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Einzigartig ist das Massiv bei den Drei Zinnen. Ich bin jedes mal immer wieder aufs Neue erstaunt und kann nicht genug Fotos von dem Szenario schießen, welches sich mir hier bietet. Solltest du einmal in der Nähe von Cortina d’Ampezzo kann ich dir nur empfehlen einen Abstecher zu den 3 Zinnen zu machen. Interessierst du dich für Kriegssteige aus dem 1. Weltkrieg gehören die 3 Zinnen zum Pflichtprogramm. In diesem Beitrag erfährst du alle interessanten Infos zu den Klettersteigen und dem Kriegssteig bei den Drei Zinnen.

Die Drei Zinnen

Zu den Drei Zinnen kommst du entweder mit dem Auto, dem Bus oder zu Fuß. Mit dem Auto oder dem Bus musst du eine gebührenpflichtige Straße befahren. Die Gebühr für 1 PKW betrug 2017 25 Euro. Wenn du dich für die Anfahrt mit dem Auto entscheidest, kannst du anschließend bis an den Fuß der 3 Zinnen auf einen großen Parkplatz fahren.

Die 3 Zinnen in den Dolomiten

Die 3 Zinnen in den Dolomiten

Gleich neben dem Parkplatz ragen die Gipfel der Drei Zinnen gewaltig und einzigartig in den Himmel. Du wirst dich hier nicht nur klein sondern unendlich winzig fühlen, wenn du vor dem Massiv stehst. Du wirst sofort feststellen du bist nicht allein. Denn Unmengen an Menschen tummeln sich hier täglich herum. Alleine die “Drei Zinnenhütte” sollen täglich knapp 2.000 Touristen erreichen.

Die Drei Zinnen Hütte

Die Drei Zinnen Hütte

Der Großteil dieser Massen sind Hobbywanderer, die du leicht an ihrer Kleidung erkennst, Freizeitlook und den klassischen Strandlatschen. Ich sah sogar auf einer meiner Touren ein paar Frauen die versuchen den Weg mit ihren Stöckelschuhen zu überwinden.

Eine kleine Story: Bei meiner ersten Tour bei den 3 Zinnen im Jahr 2010 wurden wir von einem heftigen Gewitter überrascht. Die Drei Zinnen waren dabei in einer gespenstischen Wolkendecke eingehüllt, Rings um un zuckten Blitze. Der Regen fiel so heftig, dass ich das Gefühl hatte er drischt von allen Seiten auf mich ein. Den einzigen Schutz den ich damals ergatterte war der kleine Dachvorsprung der Winterhütte der 3 Zinnenhütte.

Die Lavaredohütte bei den Drei Zinnen

Die Lavaredohütte bei den Drei Zinnen

Der Innerkofler De Luca-Steig – Ein Kriegssteig

Eines der schönsten Wehranlagen ist der Innerkofler De Luca-Steig, den die Österreicher im ersten Weltkrieg in das Passportenkoffelmassiv sprengten.

Eine kleine Erinnerung: Während ich meinem Weg in Richtung des Eingangs zum Kriegssteig gehe, frage ich mich, was an dieser Stelle im ersten Weltkrieg geschehen ist. In meinen Gedanken höre ich das Widerhallen der  Soldatenschritte, die diesen Weg zu ihren Stellungen zurücklegen mussten. Als ich die Lavaredohütte erreiche, glaube ich die ehemalige italienische Linie überschritten zu haben. Ab hier dürfte das Land der österreichischen Alpinisten beginnen.

Abstieg vom Paternkofel zur Drei Zinnen Hütte

Abstieg vom Paternkofel zur Drei Zinnen Hütte

Die Begehung des Kriegssteigs ist nur mit einer ordentlichen Klettersteigausrüstung empfohlen, da viele der alten Wege nicht mehr vorhanden sind und man lange Strecken an Felswänden queren muss. Zudem sind Helm und Taschenlampe Pflicht, denn die Stollen sind teilweise sehr lang, nicht ausgeleuchtet und das Deckengestein ist spitz und scharfkantig. Des Öfteren stieß ich mit meinem Helm an die Decke und bereits diesen Zusammenstoß spürte ich sehr deutlich.

