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Möchtest du sehen welche Auswirkungen die Finanzkrise auf Spanien haben, dann besuche die Residencial Francisco Hernando. Diese liegt südlich von Madrid, oberhalb von Sesena, und ist ein Neubaughetto, von dem nur ein Teil fertig gestellt wurde. In diversen Reiseführern und Onlineportalen wird die Stadt als moderne Geisterstadt in Spanien bezeichnet. Doch handelt es sich dabei nur um eine Stadt in welche sehr, sehr wenig Menschen wohnen.

Residencial Francisco Hernando von einer vertrockneten Wiese

Residencial Francisco Hernando von einer vertrockneten Wiese

Unfertige Häuser, unfertige Straßen, die DDR lässt grüßen

Die Stadt erinnert ein bisschen an die Neubaugebiete zu DDR Zeiten in Mitte der 80ziger. Unfertige Straße, unfertige Häuser und scheinbar wird nirgendwo mehr etwas gebaut. Trotzdem wohnen hier Menschen und ein paar Geschäfte findet man in dieser öden Häuserlandschaft auch.

Der Unterschied zu den unfertigen Plattenbauvierteln aus Ost-Zeiten ist aber, in der Residencial Francisco Hernando stehen jede Menge Wohnungen zum Verkauf, die sich aber scheinbar niemand mehr leisten kann. Die Preise liegen für einen Quadratmeter bei 200 bis 400 Euro, was für eine Gegend, in der es kaum etwas gibt, teuer scheint.

Ende eines Fußweges in Residencial Francisco Hernando

Ende eines Fußweges

Ein Park, eine Magistrale und eingezäunte Wohnbereiche

Die Straßen in der Residencial Francisco Hernando sind rechteckig aufgebaut. In der geplanten Mitte der Stadt, verläuft eine zweispurige Straße mit einer mittigen breiten Fußgängerallee. Im westlichen Teil der Stadt gibt es einen Park mit einem kleinen See und einer riesigen Wasserfontäne.

Alle Wohnkomplexe sind komplett eingezäunt. Will man in die Häuser muss man durch ein verriegeltes Tor. Jeder Wohnkomplex hat im hinteren Bereich Spielplätze und Sportplätze, die ebenfalls eingezäunt sind. Unter den Häusern befinden sich Tiefgaragen. Im Erdgeschoss der Häuser ist Platz für Geschäfte und Bars, von denen ein paar auch geöffnet haben.

Aufgegebene Baustelle neben einem fertigem Wohnhaus in der Residencial Francisco Hernando

Aufgegebene Baustelle neben einem fertigem Wohnhaus

Bauzäune, Baugruben und nur wenige Menschen

Wie viele Menschen in der Stadt leben kann man nicht genau sagen. Jedoch sind es sehr wenige. Trotzdem begegnet man auch am Tag Menschen in der Stadt und regelmäßig fährt ein Auto die Hauptstraße entlang.

Das die Residencial Francisco Hernando eine Investruine ist, sieht man an den unfertigen Häusern. Man findet hier Baustellen von Wohnkomplexen, bei denen nur die Baugrube ausgehoben wurde. Bei anderen wurde bereits das Fundament gegossen, bevor die Finanzkrise kam. Auch unfertige Straßen und Kreisverkehrsinseln findet man hier. Die Stadt scheint von Bauzäunen umgeben zu sein, was dem Ganzen etwas Trostloses verpasst.