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Bunte Lasershows, Sehenswürdigkeiten aus aller Welt und Casinos über Casinos – so kann man den Las Vegas Strip am besten zusammenfassen! Wahrlich faszinierend ist der völlig überladene Boulevard mitten in der Wüstenstadt auf den ich euch heute mitnehme. Macht euch gefasst auf eine kleine Reise der ganz besonderen Art!

Wo liegt Las Vegas eigentlich?

Das Ortseingangsschild von Las Vegas ist mit hellen LEDs beleuchtet

Las Vegas begrüßt seine Besucher in leuchtenden Farben. Foto von David_Vasquez [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

Beginnen wir mit den Basics: die Stadt selbst. Las Vegas liegt im US-amerikanischen Bundesstaat Nevada – dem Wüstenstaat sozusagen. Die Stadt ist buchstäblich umgeben von nichts außer dem Sand der Mojave-Wüste und Sonne, eigentlich ein komischer Platz um eine solche Metropole zu errichten.

Doch die Einwohner und eine Menge Investoren haben sich scheinbar folgendes gedacht: wir können mehr sein. Und so begannen sie zuerst einmal Casinos zu bauen – die Amerikaner sind schließlich bekannt für ihren Hang zum Gamblen. Um noch mehr Touristen zu locken und sich von allen anderen Städten abzusetzen, hat man bekannte Sehenswürdigkeiten nachgebildet.

Heute kann man auf dem 6,6 km langen Las Vegas Strip innerhalb weniger Stunden die Welt erkunden und das anhand der vielseitigen Hotels. Ein kurzer Abstecher zu Sphinx gefälligst? Oder doch lieber eine Kanalfahrt in Venedig? Wie wäre es mit einem romantischen Dinner neben dem Eiffelturm? Alles ist möglich ich Vegas!

Reise um die Erde in 8 Stunden

Neben der Hauptstraße des Las Vegas Strip liegen bekannte Hotels wie das New York New York

Der Las Vegas Strip von Hotels geziert, die eine Weltreise ermöglichen

Anstatt uns 80 Tage Zeit zu nehmen, wie es Jules Verne beschrieben hat, nehmen wir uns nur 8 Stunden. Dabei sehen wir sicher die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wenn auch ein wenig kleiner, als die Originale.

Wenn du selbst nach Nevada fliegst, wirst du schon innerhalb weniger Minuten feststellen, warum es so viele Touristen hierher verschlägt. Die Stadt bietet allen die Möglichkeit eine kleine Budget-Weltreise zu unternehmen. Gerade die Europa-faszinierten Amerikaner fühlen sich hier scheinbar wohl.

Wir als Europäer hingegen sind meist wohl eher ein wenig erschlagen – so viel Jubel, so viel Trubel und das nicht einmal für das „echte Ding“. Wir versuchen dennoch ganz unvoreingenommen an unseren Las Vegas Urlaub zu gehen und zeigen dir, wie du die Stadt genießt und was du nicht verpassen darfst!

Auf in den Big Apple

Vor dem New York New York thront die Freiheitsstatue. Im Hintergrund liegt die Miniatur-Skyline, zwischen der eine Achterbahn durchfährt

Die Freiheitsstatue und die Skyline Manhattens sind für das New York New York genauso typisch wie die rote Achterbahn

Bleiben wir zunächst in den USA: Das New York-New York Hotel hat die Milliarden-Metropole in ihren wichtigsten Facetten nachgebaut. Im Vordergrund thront natürlich die Freiheitsstatur hinter der sich die Skyline Manhattens auftut – ein klassisches Bild.

Zwischen den verschiedenen Attraktionen fährt eine Achterbahn – der Big Apple Coaster – auf knallroten Schienen entlang. Gerade mit Kindern (aber auch als Erwachsene) hat man auf der zweiminütigen Fahrt die Möglichkeit New York einmal hautnah zu erleben und haarscharf an Wolkenkratzern vorbeizufahren.

Wem das noch zu langweilig ist, der kann seit neustem auch eine Virtual Reality Experience auf der Fahr erleben. Mit VR-Brille fährst du dann rasant auf und ab und versuchst dabei so viele Aliens wie möglich zu erledigen und New York zu befreien.

Weiter nach Italien

Das mal mehr, mal weniger antike Italien kann man auf dem Las Vegas Strip gleich zweimal besichtigen. Dazu macht man sich entweder in den eher römischen Caesars Palace oder in das romantisch-verspielte The Venetian, also Klein-Venedig, auf. Beide haben ihren ganz eigenen Charme und für Besucher einige Attraktionen zu bieten.

Auf den Spuren Caesars

Unter dem künstlichen Himmel des The Venetian trohnt ein Brunnen in Antikoptik

Mitten im Ceasar’s Palace sind originalgetreu Brunnen im antiken Stil aufgestellt

Der Caesars Palace ist nicht nur eines der ältesten Hotels in Las Vegas, sondern sicher auch eines der bekanntesten. Nicht zuletzt der Film Hangover hat es weltweit zu einem Place-to-Be erkürt. Erinnerst du dich auch noch an das Zitat: „Das werden Sie sicher oft gefragt, ist das das echte Caesar Palace? Hat hier wirklich Caesar gewohnt?“ Natürlich hat er das nicht, aber das echte Caesar Palace Hotel ist es tatsächlich.

