Du suchst einen Weg in der Sächsischen Schweiz, der nur bei Kletterern bekannt ist? Dann schaue dir mal die folgende Tour auf dem Pfad “Unterer Terrassenweg” an. Dieser verläuft auf spannenden Kletterpfaden durch den Schmilkaer Kessel.

Sandfläche auf “Unterer Terrassenweg” bei Rotkehlchenstiege

An einigen Stellen, wie bei dieser Sandfläche, ist der Bergpfad sehr breit.

Übersicht

Diese Tour, die auf Kletterzustiegswegen verläuft, findest du im Schmilkaer Kessel in der Sächsischen Schweiz. Der Zustieg, aber auch die Wege sind nicht immer eineindeutig zu erkennen. Du solltest dir deswegen Zeit lassen oder die Tour nur durchführen, wenn du dich in der Gegend auskennst.

Die Tour würde ich allerdings auch zu einer der Schönsten in der Sächsischen Schweiz zählen. Du wirst auf dieser die Einstiege von vier interessanten Stiegen queren. Zudem verlaufen die Wege immer an Felswänden entlang mit schönen Blicken in die Natur.

Boofe “Am schwarzen Horn” in der Sächsischen Schweiz

Auf dem Bergpfad wirst du auch an vielen Boofen vorbeikommen. Diese gibt es nur hier in der Sächsischen Schweiz.

Infos zu den Pfaden im Schilkaer Kessel im Überblick

Lage: Zwischen Wurzelweg und Starke Stiege
Startpunkt: 50°54’07.5″N 14°15’02.6″E
(50.902073, 14.250729)
Endpunkt: 50°54’21.5″N 14°13’39.9″E
(50.905967, 14.227744)
Schwierigkeit: schwarzer Wanderweg
Dauer: ca. 2 Stunden
Besonderheiten: unmarkierte Pfade, meistens Zustiege zu Kletterfelsen mit leichten Kletterpassagen

Die folgenden Infos sollen dir noch einmal eine kurze Übersicht geben, was dich hier erwartet.

  • Schwer aber nicht gefährlich
  • Für Anfänger und Kinder nicht geeignet
  • Besteigen nur mit Klettererfahrung und Trittsicherheit
  • Keine künstlichen Griffe oder Tritthilfen
  • Kein öffentlicher Wanderweg
  • Klettersteigset nicht notwendig
  • Normale Wanderschuhe ausreichend
Blick zur Kaiserkrone vom “Unterer Terrassenweg”

Von vielen Stellen des Pfades kannst du schöne Ausblicke in die Landschaft genießen.

Anfahrt, Parken & Zustieg

Der schnellste Zustieg zum Einstieg des ersten Pfades, über den Wurzelweg, ist über Schmilka. Um hierhin zu gelangen, hast du 2 Möglichkeiten:

  1. Mit der S-Bahn fährst du bis Schmilka-Hirschmühle. Anschließend überquerst du die Elbe mit der Fähre nach Schmilka.
  2. Mit dem Auto fährst du bis Schmilka. Direkt im Ort findest du einen größeren Parkplatz. Die Parkgebühren betragen derzeit 1 Euro für 30 Minuten oder 8 Euro für den ganzen Tag.

Mein Hinweis: Wenn du mit dem Auto kommst, sei an Wochenenden oder in den Ferien vor 10 Uhr auf dem Parkplatz. Kommst du später, kann es passieren, dass du hier keinen freien Parkplatz mehr finden wirst. Du musst dann zusätzlich Zeit einplanen, um eine Parkmöglichkeit zu suchen.

Schmilka in der Sächsischen Schweiz

Startpunkt ist Schmilka mit seiner bekannten Bäckerei, die vor allem bei Wanderern beliebt ist.

Von Schmilka gehst du über den Wurzelweg in das Innere der Sächsischen Schweiz. Die Markierung beginnt mit einem grünen Streifen und wechselt kurze Zeit später zu einem gelben Streifen.

