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Sehr zum Leidwesen begeisterter Wintersportler zieht sich der Stubaier Gletscher Jahr für Jahr immer weiter zurück und offenbart dadurch eine Landschaft, welche zuvor unter ewigem Eis versteckt lag. Was des einen Leid ist des anderen Freud, denn während der letzten Jahre entstanden auf dem nun von Eis befreiten Massiven diverse Klettersteige, welche dem Gipfelstürmer das Herz höher schlagen lässt. Zwei der populärsten Klettersteige sind die Zwillinge Fernau und Fernau Express.

Mit der Seilbahn zu den Klettersteigen

Für Flachlandtiroler sind diese beiden Klettersteige die idealen Einstiege, da sie unweit der Seilbahn liegen und man sich dadurch lange Anstiege erspart. Beide Klettersteige befinden sich auf dem Egesengrat, welcher rechte Hand von der Dresdner Hütte liegt. In knapp fünfzehn Minuten erreicht man den Einstieg der beiden Kletterstiege. Der Weg dorthin ist bestens ausgeschildert und kann, wenn nicht gerade dichter Nebel herrscht, nicht verfehlt werden. Für Nichtgeübte gibt es zudem am Egesengrat noch eine große Anzahl kleiner Übungsklettersteige.

Klettersteig Fernau – der Leichte

Der Fernau war der Erste der beiden Klettersteige, welcher schon seit mehreren Jahren Klettersteiger begeistert. Er gehört zu den Klettersteigen im Stubaital, die man einfach mitnehmen muss. Der Fernau ist in einer Skala von eins bis sechs mit einer vierer Schwierigkeit versehen worden, was er meiner Meinung nach auch verdient hat. Es gibt einige Stellen, an denen man mehr Technik als Kraft benötigt und vor allem Schwindelfrei sein sollte. Dafür erhält man zur Belohnung einen schönen Blick in das Stubaital.

Die Sicherungen des Klettersteigs sind einwandfrei und mit einem durchgehenden Stahlseil versehen. Zudem muss man für den Klettersteig gerade einmal ein bis zwei Stunden Kletterzeit einplanen. Deswegen scheint der Fernau auch sehr beliebt, bei Einsteigern, zu sein, welche in Gruppen den Klettersteig erklimmen. Mit etwas Glück kann man jedoch solche Menschenansammlungen umgehen.

Weitere Klettersteige in und um das Stubaital

Klettersteig Fernau Express – Nur für Sportkletterer

Im Verhältnis zum Fernau gehört der jüngere Ableger, der Fernau Express, in die Königsklasse der Klettersteige. Bei dem Fernau Express handelt es sich um einen Sportklettersteig, bei dem man sportliche Voraussetzungen mitbringen sollte. Das Ziel des Klettersteigs, ist wie auch bei dem Fernau der Gipfel des Egesengrat. Jedoch führt der Fernau Express inmitten eines steilen Keils nach oben.

Doch auch an dieser Stelle haben die Erbauer des Klettersteigs mitgedacht, denn bevor man sich an diese besonders schwierige Stelle wagt, wird man auf die erhöhte Schwierigkeit noch einmal per Schild hingewiesen und kann notfalls einen Notausstieg wählen. Als das Maß seiner eigenen Fähigkeiten sollte dann der vorangegangene Abschnitt zählen, der von der Schwierigkeit dem Kommenden nur in wenigen Passagen unterliegt. Die Kletterzeit liegt je nach den eigenen Kraftreserven zwischen ein bis zwei Stunden und auch wie der Fernau ist der Fernau Express bestens gesichert.

Rückweg über den Egesengrat

Da beide Klettersteige dasselbe Ziel haben ist der Rückweg bei Beiden derselbe. Auf der Spitze des Egesengrats angekommen geht es anschließend auf dem einzigen verfügbaren Weg hinab. In den mittleren bis untersten Bereichen des Egesengrat kreuzt letztendlich noch der Stubaier Höhenweg den Abstieg und einige kleine Rundwege. Jedoch sieht diese alle bestens ausgeschildert, so dass ein Verirren eher unwahrscheinlich ist.