Eine der schwierigsten Stiegen in der Sächsischen Schweiz ist die Rübezahlstiege. Diese Stiege liegt gut versteckt im Gebiet der Schrammsteine. Um sie zu finden muss man ein paar gute Ortskenntnisse besitzen, denn die Stiege ist nicht direkt ausgeschildert. Nur ein Hinweis, ein “R” neben einem Pfeil der normalerweise zu einem Kletterfelsen zeigt, weist den Weg zur Rübezahlstiege.

Schmilka - Ausgangsort zur Rübezahlstiege in der Sächsischen Schweiz

Anfahrt und Parken

Am schnellsten geht es zur Rübezahlstiege über Schmilka. Hierhin gelangt man mit der S-Bahn, Ausstieg Scmilka-Hirschmühle. Anschließend überquert man die Elbe mit der Fähre. Fährt man mit dem Auto, nutzt man den großen Parkplatz direkt in Schmilka. Die Parkgebühren betragen hier vier Euro für den ganzen Tag.

Abzweigung zur Rübezahlstiege

Der Weg zur Rübezahlstiege über Schmilka

Anschließend geht es von Schmilka aus über den Wurzelweg hinein in das Innere der Sächsischen Schweiz. Die Markierung beginnt mit einem grünen Streifen auf weißen Hintergrund und wechselt kurze Zeit später zu einem gelben Streifen auf weißen Hintergrund.

Dieser gelben Markierung folgt man bis in den Heringsgrund. Von dort aus geht es geradewegs in Richtung “Heilige Stiege”. Bevor der Weg seine erste große Biegung vollzieht, sieht man Rechterhand einen Weg der zu einem Kletterfelsen führt. Bis 2012 war dieser Weg durch einen Holzbalken versperrt. Derzeit kann man den Weg frei beschreiten ohne über den Holzbalken klettern zu müssen.

Der Weg führt, über sandigen Boden in Richtung Felsen. Nach kurzer Zeit kommt man an eine Art Flussbett, welches von alten Bäumen versperrt ist. Ein Kreuz auf weißem Grund, an einem dieser Bäume, markiert das Ende des Weges. Ein kleiner Pfad, links neben dem Flussbett, ist der richtige Weg, der nun in einer Kurve hinauf zu einer Felsenwand führt.

Aufstieg zur Rübezahlstiege

Der erste Hinweis, ein “R” neben einem schwarzen Pfeil

Nachdem man einen kurzen Anstieg überwunden hat, kommt man an eine Felsenwand. Auf dieser befinden sich zwei schwarze Pfeilmarkierungen. Einer dieser Pfeile ist mit einem “R” gekennzeichnet. Dieser Pfeil zeigt den Weg zur Rübezahlstiege. Man folgt nun dem Weg, der sich an der Felswand leicht rechts hinauf zieht. Dabei sollte man immer Ausschau nach den ersten Eisenkrampen halten, die irgendwo links in dem Felsen verankert sind.

Nur diese Krampen, die zudem gut versteckt sind, zeigen wo es weiter geht. Hat man die Eisenkrampen entdeckt, klettert man zuerst an der Wurzel eines Baumes zu diesen hinauf und zieht sich anschießend an den Krampen die ersten paar Meter auf die nächste Anhöhe. Oben angekommen hält man sich links auf den Bergpfad, der um den vor einen liegenden Felsen herum führt.

Einen schönen Blick hinüber zu den Ausläufern der Schrammsteine ergibt sich von hier. Der Bergpfad führt nun in eine Art Kessel, in dem sich auch die Rübezahlstiege befindet. Hier oben findet man auch in unregelmäßigen Abständen immer wieder einen schwarzen Pfeil mit dem “R”.

Letzten Meter bis zu den ersten Eisentritten der Rübezahlstiege

Die Rübezahlstiege, die schwierigste Stiege der Sächsischen Schweiz

Die Rübezahlstiege ist wahrlich nur etwas für Diejenigen die bereits über ein paar Klettererfahrungen verfügen. Dies sieht man bereits an den ersten paar Metern, wo man jeglichen Eisengriffe und Krampen vermisst. Stattdessen muss man am blanken Felsen den Einstieg überwinden. Die vor ein paar Jahren existierenden Hilfen hat man bewusst entfernt. Warum?, dies erfährt man ein paar Meter weiter oben. Bis dahin helfen, nach den ersten paar Metern, Eisenstifte und Haltegriffe dabei, die nächsten Meter sicher zu überwinden.

Eisenkrampen und Eisentritte an der Rübezahlstiege

Die Schlüsselstelle der Rübezahlstiege, ein Loch

Route Rübezahlstiege Sächsische SchweizUngefähr in der Mitte der Rübezahlstiege befindet sich die eigentliche Schlüsselstelle, ein schmales Loch, durch welches man kriechen muss. Der Einstieg zu diesem Loch wird zudem durch eine glatte Felswand erschwert. Nur ein einziger Eisengriff soll dabei helfen dieses Hinderniss zu überwinden. Wer sich hier nicht hundertprozentig sicher ist, kann sehr schnell scheitern. Das Problem dabei ist jedoch, der Weg hinab ist alles andere als unbeschwerlich.

Hat man die Wand überwunden heißt es sich durch das Loch winden. Dieses ist zweifach verwinkelt und man fühlt sich in ihm wie ein Wurm. Selbst schlanke Personen mit Rucksäcken auf den Rücken, passen nicht durch die schmalen Öffnungen. Es gibt somit nur zwei Lösungen: Entweder man schiebt seinen Rucksack vor sich her oder reicht diesem einer zweiten Person, welche das Loch bereits überwunden hat.

Ausstieg aus dem Loch der Rübezahlstiege

Ausstieg und zurück zu einem Wanderweg

Nachdem man förmlich aus dem Loch gekrochen ist, sind es nur noch wenige Meter bis zum Ausstieg der Rübezahlstiege. An einem Felsspalt geht es noch ein paar Meter hinauf und am Ende weist ein einzeln stehender Baum das Ende der Stiege. Von hier aus folgt man geradeaus den Pfad und gelangt ein paar Minuten später auf den Reitsteig, ein beliebter Wanderweg der mit einem blauen Strich auf weißem Grund ausgezeichnet ist.

Ausstieg der Rübezahlstiege

Tourdaten, Schwierigkeit und Gehzeiten

Tourdaten

Schwierigkeit

  • Sehr schwer und sehr gefährlich
  • Für Anfänger und Kinder nicht geeignet
  • Wenige Sicherungen vorhanden
  • Besteigen nur mit Klettererfahrung und Trittsicherheit
  • Keine öffentlich zugängliche Stiege
  • Nur im Aufstieg zu begehen

Schwierigkeit nach Klettersteigskala

Hinweis: Bei den Stiegen in der Sächsischen Schweiz handelt es sich um keine Klettersteige (Via Ferrata). Die folgende Einteilung ist nur eine Orientierung für Klettersteig-Fans.

  • Schwierigkeit: KS3-0
  • Kletterskala: III
  • Höhe: 340m

Gehzeiten

Zustieg: 1 Stunde
Stiege: 1 Stunde
Abstieg: 40 Minuten

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