Das Hotel liegt im Zentrum des Las Vegas Strip und ist sowohl außen, als auch innen im typischen Stil des alten Roms gestaltet. Statuen und Springbrunnen sind mit den Göttern der Antike, mit Ruinen des Kolosseums und magischen Fabelwesen der Mythologie verziert. Hier wurden keine Kosten gescheut um den Besuchern ein Bild von Rom zu schaffen, dass der Realität ähnelt, sie sogar verbessern soll.

Gondeln durch Venedig

Die (Wasser-)Straßen Venedigs sind im The Venetian nachgestellt. Darauf schippern Gondeln entlang

Gondeln schippern über die In- und Outdoor-Kanäle des The Venetian

Direkt neben dem Caesars Palace befindet sich noch ein Hotel im italienischen Stil: The Venetian. Von außen mutet es wohl ein bisschen an eine alte Wasserstraße, ein Aquädukt an, aber von Innen zeigt es sein volles Potential.

Betritt man das Hotel findet man sich auf dem Markusplatz in Venedig wieder. Unter strahlend blauem (künstlichen) Himmel spazieren wir durch die kleinen Gassen und über schmale Brücken. Unter uns schippern immer und immer wieder Gondeln entlang, denn selbst die für Venedig so typischen Kanäle wurden im Hotelinneren nachgebaut.

Die kleinen Gebäude entlang des Ufers erinnern uns tatsächlich an Venedig, wenn auch in einer sehr künstlichen, etwas zu perfekten Form. Ich würde dir darum empfehlen, dass The Ventian eher abends aufzusuchen – dann wird hier auch das künstliche Licht angepasst. In der Dämmerung fühlt sich das Erlebnis doch etwas realer an.

Übrigens: Außerhalb des Hauptgebäudes, aber dennoch auf dem Gelände des The Venetian befindet sich eine Filiale von Madame Tussauds. Hier werden vor allem amerikanische Schauspieler und Sänger ausgestellt – ein besonderer Fokus liegt dabei natürlich auf einheimischen Persönlichkeiten.

Ein Abstecher nach Paris

Die Nachbildung des Eiffelturm ragt vor dem Paris Las Vegas in den Himmel.

Eine der bekanntesten Nachbildungen in ganz Las Vegas ist der Pariser Eiffelturm.

Wer genug von Italien hat, macht sich jetzt auf nach Frankreich. Das „Paris Las Vegas“ ist wohl eines der Höhepunkte der Las Vegas Reise. Schon von weitem kann man die Nachbildung des Eiffelturms betrachten, welche über die anderen Gebäude des Hotels weit hinauswächst. Kein Wunder, denn er ist in einem Maßstab von 2:1 nachgebildet und misst damit 165 Meter!

Aber auch die Fassade an sich ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und vereint zwei der bekanntesten Elemente Frankreichs: den Triumphbogen und den Montgolfier-Ballon. Im Inneren hat man dann versucht den typisch französischen Charme einzufangen. Kleine Gassen führen entlang an authentischen Gourmet-Restaurants und edlen Boutiquen.

Zu den ganz besonderen Erlebnissen im Hotel gehört auf jeden Fall der Besuch auf dem Observationsdeck des Eiffelturms. Besonders bei Nacht hast du von hier einen eindrucksvollen Blick auf die Straßen unter dir. Von hier beobachtest du auf jeden Fall herrliche Lichtspiele und wirst sicher ein paar unschlagbare Fotomotive erhaschen.

Kurztrip nach Ägypten

Vor der im Sonnenlicht schwarz erscheinenden Pyramide des Luxor Hotels steht eine Nachbildung der Sphinx

Ganz nach ägyptischen Vorbild ragen Pyramide und Sphinx des Luxor Hotels in den Himmel

Von Europa geht es weiter nach Ägypten – zum Luxor Hotel. Das Hauptgebäude kennt man sicherlich aus einigen Filmen: die dunkle Pyramide von deren Spitze nachts ein Licht in den Himmel geworfen wird – der Luxor Sky Beam.

Vor ihr thront eine Replikation der Sphinx. Doch das sind nicht die einzigen ägyptischen Nachbildungen – zahlreiche Statuen schmücken das Gelände des Luxor Hotels. Auch die Inneneinrichtung erinnert durchgängig an die rauen Sandsteine und die verwinkelten Katakomben einer Pyramide.

In einem Märchen verloren

In tiefschwarzer Nacht wird das Märchenschloss des Excalibur mit Scheinwerfern beleuchtet

Schon fast künstlich liegt das Excalibur in der Nacht in Las Vegas

Aus der realen Welt sind wir ja eigentlich schon seit unserer Ankunft in Las Vegas entschwunden, aber jetzt erst tauchen wir wahrlich in ein Märchen ein. Das Excalibur ist ein Märchenschloss wie aus einem Disneyfilm. Von der Ferne betrachtet, würde es einen wohl kaum wundern Elsa, Aschenputtel oder Schneewittchen auf einem der Balkons stehen zu sehen.

