Wenn man in den Herbstferien mit Familie und Kindern eine größere Reise plant, bietet sich eine Reise entlang der Garden Route in Südafrika wirklich an. Es ist auf der Südhalbkugel Frühling, die Temperaturen sind angenehme 15 bis 25°C, es gibt entlang der Küste keine Malaria und viel zu erleben. Unsere Reise hat uns im Oktober 2014 für zwei Wochen von Kapstadt, über die Skeiding Guest Farm und die Garden Route Game Lodge bis zum Addo Elephant National Park geführt. Hier findest du eine Reisebeschreibung der wesentlichen Stationen. Noch mehr Bilder und Informationen zu den weiteren Stationen der Südafrika Reise findest du bei photomonda, dem Reisefotografie Blog von Oliver Haller.

Kapstadt

Wer eine Weltmetropole mit besonderem Flair sucht, ist in Kapstadt genau richtig. Wir haben uns in einem Bed & Breakfast in der Nähe der Waterfront eingemietet. Das ist recht zentral gelegen. So können wir leicht die ganze Stadt erkunden.

Da wir schönes Wetter haben, empfiehlt uns unser Vermieter sofort zum Tafelberg zu fahren. Klare Sicht hat man hier nicht so oft, daher muss man die Gelegenheit nutzen. Wir fahren mit dem Taxi zur Talstation und dann mit einer Seilbahn bis ganz nach oben. Der Ausblick ist wirklich herrlich. Man kann die ganze Stadt und auch die Gefangeneninsel Robben Island sehen. Hier wurde Nelson Mandela viele Jahre gefangen gehalten.

Kapstadt

Blick vom Tafelberg auf Kapstadt

Am nächsten Tag machen wir eine Stadtrundfahrt. Wir haben uns einen Führer organisiert, der uns vom B&B abholt. Die erste Station ist das Castle of Good Hope. Es ist eine alte Festung, die schon 1666 von der Dutch East India Company erbaut wurde. Als Touristenattraktion gibt es um 10:00 Uhr den traditionellen Schlüsselwechsel. Dabei wechselt die Wache und ein Soldat zündet zur Show eine Signalkanone.

Castle of Good Hope

Schlüsselwechsel im Castle of Good Hope

Vom Castle of Good Hope geht es dann noch zur Cape Town City Hall. Hier hatte Nelson Mandela seine erste Ansprache nach seiner Freilassung gehalten. Wenn man an die historischen Ereignisse denkt, wirkt der Platz gleich noch imposanter.

Am Ende unseres Aufenthalts in Kapstadt bekommen wir einen Mietwagen und machen uns auf den Weg zu unserer nächsten Station, die Skeiding Guest Farm.

Skeiding Guest Farm

Die meisten Südafrika Urlauber werden wahrscheinlich nach Oudtshoorn fahren, wenn sie Strauße sehen wollen. Da wir mit Kindern unterwegs sind, wollen wir die gefahrene Strecke minimieren und den ganz großen Touristentrubel aus dem Weg gehen. Wir fahren daher zur Skeiding Guest Farm in der Nähe von Heidelberg. Das ist eine kleine Farm mit ca. 500 Straußen. Es gibt 8 Zimmer, die sehr liebevoll eingerichtet sind. Der Bauer empfängt und persönlich. Am Abend grillt er selber für die Gäste das Abendessen. Es gibt natürlich Straußensteaks mit Beilagen. Zum Frühstück kann man sich auch eine Eierspeis aus Straußeneiern bestellen, der Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache.

Am Morgen fahren wir mit dem Bauern über die gesamte Farm und bewundern die Tiere aus der Nähe. Hier lernen wir auch, dass Straußenfleisch besonders in Deutschland als gesunde Alternative zum Rindfleisch sehr beliebt ist. Außer uns Deutschen gibt es wohl nur wenige Abnehmer. Man schon wirklich weit reisen, um hier auf diese Weise sein Weltbild zu erweitern.

Skeiding Guest Farm

Die Skiding Guest Farm

Strauß am Feld

Ein Strauß vor einem abgeernteten Feld

Nach zwei Nächten auf der Straußenfarm geht es im Mietwagen weiter nach Osten. Nach ein paar Stunden Fahrt kommen wir bei der Garden Route Game Lodge an.

Garden Route Game Lodge

Hier wollen wir unsere erste Safari erleben. Die Garden Route Game Lodge bietet sehr schöne Unterkünfte im Safari Stil. Es gibt auch einen Pool, was unsere Kinder besonders freut. Zweimal am Tag werden Safaris angeboten, in der Früh noch vor dem Frühstück und am Abend vor Sonnenuntergang.

