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Die Kanaren gelten als Inseln des ewigen Frühlings. Im Januar hatte ich den deutschen Schmuddelwinter satt und probierte einen Chill-Out Urlaub auf Gran Canaria aus. Angesagt waren Sonne, blauer Himmel, etwas über 20°C und sonst nichts.

Maspalomas im Süden von Gran Canaria

Alles was ich erwartet hatte gab es von erstem Moment an auf der Frühlingsinsel. Mit dem Shuttle ging es durch eine staubige Landschaft direkt nach Maspalomas im Süden der Insel. Für meinen Chill-Out Test hatte ich mich für das Lopesan Hotel an der Costa Meloneras entschieden. Auf dem Weg dahin fuhr der Shuttle durch Maspalomas. Der Ort ist relativ reizlos, weil er subjektiv betrachtet nur aus Hotels verschiedener Kategorien besteht. Je weiter die Hotels in der Ortschaft liegen, umso abweisender wirkten sie oftmals. Das Flair des Ortes besteht aus der touristischen Atmosphäre: Auf Urlauber aus Deutschland hat man sich längst eingestellt, sodass sich auch Menschen ohne Englischkenntnisse problemlos auf Deutsch orientieren können. Speisekarten, Ärzte, Supermärkte: It´s all in German, too.

Einige Gäste des Hotels sitzen auf urigen Holzsesseln mit großzügigen Polstern. Im Hintergrund blühen bunte Blumen.

Sitzecke im Forum des Lopesan Costa Meloneras.

Lopesan an der Costa Meloneras

Das Hotel Lopesan Costa Meloneras liegt unmittelbar an der Küstenpromenade inmitten einer großzügigen hoteleigenen Poollandschaft. Kurze Wege garantiert. Der Service ist ausgezeichnet und über die kulinarische Versorgung sind schon andere ins Schwärmen geraten. Einzig Zimmer, die nah an den Aufzügen liegen, sind ein wenig nachteilig, da diese recht ausdrucksstark scheppern. Im Ressort gibt es einen verwaisten Fitnessraum, eine Spa-Landschaft, mehrere Bars und Restaurants. Ein kleiner Shop für Essbares und Bücher ist ebenso integriert, wie einige interessante Mode-Boutiquen.

Im Außenbereich finden sich ein traumhafter Infinity-Pool sowie eine Lagune und mehrere Whirlpools und der Schwimmbereich des Spas. Auch hier gibt es Außenbars und Service an den Poolliegen. Direkt vor der Strandpromenade sind noch zwei hoteleigene Restaurants gelegen, von denen man abends einen netten Blick aufs Meer hat.

Der Springbrunnen sprudelt vor der Hotelanlage Lopesan Costa Meloneras

Hotelanlage Lopesan Costa Meloneras

Die Dünen von Maspalomas

Der Sand der Dünen von Maspalomas besteht entgegen der Erwartung der meisten Menschen nicht aus angewehtem Sand der Sahara, sondern aus fein zerriebenem Korallen- und Muschelkalk. Die wandernden Sandhügel geben ein interessantes Bild ab, das je nach Tageszeit völlig anders beleuchtet wird. Leider war im Januar eine regelrechte Völkerwanderung unterwegs – jeden Tag spazierten Menschenmassen am Strand und den Dünen auf und ab. Die Dünen erstrecken sich über etwa sechs Kilometer.

Dünen von Maspalomas mit einem von leichten Wolken durchzogenen Himmel darüber.

Die Dünen von Maspalomas bestehen aus sehr feinem Sand.

Palmitos Park – Papageien, Delfine und Erdmännchen

Der Palmitos Park auf Gran Canaria ist ein botanischer Garten und Tierpark. Das Areal wirkt recht großzügig und man hat den Eindruck durch einen geschickt angelegten Inselwald zu laufen, in dem man Tiere beobachten kann. Besonders spaßig anzusehen sind die Erdmännchen in ihrem Außen-Terrarium. Auch gibt es jede Menge Papageien jeglicher Art im Palmitos Park, die zu festen Zeiten eine fantastische Show liefern. Ich hatte den Eindruck, dass die Vögel an ihrem Kunststücken richtig Spaß hatten. Star der Show war ein Kakadu, der sowohl Rad fahren, als auch malen, puzzlen und rutschen konnte. Nachdem man durch wunderschön angelegte riesige Vogelvoliéren und ein schönes Schmetterlingshaus spaziert ist, gelangt man irgendwann zum Delfinarium. Es bietet auf der Tribüne Platz für etwa 1.500 Zuschauer und war restlos voll. Der Palmitos Park bietet noch weit mehr Attraktionen.

vier Delfine springen bei der Delfinshow des Palmitos Park aus dem Wasser.

Palmitos Park, Delfinshow im Januar 2012.

Von unsichtbaren Delfinen und fliegenden Fischen

Mit dem wildlebenden Delfinen, die es um Gran Canaria gibt, hatte ich weniger Glück. Bei einer gebuchten Bootsfahrt, die vom Sporthafen Puerto de Mogán aus startete, zeigte sich nicht eine müde Delfinflosse. Dabei gab es eine angeblich 97 prozentige Garantie des Anbieters, entweder Delfine oder Wale zu Gesicht zu bekommen. Dafür habe ich mehrere fliegende Fische gesehen, was auch ulkig zu beobachten war. Insgesamt war diese Bootsfahrt recht langweilig, da zudem keine klare Sicht herrschte.

Ein Schiff im Hafen vor der Küste vor Puerto de Mogán

Küste vor Puerto de Mogán

Das Wetter, die Menschen

Mehrfach bin ich von Einheimischen darauf hingewiesen worden, dass sich Gran Canaria näher an Afrika befindet als an Spanien – auch wenn die Insel offiziell zu Spanien gehört. Besonders vehement war ein Kellner in einem Restaurant, der darauf bestand, dass zwar Tapas serviert werden würden, er aber mitnichten spanisches Spezialitäten als kanarisch anerkennen würde. Nichtsdestotrotz war es sehr schmackhaft.

Das Wetter ist so eine Sache auf Gran Canaria: Es war die ganze Zeit verlässlich dasselbe. Blauer Himmel, Sonne und etwas mehr als 20°C. Immer mittags zog ein ordentlicher Wind auf, der frösteln ließ, wenn man sehr sommerlich gekleidet war.

Fazit zu meinem Chill-Out Urlaub

Entspannen kann man im Januar hervorragend auf Gran Canaria. Das Lopesan Costa Meloneras bietet entsprechenden Service, eine großartige kulinarische Versorgung und diverse weitere Optionen zum Chillen mit der Pool- und Lagunenlandschaft und dem Spa-Bereich. Aber nach zwei Tagen fehlt ein wenig der Input, zumal der Altersdurchschnitt auf der Insel definitiv etwas höher ist. Dementsprechend gibt es wenig “coole” Aktivitäten. Wer nur chillen möchte und alle Möglichkeiten, doch noch spontan irgendwelche Aktivitäten zu starten zu 100% aussschalten will, ist hier genau richtig!

Ein Erdmännchen lehnt lässig an einem Baumstamm.

The King! Erdmännchen im Palmitos Park, Gran Canaria, Januar 2012