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Ein paar Säulen sehe ich rechterhand hinter dem Zaun hervorragen. Dort muss es sich befinden, das antike Korinth, oder was davon übrig blieb. Endlich haben wir es geschafft, auch wenn unser Navigationsgerät uns eigentlich wo ganz anderes hinbringen wollte. Korinth, dies war einst eine der bedeutendsten Stadtstaaten der Antike. So bedeutend, dass sie auch interessant für Makedonier und Römer war. Die Letzteren machten die Stadt um 146 vor Christus dem Erdboden gleich und bauten sie einhundert Jahr später zur neuen Blüte auf.

Am Stadtrand des modernen Korinth, unweit vom Kanal von Korinth entfernt, befindet sich die Überreste des antiken Korinth. Es ist angenehm warm an diesem Tag. Eine kühle Brise weht, so dass die 30 Grad in der Sonne als nicht zu lästig empfunden werden. Die spärliche Beschilderung zeigt uns den Weg zu einem Parkplatz der erstaunlich leer ist. Ich vermisse die Busse, die doch ansonsten zu einer solchen touristische Attraktion dazu gehören.

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Blick über die Ausgrabungstätte von Korinth

Die letzte Möglichkeit Wasser einzukaufen

Wir laufen die Straße nach oben in Richtung der Säulen, die man ab und zu zwischen den Bäumen hervorlugen sieht. Oberhalb erwartet uns eine Art von Fußgängerpassage, bestückt mit kleinen Souvenirläden, Cafes und der griechischen Antwort auf unsere Tante Emma Läden. “Super Market” steht auf den Schildern und ich denke, dies ist auch eine Möglichkeit dem internationalen Publikum schnell zu erklären was das Geschäft zu bieten hat. Mir kommt es gelegen, denn ich kann meine Wasservoräte auffüllen und bin über den Preis von 2,60 Euro erstaunt, der mir für eine 1,5l Flasche Wasser und Fanta doch erstaunlich günstig vorkommt.

Auch der Eintrittspreis unterscheidet sich von denen gewaltig, welchen ich auf Sizilien und Malta kenne. 6 Euro will man nur von uns haben um dieses geschichtliche Highlight zu bewundern. Ich bin gespannt was mich erwartet und habe schon die Sorge, bei der Anlage könnte es sich um ein einziges Trümmerfeld handeln, wie wir es in Selinunte erlebt haben. Dass wir uns aber an der richtigen Ausgrabungstätte befinden, wurde mir schnell klar, als ich die vermissten Reisebusse vor dem Eingang des antiken Korinth stehen sah.

antikes korinth akrokorinth

Tempel E mit Blick auf Akrokorinth, der Festung von Korinth.

Weitere interessante antike Sehenswürdigkeiten in Griechenland

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Eintrittspreise
Erwachsene:8,00 Euro
Ermäßigte:4,00 Euro
Freier Eintritt:Jugendliche bis 18 Jahre
Tage mit freien Eintritt für Alle:06. März
18. April
18. Mai
29 & 30. September
28. Oktober
Öffnungszeiten
April bis September täglich08:00 – 20:00 Uhr
Oktober täglich08:00 – 18:00 Uhr
November bis März täglich08:00 – 15:00 Uhr
Geschlossen am:1. Januar
25. März
Ostersonntag
1. Mai
25. & 26. Dezember

Der Apollo Tempel im antiken Korinth

Das Erste wohin es mich zieht sind natürlich die Säulen des Apollo Tempel der sich auf einer Anhöhe befindet. Die Säulen haben eine magische Wirkung und dies scheinbar nicht nur auf mich. Auch wenn an diesem Tag sich scheinbar nicht viele Besucher die Überreste ansehen wollen, fällt mir hier oben auf, dass nahezu jeder Besucher seine Kamera zückt und ein paar Fotos schießt. Ich gehe einmal um den Tempel herum und auf einmal eröffnet sich auf der Rückseite der Blick in eine Ebene, welche von Trümmern wimmelt. Hier tobte also das Leben von Korinth. Hier wurde gefeiert, gestritten und den Reden des römischen Prokonsuls gelauscht, der wichtige Entscheidungen von seiner Rednertribüne verkündete.

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Theater im antiken Korinth

Das Theater und seine Umbauten

Überhaupt ist die Anlage für deutsche Touristen sehr interessant. Auf allen Infotafeln, die nur an den wichtigsten Stellen zu finden sind, findet man die Informationen in deutscher Sprache. Man bekommt hierdurch einen besseren Überblick, wie sich das Leben in dem antiken Korinth abgespielt haben muss. Wie man zum Beispiel an den Umbauten des Theaters erfährt. Wurden hier zum Beginn nur einfache Theaterstücke aufgeführt, wandelte sich dies mit der Herrschaft der Römer. Das Theater erlebte Umbauten, mit denen ab sofort auch Gladiatorenkämpfe möglich waren. Später dichtete man sogar den Boden des Theaters ab, um Seeschlachten aufzuführen.

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Lechaion Straße im antiken Korinth

Die Lechaion Straße – eine antike Fußgängerzone

Ein weitere interessante Geschichte hat auch die Lechaion Straße zu erzählen. Die Straße verband das römische Forum mit den Hafen Lechaion, wodurch die Straße ihren Namen erhielt. Als die Straße noch ungepflastert war, durften auf dieser noch Wagen fahren. Erst später, nachdem man sie gepflastert hatte, wurde sie zu einer antiken Fußgängerzone umfunktioniert. Links und rechts flankierte die Straße mehrere kleine Geschäfte, in denen die Bevölkerung von Korinth einkaufen konnten. Bis ins 10. Jahrhundert nach Christus diente die Straße den Menschen. Erst in den Jahrhunderten danach verlor sie immer mehr an Bedeutung und wurde 1858 nach einem Erdbeben endgültig aufgegeben.

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Südstoa in Korinth

Die Peirene Quelle

Ich finde immer weitere interessante Bereiche in dem antiken Korinth. So interessant, dass ich kurzerhand beschließe eine kleine Videodoku zu produzieren. Zu viele Impressionen prasseln auf mich ein, als dass ich diese alle nur in Bildern festhalten könnte. Mir fällt zum Beispiel auf, dass das ursprüngliche Grundniveau viel tiefer war. Viele der ausgegrabenen Objekte liegen zum Teil mehrere Meter im Boden. Dies fällt im Besonderen bei der Peirene Quelle auf. Diese wurde zu römischen Zeiten von einem zweistöckigen Gebäude umfasst, in dem sich ein Wasserbecken befand. Irgendwann in der Neuzeit fand man die Quelle unter einer kleinen Kapelle und einem Friedhof. Mehrere Erdbeben hatten die ursprünglichen Bauten zerstört und in sich zusammen fallen lassen. Regen, Wind und die Zeit sorgten anschließend für den Rest.

Wie imposant dieser Bereich des antiken Korinths gewesen sein musste, sieht man auch an der Südstoa, einer 164 Meter langen Säulenhalle, welche den Platz, des Forum, abgrenzte. Heute wundert man sich nur noch über die Säulenreste, die sich an diesem Punkt in einer geraden Linie von einem Ende der Ausgrabungsstelle zum Anderen hinziehen. In der Antike war dieser Bereich komplett überdacht.