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Planst du eine Reise nach Tokyo, solltest du dir den Kaiserpalast unbedingt besuchen. Die Anlage des Kaiserpalast in Tokio umfasst vier Areale, von denen 3 öffentlich sind. Diese kannst du kostenfrei besichtigen. Nur der Bereich mit dem Kaiserpalast und dem Wohnsitz der kaiserlichen Familie ist für die Öffentlichkeit gesperrt.

Übersichtskarte

Hier findet man die jeweiligen Gebiete rund um den Kaiserpalast. Hier findest du eine größere Karte von Tokio.

Hier findet man die jeweiligen Gebiete rund um den Kaiserpalast.

Das Areal mit dem Kaiserpalast liegt im Stadtbezirk Chiyoda, und grenzt direkt an den Stadtteil Marunouchi mit seiner einmaligen Skyline an.

Je nachdem in welchen der öffentlichen Bereiche du gelangen möchtest, gibt es mehrere U-Bahn Stationen, von denen aus du am Besten dorthin kommst. Mehr dazu habe ich dir in den jeweiligen Abschnitten eingefügt.

Theoretisch könntest du das gesamte Areal einmal umlaufen. Davon rate ich dir aber ab, da das Gelände eine Strecke von über 6 Kilometern umfasst (Hinweis: Wenn du hier joggen willst, findest du am Ende des Beitrags noch eine interessante Info dazu).

Kleiner FunFact: In der Immobilienblase Anfang der 90ziger, soll das Areal des Kaiserpalastes in Tokio genau so viel gekostet haben wie der gesamte Bundesstaat Kalifornien in den USA.

Kaiserpalast

Den Kaiserpalast kannst du nur an 2 Tagen im Jahr öffentlich besuchen, dem 23. Dezember (Geburtstag des Kaisers) und dem 2. Januar (Neujahr). An diesen Tagen zeigt sich die kaiserliche Familie dem Volk.

An allen anderen Tagen kannst du den Kaiserpalast nur per Voranmeldung betreten. Die Anmeldung für Touren am selben Tag ist am Kikyomon (Kikyo-mon Tor), welches du im Norden vom Kokyo Gaien Park erreichst. Ich habe dir die Lage des Tors in dieser Karte mit eingezeichnet. Weitere allgemeine Infos zu der Besichtigung in englisch findest du hier.

Die Touren sind kostenfrei und in japanischer Sprache. Täglich finden 2 Touren statt, eine um 10:00 Uhr und eine um 13.30 Uhr.

Eine Tour dauert rund 1 1/2 Stunden und hat eine Strecke von rund 2,2 Kilometern. Die Tour führt dich an folgenden Highlights vorbei:

  • Kikyo-mon Gate
  • Someikan (Besucherhaus)
  • Fujimi-yagura (“Mt. Fuji Blick”)
  • To-no-saka Hang
  • Ostgarten des Kaiserpalastes
  • Inner Gate of the Imperial Palace
  • Seimon-tetsubashi Brücke (einmal hin und zurück)
  • Yamashita-dori Straße
  • Imperial Household Agency

Wie du an den Spots siehst führt die Tour nicht an den Gebäuden der kaiserlichen Familie vorbei, sondern streift nur einen Randbereich des ansonsten geschlossenen Areals des Kaiserpalastes. Hier findest du den genauen Routenverlauf der Tour.

An diesen Tagen finden keine öffentlichen Touren statt.

  1. Sonn- und Feiertage sowie Feiertage
  2. Vom 21. Juli bis 31. August entfällt die 13.30 Uhr (wahrscheinlich wegen der Hitze)
  3. Vom 28. Dezember bis zum 4. Januar
  4. An Tagen an denen das kaiserliche Gericht tagt oder es andere unvermeidbare Umstände gibt. Die aktuellen Infos dazu findest du hier.

Die genauen Bedingungen zu den Touren in englisch findest du hier.

Brücke zum Kaiserpalast

Die Seimon-ishibashi Brücke, ist die wohl am meisten fotografierte Brücke zum Kaiserpalast .

Historische Infos: An der Stelle des heutigen Kaiserpalastes errichtete am Ende des 12. Jahrhundert der lokale Herrscher Edo Shigenaga ein Fort, das Fort Edo.

Unweit der damaligen Burg verlief die Küstenlinie und im dem Gebiet des heutigen Hibiya war Fisch reichlich vorhanden. Der lokale Herrscher Edo Shigenaga war auch Namensgeber der Stadt Edo, dem heutigen Tokyo.

1457 begann Ota Sukenaga, ebenfalls ein Krieger, mit umfangreichen Bauarbeiten und schuf damit die Grundlage der späteren Burg der Shogune und dem heutigen Kaiserpalast.

