Strömen oder dauerhaft regnet und wenn es keine Starkwinde gibt. Optimal ist die Tour an sonnigen Tagen bei Temperaturen um die 20 bis 25 Grad. Dann hast du die besten Ausblicke und kannst diese auch genießen.

Dein Feedback, deine Fragen?

Ich würde mich freuen, wenn du mir ein Feedback zu der Tour geben kannst, wenn du diese gemacht hast.

Hast du noch Fragen? Dann poste diese einfach in die Kommentare. Ich beantworte sie natürlich gerne.