Stellungen aus dem 1. Weltrkieg am Innerkofler De Luca-Steig

Stellungen aus dem 1. Weltrkieg am Innerkofler De Luca-Steig

Der Innerkofler De Luca-Steig quert einmal das Passportenkoffelmassiv. Cirka in der Mitte wechselt man die Seite und geht rückseitig des Massivs eine Scharte nach oben. Im oberen Teil befindet sich linkerhand der Einstieg zum Klettersteig auf den Paternkofel. Rechterhand kann man den Kriegssteig weiter gehen. Hier erklimmt man über schmale Wege und Brettern das Massiv bis zur Spitze. Auf dem Weg sieht man viele Steinbehausungen die in den Fels geschlagen wurden.

Der Rückweg beginnt direkt am Einstieg des Klettersteigs und ist für sich auch eine Art von Klettersteig. Man klettert rund die Hälfte des Massivs an Sicherungsseilen herab bis man den Eingang zu den Kriegsstollen erreicht. Anschließend geht man durch die alten Kriegsanlagen das restliche Stück des Massivs hinab.

Die Drei Zinnen vom Paternkofel

Die Drei Zinnen vom Paternkofel

Geschichtliche Infos zum Kriessteig

Der Kriegssteig ist eines der gewaltigsten Steiganlagen des ersten Weltkriegs. Insgesamt ziehen sich die Wehranlagen durch zwei Felsmassive, dem Passportenkofel und den Paternkoffel. Mehrere Stollen wurden von den Österreichern in das Massiv gesprengt und verbinden wichtige Beobachtungspunkte miteinander. Die so geschaffene Festung war für den Gegner nahezu uneinnehmbar, da man den Feind von hier aus bereits Stunden vor seinem eigentlichen Eintreffen erblickte.

Der Eingang zum Innerkofler De Luca-Steig

Der Eingang zum Innerkofler De Luca-Steig

Alleine der Winter bot Chancen, denn der Schnee ermöglichte den Gegnern Tunnel in den Schnee zu graben und somit unentdeckt das Massiv zu erreichen. Überhaupt zählte bei der Eroberung der Felsstellungen in den Dolomiten vor allem der Überraschungseffekt.

Querung am Innerkofler De Luca-Steig vom Passportenkofel zum Paternkoffel

Querung am Innerkofler De Luca-Steig vom Passportenkofel zum Paternkoffel

In den Kriegsjahren des ersten Weltkriegs, sind in diesem Gebiet mehr Soldaten durch Witterungsbedingungen und Naturereignisse gestorben, als durch die eigentlichen Kampfhandlungen. Im Winter waren Erfrierungen an der Tagesordnung. Ein Großteil der Toten holten sich die Lawinen, welche ständig von den Felsen in das Tal abgingen. Der Rest wurde im Sommer durch Steinschläge, Abstürze oder der einen oder anderen Kugel des Gegners dahingerafft.

Schmales Band am Innerkofler De Luca-Steig

Schmales Band am Innerkofler De Luca-Steig

Im ersten Weltkrieg sollen die Italiener auf die Spitze der 3 Zinnen einen Scheinwerfer installiert haben, mit denen sie das Gebiet ableuchten konnten. Irgendwann kam einer der Generäle sogar auf die Idee, eine Kanone da oben zu installieren. Wie man das Teil dort hinauf brachte, kann man nur erahnen.

Das Passportenkofel und das Paternkoffel-Massiv

Das Passportenkofel und das Paternkoffel-Massiv

Wie der Kriegssteig den Namen erhielt

Einer der Soldaten, die hier dienten hieß Sepp Innerkofler. Vor dem ersten Weltkrieg war er, sein Bruder und sein Vater erfahrene und bekannte Bergführer, weswegen das österreichische Militär an Sepp großes Interesse zeigte. Irgendwann zum Beginn des ersten Weltkriegs soll Sepp auf den Italiener Piero De Luca gestoßen sein. Da dieser sich in einer misslichen Situation in den Bergen befand, er hatte sich verstiegen und wusste nicht wie er wieder von den Felsen hinabsteigen konnte, eilte ihm Sepp zur Hilfe.