Kitanomaru Park

Nördlich vom Areal des Kaiserpalast gibt es den öffentlichen Kitanomaru Park. Diesen kannst du jederzeit kostenfrei besuchen.

Foto: Gehwege im Kitanomaru Park

Im gesamten Kitanomaru Park wirst du sehr gut gepflegte Gehwege vorfinden auf denen du spazieren kannst.

Den Park erreichst du am Besten, wenn du mit der Tokioer U-Bahn bis zur Kudanshita Station (Linien und Haltepunkte: T07, S05, Z06) fährst. Von hier aus gehst du vom Ausgang 2 ein Stückchen weiter nach Westen und querst dann über die Brücke in den Park.

Foto: Grünanlage im Kitanomaru Park in Tokio

Es gibt in dem Park auch weite Grünflächen. Im Hintergrund siehst du einen überdachten Picknickbereich.

Bevor du das Tor erreichst solltest du einen Blick hinab werfen. Hier siehst du ein altes Gebäude, zwischen den Hochhäusern stehen, welches aus der Meiji Zeit stammt.

Foto: Gebäude aus Meiji Zeit am Kitanomaru Park

Zwischen Hochhäusern versteckt kannst du auf der Brücke zum Kitanomaru Park dieses alte Gebäude aus der Meiji Ära sehen. Interessant an dem Gebäude ist die Mischung aus westlichen und japanischen Baustil.

Am Eingang des Parkes wirst du ein Tor aus dem 17. Jahrhundert durchqueren. Danach kommst du zu einem weiteren restaurierten Tor aus der Edo Zeit mit einem kleinen Innenhof. Gleich dahinter befindet sich die Budokan Arena.

Foto: Tor aus der Edo Zeit im Kitanomaru Park

Am Eingang zum Kitanomaru Park wirst du dieses Tor durchqueren, welches aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Kleiner FunFact: An dem Parkplatz gegenüber der Budokan Arena viel mir ein Schild auf, welches zeitgemäßer nicht sein konnte. Auf diesem wurde darauf hingewiesen, dass in diesem Gebiet Drohnen strengstens verboten sind.

Neben der Budokan Arena gibt es noch ein kleines Cafe mit öffentlichen Toiletten. Und gleich dahinter befindet sich das große Parkgelände des Kitanomaru Park. Hier kannst du dann in Ruhe spazieren gehen.

Foto: Sitzgruppen im Kitanomaru Park beim Kaiserpalast

In dem Park wirst du an manchen Stellen diese Sitzgruppen sehen. Hier kannst du mit Freunden gemütlich abhängen.

Sehenswertes im Kitanomaru Park

  • Nihon Budokan, eine riesige Kampfsporthalle
  • National Museum of Modern Art Crafts Gallery
  • Science Museum
  • Statue von Yoshida Shigeruzo, japanischer Premierminister von 1946 bis 1947 und 1948 bis 1954
  • Tor aus der Edo Zeit aus dem 17. Jahrhundert

Ostpark beim Kaiserpalast

Japanisches Wachhaus beim Kaiserpalast

Dieses Wachhaus befindet sich am Osttor in unmittelbarer Nähe des Eingangs zum Ostpark.

Der Ostpark (oder Ostgarten des Kaiserpalastes) ist ein weiteres Areal welches du kostenfrei betreten kannst. Hierher kommst du am Besten von der Otemachi Station (Linien und Haltepunkte: C11, I09, M18, T09, Z08).

Der Eingang ist vom Ausgang C10 der U-Bahn Station Otemachi nur rund 100 Meter entfernt.

Wiese mit Skyline von Tokio

Von der Festungsanlage, der Tenshudai Donjon Base, hast du einen schönen Blick auf die Skyline von Tokio.

Öffnungszeiten & Eintrittspreise

ACHTUNG: Der Ostpark ist nur an bestimmten Wochentagen geöffnet.

Der Besuch des Ostparks ist kostenfrei. Du erhälst aber eine Plastik Eintrittskarte welche du beim Verlassen des Parks wieder zurückgeben musst. Für diese Karte wird kein Pfand erhoben.

Mitte April bis August: 09:00 – 17:00
November bis Februar: 09.00 – 16:00
alle anderen Monaten: 09:00 – 16:30

letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung

Geschlossen: Immer Montag und Freitag und vom 28. Dezember bis 3. Januar. Ist der Montag oder Freitag ein nationaler Feiertag bleibt der Park am darauffolgenden Tag geschlossen.

Hier findest du die aktuellen Feiertagen in Japan: timeanddate.com – Japanische Feiertage

Foto: Wiese im Ostpark in Tokio

Im oberen Bereich des Ostparks gibt es eine große Wiese, auf der du auch Picknicken kannst.

