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Unsere erste Wandertour auf Teneriffa war schon anstrengend, obwohl der Berg an sich nicht zu den anstrengenden Touren gehört. Doch bevor wir unser Tour beginnen konnten, versuchten wir unser Auto in Arona abzustellen. Dies war schwerer als gedacht, denn an diesem Tag wurde in der kleinen Gemeinde ein Autorennen veranstaltet. Hochgetunte Rennwagen durften die Serpentinenstraße in Richtung Villaflor hochdüsen. Deswegen hatte man gleich mal die komplette Straße gesperrt.

Parkplatzsuche in Arona

Nach langem Rumgegurge fanden wir im Süden der Gemeinde noch einen Parkplatz. Im Übrigen haben wir bei unserer Tour noch folgenden Parkplatz gefunden. Falls du also irgendwann auch diese Tour gehen möchtest und Arona kein Autorennen veranstaltet, versuche einfach hier zu parken. Der Parkplatz ist öffentlich, gehört zu einem kleinen Wohngebiet und liegt direkt an dem Weg zum Roque del Conde.

Google Maps Karte Teneriffa Parkplatz Roque del Conde

Zum Vergrößern einfach auf die Karte klicken.

Die Wanderung zum Conde

Suche nach dem Weg? – Kein Problem

Nachdem wir das Auto abgestellt hatten konnte es losgehen. Ich war selber etwas nervös und fragte mich, ob wir den Einstieg wirklich finden würden. Doch diese Bedenken waren bereits nach kurzer Zeit verschwunden. Der Weg auf den Roque del Conde war bereits kurz oberhalb von Arona perfekt ausgeschildert. Mehrere Schilder leiteten uns zum Dorf Vento und durch dieses zu den ersten Barranco, dem Barranco de las Casas, sowie zum Nächsten, dem Barranco del Ancon. Als wir hier zurück blickten sahen wir etwas ungewöhnliches für Teneriffa, einen Mann mit einem Maulesel, der uns in den Barranco folgte.

Blick in den oberen Teil des Barranco del Rey

Blick in den oberen Teil des Barranco del Rey

Der Barranco del Rey – ein wahrer Tiefschneider

Kurze Zeit später standen wir an einer Abzweigung, die ebenfalls mit einem großzügigen Wegweiser versehen war. Unser Weg führte nach links, doch sollten wir später von rechts wieder an diesen Wegweiser ankommen. Danach durchquerten wir den letzten Barranco vom dem Conde, den Barranco del Rey. Dieser schneidet sich sehr schön tief in den Boden und ist eine wahre Freude, sobald man den Grund erreicht hat.

Felsen im Barranco del Rey

Felsen im Barranco del Rey

Geheime Verstecke oder doch nur zerfallen Häuser?

Oberhalb des Barranco kamen wir an einem zerfallen Haus vorbei. Ich dachte hier sofort an ein altes Don Versteck, aber leider wurde mir sofort klar, wir befinden uns auf Teneriffa und nicht auf Sizilien. Der Weg führte uns nun in ersten steilen Abschnitten hinauf in Richtung des Berges Centinela, der kleine Bruder des Roque del Conde. Von hier aus konnten wir den ersten schönen Tiefblick nach Playa de la Americas genießen, atemberaubend erschreckend, wenn man weiß, das diese Stadt erst vor ein paar Jahrzehnten als Touristenhochburg aus den Boden gestampft wurde.

Zerfallenes Haus am Wanderweg zum Roque del Conde

Zerfallenes Haus am Wanderweg zum Roque del Conde

Steiler Anstieg und jede Menge Schweiß

Danach ging es am Massiv weiter mit einer kurzen Querung. Kurz darauf folgt der nächste steile Anstieg, der uns ganz schön ins Schwitzen brachte. Dieser zog sich hin und war für uns Flachlandtiroler eine echte Herausforderung. Jedoch waren wir scheinbar nicht die einzigen, den mehrere Wanderer quälten sich ebenfalls hier hoch, während andere fröhlich den Abstieg wagten. Im Übrigen ist es interessant für den Conde zu wissen, dass für die meisten Wanderer der Aufstiegsweg gleich dem Abstiegsweg ist. Dieser ist auch sicherer als der Weg den wir anschließend hinab gingen.

Wanderweg zum Roque del Conde

Wanderweg zum Roque del Conde

On the Top

Als wir oben ankamen wunderte ich mich über das riesige Plateau. Ich dachte von unten, der Roque del Conde wäre ein Berg mit einem Gipfelgrat. Doch weit gefehlt. Das Plateau des Conde ist wirklich riesig, so groß dass man es nicht auf einmal überblicken kann. Im Süden hat man einen schönen Blick nach La Gomera und die Hotelbetonbauten von La Americas. Im Westen sieht man die Ausläufer der Caldera des Teide und im Norden die Gemeinde Arona und ein paar Gipfel dahinter. Zudem befindet sich auf den Plateau eine Vermessungssäule, der höchste Punkt des Conde.

Küstenlinie im Süden von Teneriffa vom Roque del Conde

Küstenlinie im Süden von Teneriffa vom Roque del Conde

Eine steile und gefährliche Abstiegsvariante – Einfach nur geil

Unweit von dieser Stelle im Norden des Plateau wagten wir den Abstieg. Ein Steinmännchen und eine Markierung zeigte uns den Weg hinab. Und hier begann für uns der eigentliche Spaß an der Tour. Denn der Abstieg bescherte uns die eine und andere kleine Kletterei den Berg hinab. Zudem gab es eine kleine ausgesetzte Querung, ein kleiner Nervenkitzler für alle die gerne Luft unter den Füßen haben.

Einstieg zum Abstieg auf dem Roque del Conde

Einstieg zum Abstieg auf dem Roque del Conde

Rückweg ohne Zwischenfälle

Durch den steilen Abstieg waren wir in kürzester Zeit wieder am Fuß des Roque del Conde. Nun mussten wir nur noch auf die Abzweigung acht geben, welche irgendwann nach rechts den Berg umrundete. Alles was danach kam war dann nur noch Kür. Der Weg war auch an dieser Stelle hervorragend markiert und zu erkennen. Zum Teil wurde er eingegrenzt von Steinen, so dass man hätte fast blind diesem Folgen können. Es ging vorbei an zwei alten zerfallen Häusern und wieder hinab in den Barranco del Ray, diesmal aber an einer Stelle, die sich weiter oben befand. Wenige Minuten später waren wir wieder an der Abzweigung und von hier aus kannten wir den Weg ja bereits.

Einwohner von Teneriffa mit Maulesel

Einwohner von Teneriffa mit Maulesel

weitere interessante Wanderwege in der Nähe des Roque del Conde

Mein Fazit zur Wanderung

Mein persönliches Fazit dieser Tour ist, es ist eine hervorragende kleine Tour wenn man mit dem Wandern wieder beginnen möchte, oder wenn es im Norden der Insel regnet. Die Tour sollte man trotzdem nicht überschätzen, denn von unten sieht die Tour kürzer aus. Ebenfalls darf man nicht vergessen, man steigt hier auf einen Gipfel hinauf und sollte dementsprechend das passende Schuhwerk haben. Zudem muss man einfach einen Fotoapparat mitnehmen, denn der Blick hinab zu der Küste von Teneriffa ist einfach gigantisch.