Auch das Hotelinnere behält den Stil bei. Verzierte Säulen tragen pompöse Balkone und wirken besonders bei nächtlicher Stimmung romantisch-verspielt. Die Kronleuchter, die von der Decker herabhängen, komplettieren dann das Bild.

Über Los Angeles…

Das Planet Hollywood Hotel leuchtet in der Nacht hinter einer großen Reklametafel

Tatsächlich im Vergleich zu den umliegenden Hotels ein eher langweiliges, aber nicht unbeeindruckendes Exemplar: das Planet Hollywood

Bevor wir nach Las Vegas zurückkommen, wagen wir noch einen Abstecher nach L.A. – genauer nach Hollywood. Das „Planet Hollywood“ wirkt von außen wohl etwas unscheinbar, fügt sich aber herrlich in die Kulisse der Stadt ein.

Touristen, die nach einem Hotel mit idealer Lage und nicht allzu teuren Preisen suchen, sind hier auf jeden Fall richtig. Noch dazu findet man das Thema Hollywood im ganzen Hotel und besonders in den doch sehr charmant eingerichteten Zimmern wider.

…zurück nach Las Vegas

vor der Kulisse des Ceasar Palace liegt der Brunnen des Bellagio mit seinen berühmten Fontänen

Das Bellagio trumpft mit seiner Fontänen-Show – in der Nacht sieht es übrigens noch eindrucksvoller aus

Nachdem wir die Welt des Las Vegas Strip erkundet haben, bleiben noch einige Attraktionen übrig, die es zu erkunden gilt. Einige Hotels haben sich nämlich wirklich etwas Neues ausgedacht, anstatt schon Vorhandenes nachzubauen. So zum Beispiel das Bellagio, welches vor allem mit seiner Fontänen-Show ein Statement setzt (übrigens besonders nachts mit der zusätzlichen Laser-Show zu empfehlen).

Das The Linq folgt ebenfalls einem individuellen Trend. Mit den vielen Palmen und den Häusern im Wild Western-Stil passt es wohl am ehesten in die Wüstenlandschaft, die die Stadt umgibt. Die eigentliche Attraktion ist aber der High Roller – das größte Riesenrad der Welt!

Unter Palmen genießt du die Sonne auch im The Mirage. Das Hotel ist vor allem durch die Auftritte von Siegfried und Roy bekannt geworden, die nun aber seit gut 15 Jahren nicht mehr stattfinden. Dennoch ist es weiter beliebt bei Besuchern – vor allem der künstliche Vulkan, der regelmäßig ausbricht, bietet eine einmalige Show. Zusammen mit den Wasserfällen könnte man sich hier beinahe wie auf einer (künstlichen) tropischen Insel fühlen.

Und was gibt es noch zu sehen?

In einer Art Tunnel befindet sich die Fremont Street. Links und rechts grenzen Häuser mit Geschäften an

Leuchtende Farben der tausenden LEDs erhellen die Fremont Street Tag und Nacht

Abseits des Las Vegas Strip hat die Stadt nicht allzu viel zu bieten. Die kleinen „Wedding Chapels“ sind noch ganz süß anzusehen – du kennst sie sicherlich aus typischen Hollywood-Filmen, in denen spontan in Vegas geheiratet wird. Nicht alles, was man hier tut, bleibt also auch hier.

Auch hübsch ist die Fremont Street Experience. Hier wurde über der Freemont Street, welche den Las Vegas Boulevard und die Main Street verbindet, eine gewölbte Decke errichtet. Diese ist mit tausenden LEDs ausgestattet und wird ständig mit bewegten Bildern bespielt. Dazu noch die passende Musik und man hat eine Fußgängerzone der ganz besonderen Art.

Fazit: das hat Las Vegas zu bieten

Der Las Vegas Strip ist in bunten Lichtern erhellt

Bei Nacht überzeugt Las Vegas sogar die größten Kritiker

Nun ja, ich muss ehrlich sagen, dass uns Vegas nicht so vom Hocker gehauen hat. Das mag einerseits daran liegen, dass wir einen Großteil der Attraktionen schon im Original gesehen haben und uns die Nachbildungen nicht völlig überzeugen konnten. Zum anderen ist es die Lautstärke und die Menschenmassen, denen man einfach nicht aus dem Weg gehen kann, die das Ganze zu einem eher weniger entspannten Erlebnis machten.

Damit will ich nicht sagen, dass die Stadt keine Reise wert ist, im Gegenteil, gesehen haben sollte man sie einmal. Auch wenn nur, um sich ein eigenes Bild zu machen. Abseits vom Las Vegas Strip und den Casinos hat sie aber nicht viel zu bieten und kann als Tagestour oder Zwischenstopp durchaus ausreichend besichtigt werden. Wenn du das tust, plane aber auf jeden Fall den Abend mit ein, denn dann erstrahlt die Stadt noch einmal in einem (wortwörtlich) ganz anderen Licht.