Wir starten gleich am ersten Tag mit einer Nachmittagssafari. Vom Hotel geht es durch eine Umzäunung, die uns an Jurassic Park erinnert, in das Areal mit den Tieren. Innerhalb von zwei Stunden sehen wir Nashörner, Giraffen, Büffel, Springböcke und schließlich auch Löwen.

Garden Route Game Lodge

Die Garden Route Game Lodge

Für einen „richtigen“ Safari Urlauber ist das vielleicht keine echte Safari, das ganze Areal ist eingezäunt und es wirkt etwas wie ein riesiger Zoo, nur das wir im Käfig / Auto stecken und nicht die Tiere. Das wird umso klarer, als wir zu den Löwen fahren. Sie sind in einem eigenen großen Gehege, da sie sonst alle anderen Tiere jagen und fressen würden.

Uns stört das aber nicht. Der Vorteil ist, dass wir so wirklich alle Tiere sehen und in einer fast freien Wildbahn beobachten können. Die Kinder sind fasziniert von den ganzen großen Tieren. Schließlich sehen wir auch noch einen Gepard, den meine Tochter gleich ins Herz geschlossen hat.

Safari in der Garden Route Game Lodge

Mit dem Jeep durch das Areal der Garden Route Game Lodge

Giraffe in Southafrica

Wir suchen und finden auch Giraffen

Springböcke

Springböcke gibt es wirklich in Hülle und Fülle

Die Garden Route Game Lodge liegt zwar direkt an der Garden Route, es gibt aber in der näheren Umgebung kaum eine größere Stadt. Das hat den Vorteil, dass es in der Nacht sehr dunkel wird. Es ist fast Neumond und wir können daher den Nachthimmel ohne störendes Licht genießen. Da wir und ja auf der Südhalbkugel befinden, kann man sogar das Zentrum der Milchstraße sehen. Meine Frau, die Kinder und ich sind sehr beeindruckt von diesem Naturschauspiel, da wir das vorher noch nie so intensiv gesehen haben.

Die Milchstraße über der Garden Route Game Lodge

Die Milchstraße über der Garden Route Game Lodge

Über ein paar weitere Stationen geht es weiter nach Osten zum Addo Elephant National Park.

Addo Elephant National Park

Die letze Station unserer Reise wird besonders interessant. Im Addo Elephant National Park darf man mit dem eigenen Auto fahren und die Tiere bewundern. Wir brechen schon früh auf, um wirklich den ganzen Tag nutzen zu können.

Einfahrt zum Addo Elephant National Park

Einfahrt zum Addo Elephant National Park

Schon nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir zum ersten Wasserloch. Wir haben Glück, es kommt gerade eine ganze Horde Elefanten und möchte trinken. Mit dem Feldstecher beobachten wir sie, bis sie wieder über ein paar Hügel verschwinden.

Elefanten im Addo

Elefanten Horde am Weg zum Wasserloch

Weiter geht es durch den Nationalpark. Er ist sehr weitläufig, wir werden den ganzen Tag mit dem Auto unterwegs sein und dürfen nur an speziell gekennzeichneten Stellen aussteigen. Nach einer längeren Fahrt sind wir auf einer engen Schotterpiste gelandet. Plötzlich steht ein riesiger Elefant vor uns. Er versperrt die gesamte Fahrbahn. Zuerst versuchen wir zurückzusetzen, aber das hilft nichts, der Elefant kommt immer näher, flattert mit den Ohren und trompetet. Wirklich Angst einflößend. Da uns der Elefant immer weiter nachkommt, beschließen wir einfach stehen zu bleiben und hoffen, dass er das Auto in seinem Ärger nicht beschädigt. Nach kurzer Zeit entschließt er sich dazu, einfach an uns vorbei zu gehen. Wir sind sehr erleichtert und fahren weiter. Eine zweite Begegnung dieser Art, wünschen wir uns für den heutigen Tag aber nicht mehr.

Elefant in Addo Nationalpark

Ein Elefantenbulle versperrt den Weg

Am Abend sind wir erschöpft in unserem Bed & Breakfast angekommen. Der letzte Tag war wieder ereignisreich. Jetzt müssen wir noch packen und am nächsten Tag zum Flughafen. Wir fliegen von Port Elisabeth über Johannesburg und Paris wieder nach Hause.

Über den Autor

Oliver Haller

Oliver Haller

Oliver Haller betreibt einen Blog zum Thema Fotografie welchen ihr unter http://www.photomonda.de findet.