An einem Abzweig folgst du der Ausschilderung weiter auf dem Wurzelweg. Du verlässt an dieser den Hauptwanderweg und folgst dem Weg, der mit einem grünen Punkt markiert ist.

Felsdurchgang am “Unterer Terrassenweg”

An diesem Felsdurchgang darfst du das erstmal etwas klettern.

Folge nun den Wurzelweg einfach weiter bergauf. Den Abzweig zum Lehnsteig lässt du dabei links liegen. Sobald du die ersten Felswände erreicht hast, macht der Weg eine scharfe Linkskurve.

Kurz nach der Linkskurve siehst du auf der rechten Seite, bei einem Schild, ein Pfad abzweigen. Genau gegenüber von dieser Stelle befindet sich an der Felswand der Einstieg des Pfades. Hinter den Wurzeln eines Baumes, die mit Erde überzogen sind, gelangst du auf diesen.

Die Route auf dem “Unterer Terrassenweg” teilt sich nun in 4 Abschnitte, die da wären:

  1. Zustiegspfad zwischen Wurzelweg und Lehnsteig
  2. Pfad “Unterer Terrassenweg” im Abschnitt Lehnsteig und Heilige Stiege
  3. “Unterer Terrassenweg” im Bereich Heilige Stiege und Rotkehlchenstiege
  4. Letzter Abschnitt des Pfads zwischen Rotkehlchenstiege und Starke Stiege
Einstieg Bergpfad am Wurzelweg

Einstieg des Pfades ist hinter dieser Wurzel.

1. Abschnitt: Zwischen Wurzelweg und Heilige Stiege

Die folgenden Zeiten an den folgenden Spots sollen dir eine grobe Orientierung geben:

0:00: Startpunkt ist die verwitterte Wurzel eines Baumes, hinter der du auf dem Pfad gelangst. Rund 10 Minuten später wirst du den ersten Aussichtspunkt erreicht haben, mit einem schönen Blick zur Kaiserkrone

Abstiegsweg auf dem “Unterer Terrassenweg”

An dieser Stelle geht es bergab zur Boofe am “Schwarzen Horn”

0:20: Bereits 20 Minuten später befindest du dich an den Stufen des Lehnsteigs. Diesen querst du und folgst auf der anderen Seite dem Pfad, der hier als “Unterer Terrassenweg” auf Karten ausgezeichnet ist.

0:30: Nach rund 10 Minuten kommst du zu einem weiteren Aussichtspunkt. Hier musst du durch eine Felswand klettern. Auf der Rückseite hast du einen Blick auf die Felswände der Rübezahlstiege

0:40: Ungefähr 10 Minuten später kommst du an einen Abzweig. Hier führt ein markanter Weg den Berg hinab. Diesem folgst du.

Mit Holzbalken gesperrter Abschnitt auf Pfad

Hier ging der Weg früher einmal weiter. Dieser Abschnitt wurde aber komplett gesperrt. Grund dafür sind seltene Falkenarten, die in dem Gebiet brüten.

0:50: Du kommst jetzt zur Boofe “Am schwarzen Horn” und dem Zustiegsweg der Rübezahlstiege. Die folgst dem Pfad an der Felswand entlang und gelangst zu einem versandeten Weg. Der Pfad ist hier auf der anderen Seite gesperrt, sodass du in den “Heringsgrund” absteigen musst.

1:10: Im “Heringsgrund” hältst du dich rechts und folgst dem Wanderweg bergauf. Dies ist der Zustieg zur “Heiligen Stiege. Rund 5 Minuten später, kurz nach den ersten Stufen der “Heiligen Stiege” zweigt links erneut der Pfad “Unterer Terrassenweg” von der Stiege ab.

Zerstörte Holzbrücke auf “Unterer Terrassenweg”

Normalerweise liegt diese Holzbrücke über der Felskluft. 2021 war sie aber zerstört.

2. Abschnitt: Zwischen Heilige Stiege und Starke Stiege

1:25: Du kommst als Nächstes an einem markanten Muster an einer Felswand vorbei. Danach triffst du auf einen Felsspalt, über den eine Holzbrücke führt.

