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Der Innsbrucker Klettersteig ist ein wahres Schmankerl, wie man so schön in Österreich sagt. Für diesen Klettersteig sollte man allerdings zeitig aufstehen. Er zieht sich oberhalb von Innsbruck über mehrere Gipfel, so dass man für den Klettersteig rund vier bis sechs Stunden Zeit einplanen sollte. Problematisch ist der Klettersteig an nahezu keiner Stelle. Dafür umso kraftraubender und konditionssaugender. Einziges Problem sind die Seilbahnen, die in der Woche nur einen zeitlich eingeschränkten Betrieb haben.

Parken mit dem Auto – kein Problem oder doch ein Zeitproblem?

Als wir auf den Innsbrucker Klettersteig aufstiegen, ließen wir uns von den Versprechungen der Innsbrucker Nordkettenbahnen verleiten. Diese garantierten kostenfreies Parken in der Innenstadt von Innsbruck, speziell im Kongress- und City Parkhaus. Sobald man ein Ticket für die Seilbahnen erwirbt, kann man zeitgleich sein Parkticket mit übergeben. Dieses wird dann entwertet, so dass man später wenn man zurück kommt, kostenfrei aus dem Parkhaus fahren kann. Problematisch wird es nur, wenn man die Zeit von 18Uhr überschreitet. Dann wird komplette abkassiert, also der komplette Zeitraum in dem man das Parkhaus nutzte. Bei 2,20 Euro die Stunde wird dies recht teuer.

Innsbrucker Klettersteig Teil eins-der Blick zum Hafelkar

Der erste Teil des Innsbrucker Klettersteigs mit Blick zur Bergstation Hafelkar

Der Stress auf dem Innsbrucker Klettersteig ist somit vorprogrammiert. Besser ist es aus diesem Grund mit dem Auto bis zur Hungerburg hinauf zu fahren. Auch dort gibt es reichlich Parkplätze, die früh am Morgen auch noch nicht komplette belegt sind. Dies ändert sich erst im Laufe des Tages. Ein Tagesticket kostet 6 Euro und wird bei Kauf eines Fahrttickets mit einer Seilbahn verrechnet. Ab 18 Uhr kann man an der Hungerburg kostenfrei parken und somit entspannt sich dem Innsbrucker Klettersteig widmen. Gerade an Freitagen, an denen die Seilbahnen bis 21 Uhr fahren, lohnt sich die Besteigung des Klettersteigs. Mit dem parkenden Auto auf der Hungerburg und der Sicherheit auch nach 20 Uhr noch vom Berg zu kommen, ohne den Weg zurück laufen zu müssen, kann man sich entspannend dem Klettersteig widmen.

Felsmassiv im Norden des Innsbrucker Klettersteiges

Felsmassiv auf der Nordseite in der Mitte des ersten Teil des Klettersteigs

Der Innsbrucker Klettersteig – Wo befindet sich der Einstieg?

Wie bereits erwähnt ist der Klettersteig eine Wonne für sich. Von der Bergstation Hafelkar hält man sich links und folgt dem Pfad bis zum zwei Minuten entfernten Einstieg zum Klettersteig. Wie der Innsbrucker Klettersteig über das Massiv verläuft, kann man zuvor auf mehreren Übersichtstafeln erfahren. Am Klettersteig angekommen wird man über eine Hinweistafel darüber informiert ob dieser überhaupt geöffnet ist. An den Schautafeln findet man diese Information ebenfalls, so dass eine sinnlose Fahrt in die Höhe eigentlich nicht notwendig ist. Zusätzlich wird noch einmal darauf hingewiesen, für den ersten Teil des Klettersteigs benötigt man rund zwei bis drei Stunden.

Der Einstieg zum Innsbrucker Klettersteig nach der Bergstation am Hafelkar

Einstieg zum Innsbrucker Klettersteig in der Nähe der Bergstation Hafelkar

Gratwanderung mit Dauerblick auf Innsbruck

Wenige Höhenmeter nach dem Einstieg erreicht man bereits den ersten Gipfel. Wer jetzt an der vorgegebenen Zeit zweifelt, der wird die nächsten Stunden eines besseren belehrt werden. Auch der zweite Gipfel ist nicht weit entfernt und nach rund 30 Minuten befindet man sich auf diesem. Damit man sich nicht wundert, warum die Überschreitung so schnell von statten geht, wird an dieser Stelle auch noch einmal darauf hingewiesen, für die nächsten Höhenmeter benötigt man noch einmal rund 2 ½ Stunden. Unvorstellbar, denn das nächste Gipfelkreuz scheint sich bereits in erreichbarer Nähe zu befinden.

Kurz vor der Haengebruecke in der Mitte des Innsbrucker Klettersteiges

Auf dem Innsbrucker Klettersteig, kurz vor der Hängebrücke

Doch die Optik trügt, wie so oft in den Bergen. Zwischen dem zweiten Gipfelkreuz und dem Dritten, zieht sich ein zerklüftetes Band von mehreren Tälern und kleinen Gipfeln. Immer wenn man glaubt, der nächste Anstieg ist der Weg zum dritten Gipfel, befindet sich mit Sicherheit noch ein weiterer Abstieg dazwischen. Irgendwo dazwischen befindet sich auch die bekannte Hängebrücke des Innsbrucker Klettersteigs. Am dritten Gipfel angekommen wird man erschrocken feststellen, dass die Zeit wie im Fluge vergangen ist. Danach folgt ein langer Abstieg zu einem Sattel. Wer an dieser Stelle darum bangt, die letzte Seilbahn von der Station Seegrube noch zu bekommen, der kann vom Sattel getrotzt absteigen. Nach rund 40 Minuten befindet man sich wieder an der Station Seegrube. Für diejenigen die noch genügend Zeit haben und sich noch fit fühlen, steht nun der zweite Part des Innsbrucker Klettersteigs bevor.

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Die Haengebrücke zum zweiten Teil des Innsbrucker Klettersteiges

Hängebrücke des Innsbrucker Klettersteig

Das Ende vor dem eigentlichen Ende

Für uns war an diesem Tag am Sattel Schluss. Nach acht Klettersteigen in den letzten Tagen lagen unsere Reserven am Boden. Den letzten Part werden wir ein anderes Mal in Angriff nehmen. Dann natürlich mit den neu gewonnen Erkenntnissen, genügend zu Trinken und genügend Zeit. Laut Aussagen von Klettersteigern, die mit uns eingestiegen sind und die wir an der Station Seegrube wieder trafen, ist der zweite Teil des Innsbrucker Klettersteigs ein bisschen schwieriger, dafür aber auch um einiges kürzer. Für den Weg über den Klettersteig und den anschließend Rückweg, sollte man aber getrost noch einmal dieselbe Zeit einplanen, die man bis zum Sattel benötigte.

Abstieg zum ersten Teil des Innsbrucker Klettersteiges

Abstieg vom ersten Teil des Klettersteig

weitere Klettersteige in der Nähe

Weitere Infos: www.nordkette.com, Nordkettenbahnen in Innsbruck