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Der Kölner an sich ist recht kommunikativ und lebhaft und hält Köln ohnehin für den Nabel der Welt. Mindestens Hauptstadt, aber ganz bestimmt eigentliche Landeshauptstadt von NRW. Das mit Düsseldorf ist lediglich ein bürokratisches Versehen.

Köln ist die viertgrößte Stadt in Deutschland und glänzt vor allem mit einer unglaublichen Vielfalt an kulturellem, kulinarischem und chaotischem Angebot. Die Rheinmetropole hat unbestritten einen besonderen, liebenswerten Charme, der nicht nur zur jecken Jahreszeit Touristenströme anlockt. Ein ganz kurzer Überblick über einige wesentliche Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten sollte folglich für einen ersten Eindruck genügen:

Must Do´s in Köln

Die Rheinstadt ist nunmal recht groß. Für Köln-Newbies ist daher für einen ersten Überblick eine Citytour mit dem Bus eine ausgezeichnete Idee. Es gibt das übliche Hop-on-Hop-Off Prinzip. Der günstigste Ausganspunkt ist unmittelbar an der Domplatte, wo die Touren auch starten.

Unbedingt sollte man auch eine Runde an der Rheinpromenade flanieren. Sehen und gesehen werden und vor allem lustige Einblicke ins Kölner Leben bekommen ist hier garantiert.

Auf dem Bild sieht man einen Pavillon an der Rheinpromenade

Blick auf die Rheinpromenade.

Auch außerhalb der Karnevalsaison ist ein Blick in eins der Karnevalsgeschäfte ein Event. Schaut einfach einmal hinein und staunt etwas über die jecken Kölner mit ihrer Begeisterung für die fünfte Jahreszeit.

Kölsche Kulinarik

Im Rheinland wie auch in Köln wird häufig Süßes mit Herzhaftem kombiniert. Folglich gibt es einige Spezialitäten, die das Probieren auf jeden Fall wert sind. Ganz klassisch ist beispielsweise der Rheinische Sauerbraten mit Rotkohl und Äpfeln. Ursprünglich mit Pferdefleisch gekocht, wird heute meistens Rindfleisch verwendet. Dazu gibt es eine Rosinensoße. Mindestens ebenso deftig sind “Himmel und Äd” und “Hämche”. Ersteres ist gebratene Blutwurst mit vermengtem Kartoffel- und Apfelmus. Letzteres ist Eisbein, welches häufig mit Sauerkraut serviert wird.

Sehr beliebt sind auch rheinische Rievkooche. Das sind Kartoffelreibekuchen, die traditionell mit Apfelmus und Zuckerrübensirup serviert werden. Zum Kölsch wird im Brauhaus aber auch sehr gerne ein Halver Hahn bestellt. Vegetarier dürfen sich freuen, da es sich bei dieser Spezialität um ein knackiges Roggenbrötchen, das so genannte Röggelchen, und eine dicke Scheibe alten Gouda handelt. Serviert wird der Halve Hahn mit Butter und Senf. Sehr empfehlenswert! Last but not least, stammt aus der Zeit als es noch Getier im Rhein gab,eine Reihe von Fisch- und Muschelgerichten. Rheinische Muscheln und Heringstipp – Hering mit Zwiebeln, Apfel und Sahne, sind nach wie vor Kölner Besonderheiten.

eine Straßenecke in Köln mit Straßenkunst und einem Sion-Kölsch-Schild.

Fundstück in Köln

Ganz wichtig: In Köln wird Kölsch getrunken!

Getrunken wird das obergärige Bier aus den so genannten “Stangen”, den schlanken 0,2 L Gläsern. Vereinzelt gibt es noch “Stössje”, das sind 0,1 L Gläser. Das hängt mit der Tatsache zusammen, dass Kölsch schnell schal wird und seine Schaumkrone verliert. Es ist eben ein sehr frisches Bier. Gebracht wird das Kölsch in den Kneipen und Brauhäusern vom “Köbes”, dem Kölner Kellner. Wer nicht ausdrücklich verneint, bekommt übrigens umgehend ein neues Kölsch, sobald die Stange leer ist. Verhindern kann man diese Flatrate, indem man seinen Bierdeckel auf das geleerte Glas legt. In großer Runde wird zuweilen auch ein “Pittermännchen”, das heißt ein kleines Fässchen bestellt, welches dann zum selbst Zapfen für jeden der Runde auf den Tisch gestellt wird. Alternativ wird auch gerne ein “Meter Kölsch” geordert. Prost.

