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Kommend von den Großsteingräbern Lancken-Granitz, fuhren wir weiter Richtung Südosten. Unser Ziel kannten wir nicht, wurde es uns doch vom Tourismusbüro nur als schöner Ort beschrieben und als Geheimtipp angepriesen. Die von Löchern gepflasterte, etwa zwei Kleinwagen breite Dorfstraße führte uns dann wahrlich direkt zu einem der idylischsten Orte Rügens: zu einem Strandabschnitt des Neuensiener Sees nahe Having.

Naturschutzgebiet Mönchgut – Having und Halbinsel Reddevitz

Unsere Autofahrt führte uns direkt in das Naturschutzgebiet Mönchgut zu einem sehr kleinen, etwa 10 Häuser umfassenden Ort. Von hier aus sind es etwa 100 Meter über den begrünten Deich zum Neuensiener See – einem Teil der Ostsee, der von Süden her nach Rügen hineinragt und zur Havinger Bucht gehört. Die gesamte Region zählt zum Biosphärenreservat Südost-Rügen, was man der Naturbelassenheit alles Sichtbaren ansieht. Hier, im Süden Lancken-Granitz’, finden Naturfreunde Einkehr und Ruhe!

Kein Mensch weit und breit – aber frischer Hering

Das schöne an solchen idyllischen Orten wie Having ist, dass sie zwar von Menschenhand mitgestaltet wurden, aber dennoch keine anwesend sind. Der Blick schweift über die Landschaft. Von rechts nach links kommen trocknende Fischernetze, ein altes Holzboot, ein kleines Fischerschiff sowie zwei Hütten vor das Auge. Im Hintergrund sind Möwen, die kreischen und sich am Ufer der kleinen Landspitze, welche in die See ragt, erholen und in weiter Ferne ist das gegenüber liegende Inselfestland zu sehen.

Nach ein paar Schritten stehen wir zwischen den beiden Hütten, der Boden glitzert silbern in den wenigen Sonnenstrahlen, die sich den Weg durch die Wolken bahnen. Es sind die Schuppen des scheinbar erst kürzlich gefangenen Fisches. Wie sich bei einem Blick in eine der nebenan stehenden typischen Fischkisten herausstellt, wurde kurz vor unserem Eintreffen frischer Hering abgepackt und für den Abtransport gelagert.

Hier wird scheinbar auf die Ehrlichkeit der Menschen vertraut und es bedarf keiner Überwachungsanlage, keinem Wachhund und keinem Zaun. Alles scheint im Einklang der Natur zu sein. Wir genießen noch ein paar Minuten die Ruhe, machen einige Fotos und begeben uns dann mit einem schönen, warmen Gefühl wieder auf den Rückweg.