Die Parkanlage ist sehr weiträumig und dementsprechend solltest du etwas Zeit einplanen. An heißen Tagen kann ich dir zudem nur empfehlen dich mit ausreichend Wasser einzudecken. Am Eingang des Parks findest du hierzu (wie meistens irgendwo in Tokio) Getränkeautomaten.

Laterne aus dem Industriezeitalter

Die Straßenlaterne im industriellen europäischen Stil wurde in der Meiji Ära in den Ostpark installiert

Sehenswertes im Ostpark

Botanischer Garten

Ich fand zwei Sachen in dem Park sehr interessant. Das eine war der botanische Bereich der sich unterhalb der Mauer befindet. Die Anordnung fand ich sehr faszinierend. Viele der Wege schlängelten sich durch eine abwechselnde Flora und Fauna. Es gibt im Park zudem einen kleinen Wasserfall mit einem Teich in dem die berühmten japanischen Karpfen (Koi) schwimmen, sowie einen Bambushain mit wirklich mächtigen Bambuspflanzen.

Bambushain

Der Bambushain befindet sich direkt im botanischen Bereich des Ostparks. Daneben findest du auch öffentliche Toiletten und natürlich weitere Getränkeautomaten.

Festungsmauern

Die zweite Sache die ich faszinierend fand waren die Mauern, welche du hier überall sehen kannst. Diese sehen sehr mächtig aus und scheinen aus großen Steinen zusammen gesetzt zu sein. Das Ganze erinnert ein bisschen an die Mauern, von denen Erich von Däniken immer wieder berichtete. Natürlich waren bei diesen Mauern definitiv nur Menschen am Werk.

Dicke Mauern im Ostpark in Tokio

Gleich nach dem Eingang siehst du die ersten dicken Mauern.

Weiteres Sehenswertes im Ostgarten des Kaiserpalastes

  • Hügel mit Resten der Edo Burg
  • Japanischer Turm aus der Edo Zeit
  • Museum of the Imperial Collections (ebenfalls kostenfrei)
  • Altes Wachhaus aus der Edo Zeit
  • Kikyo-mon Tor (im Süden)
  • Hirakawa Brücke mit Tor (im Norden)
  • Kitahanebashi Tor (im Nordwesten)
  • Ote-mon Tor (im Osten und Zugang zum Ostpark)

Kokyo Gaien Park

Östlich vom Areal des Kaiserpalastes liegt der Kokyo Gaien Park, eine große freie Anlage, welche von einer breiten Hauptstraße durchschnitten wird. Auch dieser Park ist öffentlich und kostenfrei und dies rund um die Uhr.

Zu dem Kokyo Gaien Park kommst du am Besten wenn du an der Nijubashimae Station (Linien und Haltepunkt: C10) aussteigst. Über die Ausgänge 2 und 6 gelangst du direkt an die Außengrenze des Parks.

In diesem Bereich befindet sich auch die Statue des Samurai Kusunoki Masashige (Ausgang 2 der Nijubashimae Station), eines der bekanntesten Volkshelden von Japan.

Die bekannteste Brücke ist die Seimon-ishibashi Brücke. Über diese gelangst du in den Kaiserpalast, wenn du eine Reservierung hast.

Sehenswertes im Kokyo Gaien Park

  • Seimon-ishibashi Brücke
  • Kusunoki Masashige Statue
  • Skyline von Marounachi
Skyline von Tokio in Marunouchi

Vom Kokyo Gaien Park hast du einen herrlichen Blick auf die Skyline von Tokio.

Interessante Info für Läufer: Das Areal des Kokyo Gaien Park ist mit seinen geraden langen Straßen sehr beliebt bei Joggern und Läufern.

Es gibt hier zudem mehrere Infopunkte für Läufer und eine Strecke die einmal fast komplett um den Kaiserpalast führt. Die Joggingstrecke ist 5 Kilometer lang. An den Infopoints gibt es jeweils eine Uhr, so dass du sofort die Zeit nehmen kannst, falls du gerne joggst und die Strecke mal meistern möchtest.

Hibiya Park beim Kaiserpalast

Übersichtsplan des Hibiya Park

Auf dieser Übersichtskarte siehst was es alles im Hibiya Park zu entdecken gibt und was du bei dem Besuch im Park beachten solltest

Südlich von dem Gelände des Kaiserpalastes gibt es eine weitere Parkanlage, den Hibiya Park. Die Parkanlage kannst du ebenfalls kostenfrei betreten. Das Besondere an dem Park ist, dass dies der erste Park in Japan war der nach europäischen Vorbild während der Meiji Ära angelegt wurde.