Sehenswürdigkeiten

Sakrales

Millionen Kirchen in Köln. Interessant sind sie alle, aber man wird und wird einfach nicht fertig damit. Der Kölner Dom ist ganz eindeutig ein Muss! Detaillierte Ausführungen erspare ich mir, da es dazu hinreichend Lesestoff in gedruckter und digitaler Form gibt. Jedenfalls ist der Dom ziemlich spektakulär. Aber auch die übrigen Kirchen wie beispielsweise St. Gereon sind beeindruckend.

Der Kölner Dom von der Domplatte aus gesehen, an einem regnerischen Tag

Ein Bild vom Dom muss sein.

Museen

Erwartungsgemäß gibt es in der Domstadt gefühlt weit über tausend Museen. Meiner Meinung nach ist man mit den folgenden drei Museen ganz gut dabei und abgesättigt:

Museum Ludwig

Kunst des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts kann man im Museum Ludwig ansehen. Bestens kuratiert mit einer beeindruckenden PopArt Sammlung finden sich ebenso Kunstwerke, über die sich vorzüglich debattieren lässt. Must Go! Kunstquengler sollten eher Abstand nehmen, jedenfalls wenn Kunstliebhaber dabei sind. Das führt sonst zu Diskrepanzen bei der beachtlichen Museumsgröße und der gewünschten Zeitinvestition.

Römisch-Germanisches Museum

Sollte man mal hingehen. Man bekommt einen guten Überblick über die historische Entwicklung im besagten Bereich. Es ist recht wissenschaftlich kuratiert und definitiv nichts für Kinder. Warum das Gebäude des Museums preisgekrönt ist, ist schwerlich nachvollziehbar, da es wenig ansehnlich ist. Aber whatever works. Zur Website geht es hier.

Schokoladenmuseum

Für Menschen, die sich nicht als Kunstfreaks bezeichnen, wohl aber gerne Schokolade essen, ist das Schokoladenmuseum perfekt. Betrieben wird es von Lindt und man sieht vom Anbau der Kakaobohne bis über Import und Geschichte ziemlich viel. Anschaulich unterstrichen werden die Ausführungen durch ein tropisches Gewächshaus, real nachgestellte Krämerläden und vor allem die aktive Schokoladenproduktion. In der Schaufertigung werden u.a. Pralinen hergestellt. Ganz am Ende des Rundgangs befindet sich der legendäre, große Schokoladenbrunnen. Selbst verkosten darf man aus hygienischen Gründen natürlich nicht, aber es stehen Mitarbeiter parat, die kostenfrei Waffeln in die Schokolade stippen und diese verteilen.

Der Schokoladenbrunnen im Schokoladenmuseum in Köln mit Blick auf den Rhein.

Der Schokoladenbrunnen.

Highlight des Schokoladenmuseums ist eindeutig das angeschlossene Café. Tipp: Nehmt euch die Zeit dafür! Und esst möglichst wenig vorher am Tag. Die Torten sind traumhaft und der angebotene Kakao unschlagbar. Besonders der Kakao mit Minze und der Chili-Kakao mit Rum sind eine echte Empfehlung! Und Café ohne Museum geht auch.

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Was noch übrig bleibt…

Es bleibt noch ziemlich viel übrig, aber die alten Häuser am Rheinufer in der Nähe des Heumarktes sollte man sich schonmal ansehen. Sie sehen einfach putzig aus und vermitteln einen Eindruck des alten Kölns.

Köln-Ehrenfeld mit seiner Multi-Kulti Kultur und der Moschee ist auch einen Besuch wert. Einfach mal ein paar Minuten über die Straßen schlendern vermittelt besonders zur Sommerzeit einen interessanten weiteren Eindruck von der Domstadt.

Das Kölsche Jemüht

Urkölner sprechen Kölsch. Und alle anderen Kölner nutzen mindestens hin und wieder einige typische Ausdrücke. Wenn ihr also bei “Usselwetter” in Köln ankommt, wird es vermutlich nieselig oder regnerisch sein. Das bedeutet auch, dass ihr auf jeden Fall eine “Joppe” anziehen sollte, d.h. eine Jacke wäre optimal. So seid ihr etwas gegen das Gepladder, den Regen, geschützt. Wer das nicht tut, hat seine Joppe entweder vergessen oder “einen Ratsch am Kappes”, das heißt derjenige ist “jeck”, also etwas irre, seltsam oder hat einen Schaden. Für weitere Ausführungen empfehle ich ein Kölsch-Wörterbuch, auf das Sprachmissverständnisse vorzeitig aus der Welt geräumt werden.

Ansonsten ist der Kölner an sich sehr gesprächig. Small Talk findet sich quasi an jeder Ecke und niemand bleibt in Köln lange einsam. Da werden Neulinge ganz unkompliziert einfach integriert.

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