Mein Hinweis: Bei meiner Tour in 2021 war diese Brücke zerstört. Wir mussten damals ein Stückchen den Fels in den Felsspalt abklettern und auf der anderen Seite hinter einer Felswand erneut auf den Pfad hinaufklettern.

1:35: Nach der Holzbrücke kommst du an einer großen Sandfläche vorbei. Wenige Minuten später befindest du dich auf dem Zustiegsweg zur “Rotkehlchenstiege. Diesen folgst du und zweigst auf gleicher Höhe erneut auf den linken Pfad ab.

Felsdurchgang auf dem letzten Abschnitt des “Unterer Terrassen

An dieser Stelle im letzten Abschnitt kommst du nur gebückt weiter.

1:50: Der letzte Abschnitte des “Unteren Terrassenweg” führt dich erneut an Boofen vorbei. Nach rund 15 bis 20 Minuten wirst du auf eine Felswand stoßen. Diese musst du queren mit leichter Kletterei durch den Felsspalt.

Mein Hinweis: Du kannst den ersten Felsspalt auch umgehen, denn es gibt weiter hinten einen weiteren Felsdurchgang. Diesen kannst du aber nur leicht gebückt durchschreiten.

2:05: Das letzte Highlight auf dem Pfad ist ein Felsdurchgang. Diesen wirst du 15 Minuten nach dem Felsspalt erreichen. Der Felsdurchgang ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber sehr markant. Wenige Minuten später befindest du dich dann auch schon am Ausstieg, dem Zustieg zur “Starken Stiege”.

Felsspalt auf dem “Unterer Terrassenweg”

Hast du diesen Felsdurchgang absolviert, ist das Ende nicht mehr weit.

Abstieg & Alternativen

Der schnellste Weg zurück nach Schmilka ist, wenn du den Pfad durch den “Rauschengrund” hinab läufst. An dessen Ende kommst du auf den Wanderweg, der bergab nach Schmilka zurückführt.

Da der Bergpfad allerdings auch an vielen Stiegen vorbeiführte, bieten sich für dich noch ein paar interessante Alternativen an. Diese sind, sortiert nach Schwierigkeit, folgende:

  • Du steigst dem Rauschengrund und Elbleitenweg bergab bis zum Heringsgrund. In diesen zweigst du ab und erklimmst nochmal die Heilige Stiege komplett. Oben angekommen läufst du über den Reitsteig bis zum Lehnsteig. Über diesen steigst du nun nach Schmilka ab.
  • Du steigst den Rauschengrund bergab und zweigst an dessen Ende zum Einstieg der Rotkehlchenstiege. Diese steigst du auf und zweigst am oberen Ende nach links auf den “Oberen Terrassenweg” ab. Den Pfad folgst du bis zum Abstieg “Breite Kluft”. Von dort aus geht es hinab nach Schmilka.
Blick auf Felswände der Rübezahlstiege

In dieser Felswand befindet sich die Rübezahlstiege. Diese kannst du am Ende der Tour gerne noch gehen, wenn du noch genügend Energie besitzt.

  • Du steigst zum Einstieg der “Starken Stiege bergauf. Diese erklimmst du und folgst am oberen Ende dem “Oberen Terrassenweg” rechterhand zur Rotkehlchenstiege. Diese steigst du anschließend ab und läufst nach Schmilka zurück.
  • Du steigst hinab bis zum Heringsgrund. Diesem folgst du bis zum Abzweig zur Rübezahlstiege. Die Rübezahlstiege steigst du auf und am oberen Abzweig hältst du dich rechts zum Lehnsteig. Über diesen steigst du schließlich nach Schmilka ab.

Mein Hinweis: Ob du dich für einen alternativen Rückweg entscheidest, würde ich dir erst am Ende der Tour empfehlen. Entscheide dies also erst, wenn du weißt, ob du noch über genügend Kraftreserven verfügst.

Pfad “Unterer Terrassenweg” an Felswand

Der Pfad ist an vielen Stellen sehr schmal und deswegen nichts für Menschen mit Höhenangst.