Außenweg am Innerkofler De Luca-Steig

Außenweg am Innerkofler De Luca-Steig

Einige Zeit später trafen diese Beiden erneut aufeinander. Trotz der vergangenen  Rettungsaktion waren sie jetzt Feinde. Piero De Luca beschoss Sepp Innerkofler mit Steinen, da seine Waffe zu diesem Zeitpunkt nicht funktionierte. Anschließend soll sich Sepp bei einem Absturz so schwer wiegende Verletzungen zugezogen haben, dass er an diesen verstarb. Als Erinnerung an das Schicksal der beiden Soldaten, erhielt der Steig den Namen Innerkofler De Luca.

weitere interessante Kriegsanlagen in Europa

Stollen im Innerkofler De Luca-Steig

Stollen im Innerkofler De Luca-Steig

Weitere interessante Klettersteige in der Nähe der 3 Zinnen

Klettersteige bei den drei Zinnen (Drei Zinnen Klettersteig)

Bei den Drei Zinnen gibt es neben dem Kriegssteig zwei Klettersteige, den Klettersteig auf dem Paternkofel und den Toblinger Knoten.

Wenn du nur die Klettersteige ohne den Kriegssteig begehen möchtest, empfehle ich dir als Einstieg die Drei Zinnenhütte. Vom Parkplatz der 3 Zinnen bis zur 3 Zinnenhütte wirst du ungefähr 1 Stunde benötigen. Anschließend kannst du dir aussuchen welchen Klettersteig du zuerst machen möchtest-

Klettersteig auf den Paternkofel

Rechts weg von der 3 Zinnehütte beginnt ein Steig der dich direkt zu den Kriegsstollen des ersten Weltkriegs führen wird. Diese musst du zum Beginn komplett durchschreiten, wobei du im oberen Bereich auf die ersten Sicherungsseile treffen wirst. Sobald du den Ausstieg der Stollen erreicht hat, führt dich der Steig rechts weiter das Massiv hinauf. Folge einfach den Stahlseilen weiter nach oben.

Einstieg zum Klettersteig am Paternkoffel

Einstieg zum Klettersteig am Paternkoffel

Oben angekommen findest du weitere Behausungen aus dem 1. Weltkrieg. Rechts davon führt dich der Klettersteig weiter auf den Paternkofel. Kurz nach dem Beginn des Klettersteig teilt sich dieser in einen Aufstiegsweg und Abstiegsweg. Folge einfach dem Weg rechts weiter nach oben. Wenige Meter später triffst du auf den Abstiegsweg. Den ignorierst du aber und steigst weiter den Berg hinauf.

Sicherungen wirst du ab hier jedoch vergeblich suchen. Diese gibt es bis auf den Paternkofel nicht mehr. Stattdessen musst du dich in freiem Klettern üben und die Spitze des Berges erklimmen. Oben erwartet dich neben dem Gipfelkreuz ein fantastischer Blick auf die 3 Zinnenhütte und dem Toblinger Knoten.

Warteschlange am Klettersteig auf dem Paternkofel

Warteschlange am Klettersteig auf dem Paternkofel

Der Rückweg wird dich noch einmal beanspruchen, denn dieser ist gleich dem Hinweg. Gerade die Abschnitte bis zu den Stollen haben es im Abstieg in sich. Deswegen kann ich dir nur empfehlen den Klettersteig bei gutem Wetter zu begehen. Dann solltest du jedoch zeitig einsteigen, denn der Klettersteig ist sehr beliebt und dementsprechend auch gut gefüllt.

Toblinger Knoten

Klettersteig Toblinger Knoten mit Blick zu den 3 Zinnen

Klettersteig Toblinger Knoten mit Blick zu den 3 Zinnen

Ebenfalls unweit von der Drei Zinnen Hütte entfernt, aber gegenüber des Paternkofel, gibt es noch einen weiteren Klettersteig auf den Toblinger Knoten. Der Klettersteig ist im eigentlichen Sinne ein Leiternsteig, der aber sehr viel Freude bereitet. Anfänger können sich an diesem Klettersteig schön ausprobieren.

Klettersteig Toblinger Knoten

Klettersteig Toblinger Knoten

Bei meiner Tour war der Klettersteig zudem nicht so überlaufen, wie der Klettersteig auf den Paternkofel.  Dafür begegneten wir deutschen Gebirgsjägern, welche den Klettersteig als Übungssteig nutzten. Einige der Jungs kamen dabei ganz schön ins Schwitzen.