Ich finde den Park einen der interessantesten in Tokio, da er sich in seinem Aufbau komplett von anderen Parks unterscheidet. Der Grund dafür ist das Zusammenspiel von europäischen Elementen mit japanischer Präzision.

Blumengarten im Hibiya Park

Ebenfalls Nordöstlich im Hibiya Park wurde der erste Blumengarten nach westlichen Vorbild in Japan angelegt.

Springbrunnen im Park

Das Highlight des Parks ist der große Springbrunnen. Von diesem existieren im Web viele Aufnahmen. Leider konnte ich kein Foto von ihm schießen mit seiner schönen Wasserfontäne.

Open Air Konzert Halle im Hibiya Park

Gegenüber der Open Air Konzerthalle ist die berühmte Wasserfontaine zu sehen, wenn sie aktiv ist.

Umgeben ist der Springbrunnen mit seinem kreisförmigen Becken von Wegen, an deren Rand sich zahlreiche Bänke befinden. Hier kannst du in der Mittagszeit viele Japaner sehen, die aus den umliegenden Bürogebäuden ihr Mittagessen zu sich nehmen.

Im Norden des Springbrunnen befindet sich eine überdachte Bühne, die nach allen Seiten frei ist. Auf dieser finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Die Sitzbänke für die Bühne befinden sich hinter dieser, so dass die Zuschauer auf die Bühne und den Springbrunnen sehen.

Japanisches Fotomodell im Hibiya Park in Tokio bei Fotosession

Bei schönem Wetter kannst du im Park Fotosessions beobachten, da der Park mehrere perfekte Kulissen hat.

Interessanter Fakt: Der Park liegt im Bezirk Chiyoda, ist aber als ein eigener Stadtteil ausgewiesen. Warum das so ist? In der Meiji Ära, nach der Öffnung Japans, sollte auf diesem Gebiet das neue Regierungsviertel entstehen. Deswegen wurde dafür gleich mal ein neuer Stadtteil ins Leben gerufen.

Weitere Parks in Tokio:

See im Nordosten des Hibiya Park

Im Nordosten des Hibiya Parks gibt es einen kleinen See. Diesen kannst du umrunden. Der See ist eingelassen in einer Felslandschaft. Manche der Wege hinter der künstlichen Felslandschaft führen zu diesen hinauf, so dass du von oben auf den See blicken kannst.

Shinji Teich im Hibiya Park

Der Shinji Teich befindet sich im Nordöstlichen Teil des Parkes

Der Teich ist, nachdem was ich gesehen habe, im japanischen Stil gehalten. Allerdings habe ich keine Brücke gesehen, die über den Teich führt. Dafür gibt es im Süden des Teiches einen kleinen Steinweg, der in diesen führt. An dessen Rand befindet sich Schilf, ein ideales Versteck für Enten.

Den Teich einmal zu umrunden kann ich dir nur empfehlen, denn an dem Wegesrand des Teiches befinden sich mehrere besondere Steine. Auf Tafeln kann man zum Teil auch in Englisch lesen was es mit den Steinen auf sich hat. So habe ich ein Replikat eines Runenstein der Vikinger gesehen, der an die erste Flugroute von Japan nach Europa über den Nordpol erinnert. Diese wurde am 24. Februar 1957 eingeweiht.

See im Südwesten: Im Südwesten des Parkes gibt es einen weiteren See. Das Highlight in diesem See ist der Kranich, ein Springbrunnen, der sich in der Mitte des Sees befindet.

Kumogata Teich im Hibiya Park mit Statue eines Kranich

Im Südwesten des Parkes gibt es den Kumogata Teich mit seiner bekannten Statue des Kranichs

Deutsches Haus mit Parkanlage im Norden

Im Norden des Hibiya Parks stehen zwei Häuser die sehr an europäische Gebäude erinnern. Eines davon ist das Deutsche Haus und hier gibt es auch europäisches Bier. Neben dem Haus befindet sich zudem ein kleiner Biergarten, der an warmen Tagen gut besucht sein dürfte. Vor dem Haus gibt es einen Springbrunnen mit zwei Pelikanen.

Hochzeitsbereich im Hibiya Park in Tokio

Im Nordosten des Hibiya Parks findest du deutsche Haus mit einem Biergarten. Das Haus wird auch gerne für Hochzeiten verwendet.

In der kleinen Parkanlage vor den europäisch anmutenden Häusern findest du weitere zahlreiche Geschenke europäischer Nationen an Japan. Darunter eine Figur einer Wölfin welche die beiden Kinder Romulus und Remus, die Gründer von Rom, säugt. Diese Figur wurde 1938 von Italien als Geschenk an Japan überreicht.

Romulus und Remus Statue in Tokio in Japan

Die Statue der Wölfin, die Romulus und Remus säugt, ist ein Geschenk Italiens an Japan.